Ich digitalisiere, also bin ich!

Martin C. Wolff, Digital.Wolff, Plötz & Co GmbH
Digitale Souveränität ist eine Synthese von privaten und staatlichen Akteuren. Digitalisierung ist zivilgetrieben, sie schafft die Infrastruktur durch Unternehmen, durch Konsumenten und Nutzer der digitalen Geräte. Der klassische staatliche Souverän muss diese Synthese zur Kenntnis nehmen und seine Expertise in Form von guten, zeitgemäßen Gesetzen und Regularien einbringen. Jedoch reproduziert er stattdessen eine gefährliche Tradition der Dämonisierung der Technik.

Puzzleteil

„Ein Puzzle mit vielen Teilen“

Andreas E. Thyen, LizenzDirekt AG
Digitale Souveränität ist aktuell ein großes politisches Anliegen ohne eindeutige Definition und zu komplex, um an einfache, universelle und absolute Lösungen zu Förderung dessen zu glauben. Hingegen bestehen auch eigene Möglichkeiten, um einen Beitrag hierzu zu leisten. Am Beispiel gebrauchter Software zeigt sich etwa die Synthese und wechselseitige Stimulierung der beiden derzeitigen Hauptanliegen der Europäischen Union (Grüner Deal und Digitale Zukunft), indem sowohl ökologisch nachhaltig Werte erworben und veräußert werden wie auch damit Souveränität in Form des europäischen Wettbewerbs und der involvierten Kunden gestärkt werden.

Identitäten

Eine Identität für alles und jeden

Benjamin Leiding, TU Clausthal
Im Gegensatz zu den klassischen zentralen Identitätsmanagementkonzepten ermöglichen Self-Sovereign Identities ein nutzergesteuertes Identitätsbereitstellungsmodell, bei dem die User den Zugriff und die gemeinsame Nutzung ihrer Daten auf der Grundlage des Wissensbedarfs mithilfe der Konzepte von DIDs, DID-Dokumenten und überprüfbaren Angaben steuern. Darüber hinaus können mittels DID-basierter SSI Systeme auch Identitäten für intelligente Maschinen und Software Services realisiert werden.

Kugel mit Deutschland

Vom Digital Outsider zum Digital Native

Daniel Krezdorn, digital-souveraenitaet.de
Die Enthüllungen Edward Snowdens vor fast einem Jahrzehnt hätten ein Weckruf für Deutschland sein können. Im Jahr 2021 scheint der Digitalraum für staatliche Institutionen hingegen immer noch „ein Stück weit Neuland“ zu sein. Die lange geltende Laissez-faire-Politik gefährdet die Souveränität des Staates gleich in mehreren Punkten. Dabei geht es neben der Infrastruktur, Sicherheit und politischer Gestaltungsmacht bei dem Thema auch um die Bürger selbst, die den Staat ausmachen. Digitale Souveränität ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

E-Government

Datenchaos ade

Sandra van der Hulst, Hansestadt Lübeck und Christiane Wegner, MACH AG
Für die erfolgreiche Digitalisierung der Verwaltung mit E-Government- und Smart City-Angeboten, bei denen auch personenbezogene Daten gesammelt, ausgewertet und ausgetauscht werden, ist die digitale Souveränität von Bürgerinnen und Bürgern ein entscheidender Faktor. Um diesen Prozess und die Nutzung der digitalen Angebote zu unterstützen, arbeitet ein interdisziplinäres Projektteam an Lösungen, um Datenströme transparent darzustellen, Beteiligte zu informieren und damit die digitalen Verwaltungsangebote zu verbessern.