KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Die Blindheit der Politik im Klimawandel

Mojib Latif, Deutsche Gesellschaft Club of Rome
Vor 50 Jahre warnte der Club of Rome bereits vor dem Klimawandel und seinen Folgen. Nicht mangelnde Erkenntnis, sondern kurzfristige ökonomische Interessen haben die Politik davon abgehalten, den Warnungen aus der Wissenschaft die notwendigen Taten folgen zulassen, meint Prof. Dr. Mojib Latif, Präsident der deutschen Gesellschaft Club of Rome.

Quo vadis wissenschaftliche Politikberatung Schweiz?

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Roger Pfister, Akademien der Wissenschaften Schweiz
Der Dialog der Wissenschaften mit Politik, Gesellschaft und öffentlicher Verwaltung ist ein Kerngeschäft der Akademien der Wissenschaften Schweiz. Dazu prädestiniert und bestens aufgestellt sind sie aufgrund ihrer breiten Vernetzung in der Wissenschaftsgemeinschaft. Basierend auf Engagements über drei Jahrzehnte auf nationaler und europäischer Ebene sowie auf Erfahrungen aus der Covid-Pandemie, setzen sich die Akademien für die Stärkung und fortlaufende Weiterentwicklung dieses Dialogs ein.

Blurred Lines

Buntes Gemälde

Oliver Luksic, Mitglied des Bundestages
Es ist wichtig, dass sich Wissenschaftler in die politischen Debatten einbringen. Welche politischen Entscheidungen dann im nächsten Schritt aus den gewonnenen Erkenntnissen abgeleitet werden, muss aber im Verantwortungsbereich der Politik liegen. Die Transparenz und Trennung der Verantwortlichkeiten zwischen Wissensgenerierung und politischen Entscheidungen ist enorm wichtig, auch für die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen, sagt Oliver Luksic als erfahrener Politiker in Land und Bund.

Unkontrolliert, intransparent und innovationskarg

Kaputte Glühbirne

Im Gespräch mit Thomas Sattelberger, Manager, Betriebswirt und Politiker
Thomas Sattelberger sieht Forschungsinstitutionen als transformationsresistent und innovationskarg. Zudem mangele es an Diversität und Unabhängigkeit. Der Politik fehle es an Wertschätzung für unbequeme Beratung und dem Willen, nach dem Ergebnis von Forschung zu fragen. Zu viel werde über den Input, über Budgets für Forschung gesprochen und zu wenig über Output, Impact, Throughput. Startups, Wachstumseffekte oder die Qualität von Führungs- oder Innovationskultur und Diversity der Forschungseinrichtungen seien für die Politik unwichtig – und damit fehle die Voraussetzung dafür, dass sich Forschung in Deutschland verbessert.

Kann man den Unternehmenserfolg planen oder ist er ein Random-Walk?

Ein Kommentar von August-Wilhelm Scheer, Scheer Holding
Um unternehmerisch erfolgreich zu sein, muss man dem Zufall eine Chance geben und unkonventionelle Wege gehen. Diese Meinung vertritt der Gründer und Geschäftsführer der Scheer Holding, Prof. August-Wilhelm Scheer. Am Beispiel der imc AG verdeutlicht er, dass es durchaus zielführend sein kann, ursprüngliche Pläne zu verwerfen, wenn sich neue Opportunitäten ergeben.

Von Sollen und Können

Max Weber Potrait

Hansrudi Lenz, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Aufgabe von Erfahrungswissenschaften ist es, unabhängig und objektiv bewährtes Wissen über die Welt bereit zu stellen, das von Politik und Gesellschaft zu Steuerungszwecken genutzt werden kann. Wissenschaftliche Institutionen informieren über die Mittel, welche zur Erreichung gesellschaftlicher und politischer Ziele eingesetzt werden können. Wie die Welt jedoch aussehen soll, in der wir leben wollen, ist Gegenstand gesellschaftspolitischer Debatten über Werte und Normen. Über deren normative Geltung können Erfahrungswissenschaften nichts aussagen, vom Sein führt kein Weg zum Sollen.

ZerrissenheIT

Ukrainische Flagge

John Adam, Krusche & Company GmbH
Der ukrainische IT-Sektor hat sich als äußerst resistent bewiesen. Trotz des anhaltenden Krieges auf dem Staatsgebiet der Ukraine bieten IT-Fachkräfte weiterhin Dienstleistungen für Firmen im Westen an. Nicht nur für diese ist es entscheidend, sondern auch für die Ukraine selbst: Der IT-Sektor ist ein wichtiger Bestandteil der eigenen Wirtschaft.

Politik entscheidet, Wissenschaft berät

Landtag Saarland

Jakob von Weizsäcker, Minister für Finanzen und Wissenschaft im Saarland
Jacob von Weizsäcker verfügt über breite politische Erfahrung auf EU- und Bundesebene. Nun bringt er seine internationalen Kontakte und seine Finanzexpertise als Minister ins saarländische Kabinett ein. Besonders spannend dabei ist, dass er neben dem Finanzressort auch das Thema Wissenschaft, zu der auch die breite Hochschullandschaft des Saarlandes gehört, verantwortet. Bei der Frage, wie viel Einfluss die Wissenschaft auf politische Entscheidungen haben darf, sieht er ganz klare Trennlinien.

„In Talkshows eine gute Figur zu machen, reicht nicht“

Treppe Qualified

August-Wilhelm Scheer, Scheer Holding
Kopernikus wurde im 16. Jahrhundert angesichts seines heliozentrischen Weltbildes belächelt. Galileo Galilei, der wissenschaftlich belegte, dass sich die Erde um die Sonne dreht, musste vor der Inquisition der römisch-katholischen Kirche der angeblichen Irrlehre abschwören. Wissenschaft und Macht beziehungsweise Wissenschaft und Politik standen oft in einem problematischen Spannungsverhältnis. Heute gestaltet sich das Spannungsverhältnis weniger dramatisch, aber es bleibt die Frage, wie die Politik mit wissenschaftlichen Erkenntnissen umgehen sollte, um den modernen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen.