Bälle balancieren

Integration als Schlüssel wissenschaftlicher Politikberatung

Michael Böcher, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Wissenschaftliche Politikberatung ist wissenschaftlich untersuchbar und lässt sich modellhaft darstellen. Dabei genügt es heute nicht mehr, von einem linearen Modell auszugehen, welches annimmt, dass wissenschaftliche Expertise unmittelbar in politisches Handeln einfließt. Stattdessen benötigt es Modelle, die die gesellschaftliche Realität von Politik und Wissenschaft darstellen können. Ein solches Modell ist das RIU-Modell.

Luftballons steigen auf

Aus dem Elfenbeinturm in die Welt

Christian Humm, Universität des Saarlandes
Schon immer hat sich Politik Rat bei der Wissenschaft geholt. Diese Politikberatung fand lange vor allem hinter verschlossenen Türen in Gremien statt. Durch den wachsenden Einfluss von Medien und Social Media, hat sich dies verändert. Politikberatung findet nun oftmals in der Öffentlichkeit statt. Gerade bei kontroversen Themen wird damit auch Wissenschaftskommunikation zu politischer Kommunikation. Deshalb ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass eine rein objektive und wertneutrale Beratung kaum möglich ist. Stattdessen sollte damit transparent und ehrlich umgegangen werden.

Baum Plastik Berge

Die Blindheit der Politik im Klimawandel

Mojib Latif, Deutsche Gesellschaft Club of Rome
Vor 50 Jahre warnte der Club of Rome bereits vor dem Klimawandel und seinen Folgen. Nicht mangelnde Erkenntnis, sondern kurzfristige ökonomische Interessen haben die Politik davon abgehalten, den Warnungen aus der Wissenschaft die notwendigen Taten folgen zulassen, meint Prof. Dr. Mojib Latif, Präsident der deutschen Gesellschaft Club of Rome.

Schweizer Flagge und Wissenschaftssymbole

Quo vadis wissenschaftliche Politikberatung Schweiz?

Roger Pfister, Akademien der Wissenschaften Schweiz
Der Dialog der Wissenschaften mit Politik, Gesellschaft und öffentlicher Verwaltung ist ein Kerngeschäft der Akademien der Wissenschaften Schweiz. Dazu prädestiniert und bestens aufgestellt sind sie aufgrund ihrer breiten Vernetzung in der Wissenschaftsgemeinschaft. Basierend auf Engagements über drei Jahrzehnte auf nationaler und europäischer Ebene sowie auf Erfahrungen aus der Covid-Pandemie, setzen sich die Akademien für die Stärkung und fortlaufende Weiterentwicklung dieses Dialogs ein.

Kaputte Glühbirne

Unkontrolliert, intransparent und innovationskarg

Im Gespräch mit Thomas Sattelberger, Manager, Betriebswirt und Politiker
Thomas Sattelberger sieht Forschungsinstitutionen als transformationsresistent und innovationskarg. Zudem mangele es an Diversität und Unabhängigkeit. Der Politik fehle es an Wertschätzung für unbequeme Beratung und dem Willen, nach dem Ergebnis von Forschung zu fragen. Zu viel werde über den Input, über Budgets für Forschung gesprochen und zu wenig über Output, Impact, Throughput. Startups, Wachstumseffekte oder die Qualität von Führungs- oder Innovationskultur und Diversity der Forschungseinrichtungen seien für die Politik unwichtig – und damit fehle die Voraussetzung dafür, dass sich Forschung in Deutschland verbessert.