Goldgrube oder Datendschungel? Die Suche nach den richtigen Erkenntnissen

Georg Wittenburg, Inspirient im Gespräch mit Milena Milivojevic, IM+io
Der Wert von Daten liegt in ihrer optimalen Nutzung, doch viele Unternehmen schöpfen dieses Potenzial nicht aus. Über 80 Prozent der Unternehmensdaten bleiben ungenutzt, was eine enorme Chance für datenbasierte Entscheidungen darstellt. Automatisierte Analysen ermöglichen es, diese Daten schnell und präzise auszuwerten. Insbesondere in der Markt- und Meinungsforschung sowie im Finanzsektor wird KI zunehmend eingesetzt. Wichtig bleibt, dass die Technologie zuverlässig funktioniert und der Mensch die Kontrolle behält.
Leicht, langlebig, nachhaltig: Warum das richtige Material den Unterschied macht

Patrick Glöckner, Alejandro Benitez, Sandra Büchs, Evonik
Ein Auto ist mehr als nur sein Antrieb, sei es elektrisch oder mit Verbrennungsmotor. Faktoren wie Gewicht, Materialien und Fertigungsweisen spielen eine entscheidende Rolle für die Effizienz und Umweltbilanz. Während der Fokus oft auf Batterietechnologien liegt, liegt die wahre Innovation in der Materialwissenschaft. Neue Leichtbau-Werkstoffe und intelligente Fertigungsprozesse machen Fahrzeuge effizienter und ressourcenschonender. Welche dieser Innovationen werden die Mobilität der Zukunft prägen?
Langsamer, smarter, sparsamer? Warum Geschwindigkeit über Effizienz entscheidet

Thomas Grube, Edgar Jungblut, Forschungszentrum Jülich GmbH
Die nächtliche Autobahn zieht sich endlos dahin, und mit jedem Kilometer schwindet die Aufmerksamkeit der Fahrenden. Monotone Aufgaben könnten bald von autonomen Steuerungssystemen im Fahrzeug übernommen werden. Dies würde die Fahrenden entlasten und eine gleichmäßigere Fahrweise ermöglichen. Solche Technologien haben das Potenzial, den Energiebedarf zu senken. Doch welche Faktoren beeinflussen den Energieverbrauch automatisierter Fahrzeuge?
Gigabit statt Geduldsprobe – Mehr Tempo fürs Bahnnetz

Andreas Schröder, Eike Gutt, aconium GmbH
Stockende Videocalls und Verbindungsabbrüche sind frustrierend für Bahnreisende. Angesichts steigender Ansprüche an digitale Konnektivität sind stabile Verbindungen unerlässlich. Doch was ist nötig, um die Lücken im Mobilfunknetz entlang der Schienen zu schließen? Technische Herausforderungen, wie metallbeschichtete Zugfenster, erschweren den Zugang zu hohen Geschwindigkeiten. Der Ausbau der passiven Infrastruktur ab 2025 könnte eine Lösung bieten.
Smarte Lösungen für eine vernetzte Zukunft

Jonathan Behm, Neue Mobilität Paderborn e.V.
Die Vision einer Zukunft mit smarterer Mobilität steht vor großen Herausforderungen. Besonders im öffentlichen Personennahverkehr gibt es Hürden, die überwunden werden müssen. In ländlichen Gebieten fehlen häufig flexible, bedarfsorientierte Lösungen. Trotz vieler innovativer Ansätze bleibt der Durchbruch bislang aus. Eine entscheidende Frage ist, wie wir diese Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit überbrücken können.
Von Tankstellen zu Knotenpunkten – Kilowatt statt Kilometer

Sandra Ehlen, Chefredakteurin IM+io
Stellen wir uns eine Welt vor, in der Tankstellen überflüssig sind – eine Konsequenz aus nachhaltiger Digitalisierung unserer Mobilität. Die Automobilbranche erlebt derzeit den größten Umbruch ihrer Geschichte, angetrieben durch Digitalisierung, Klimaziele und neue Mobilitätskonzepte. Fahrzeuge entwickeln sich von bloßen Fortbewegungsmitteln zu rollenden Datenzentren, die Teil unseres Energiesystems werden. Um dies zu erreichen, müssen Unternehmen alte Geschäftsmodelle hinterfragen und flexible, intelligente Netze schaffen, die die Energiewende unterstützen. Die Vision einer digitalen, grünen Zukunft erfordert einen radikalen Perspektivwechsel und echte Ökosysteme für Mobilität und Energie.
Digitale Archäologie: Wie alte Daten neue Produkte formen

Thomas Schumacher, Roman Stephan, David Inkermann, Institut für Maschinenwesen, TU Clausthal
Jede neue Produktgeneration baut auf dem Wissen der vorherigen auf, doch oft gehen wertvolle Erkenntnisse verloren. Diese befinden sich in isolierten Modellen, verstreuten Datenbanken oder veralteten Dokumentationen und könnten entscheidend für effizientere Prozesse sein. Die Entwicklung cyber-physischer Systeme (CPS) erfordert daher eine intelligente Nutzung bestehender digitaler Modelle. Model-based Systems Engineering (MBSE) optimiert interdisziplinäre Entwicklungsprozesse durch formalisierten Modellierungssprachen. Wissensgraphen als strukturierte Datenbanken ermöglichen die gezielte Wiederverwendung von Systeminformationen, was die Effizienz und Nachhaltigkeit im Digital Engineering erheblich steigert.
Laden mit Weitblick: Pflicht oder Chance?

Stephan Engel, SMA
Die Parkplätze werden zunehmend Teil der Energiewende und bieten Potenzial für Ladelösungen von Elektrofahrzeugen. Unternehmen erkennen, dass diese Infrastruktur nicht nur einen Service für Mitarbeitende und Kund:innen darstellt, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Besonders in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen eröffnen sich neue Einnahmequellen und nachhaltige Vorteile. Die Integration von Ladeinfrastruktur in bestehende Unternehmensstandorte stellt jedoch eine Herausforderung dar. Zukünftige Technologien wie bidirektionales Laden könnten Elektroautos zudem zur Netzstabilisierung nutzen.
Der leise Wandel: Lastenräder, die mitdenken

Stephan Schmidt, Michael Schmidt, Hochschule Merseburg, Tom Assmann Universität Magdeburg
Städte stehen vor Herausforderungen wie dicht gedrängten Straßen, steigenden Emissionen und ineffizienten Lieferprozessen. Während selbstfahrende Autos noch kämpfen, bieten automatisierte Lastenräder eine vielversprechende Alternative. Sie benötigen kaum Platz, verbrauchen nur 10 Prozent der Energie von Autos und zeigen bereits in ersten Feldversuchen bis zu 20 Prozent Effizienzsteigerung bei der Paketzustellung und Stadtreinigung. Prototypen dieser Räder können Personen folgen, Hindernissen ausweichen und bequem per Smartphone gerufen werden. Langfristig könnten sie auch für Bikesharing und flexible Transportdienste eingesetzt werden.
Linien adé, Flexibilität olé? On-Demand-Mobilität auf dem Prüfstand

Markus Haubold, Fahrgastverband PRO BAHN
Für viele Menschen im ländlichen Raum ist Mobilität keine Selbstverständlichkeit, da die letzte Busverbindung längst abgefahren ist und der nächste Supermarkt mehrere Kilometer entfernt liegt. Digitale Lösungen wie On-Demand-Mobilität könnten hier Abhilfe schaffen, indem sie Fahrgäste flexibel und bedarfsgerecht befördern. Der Schlüssel liegt in der nachhaltigen Etablierung dieser Angebote und der Überwindung bestehender Herausforderungen bei der Integration in bestehende Verkehrssysteme. Rund 80 On-Demand-Projekte in Deutschland testen bereits flexible Mobilitätslösungen im ÖPNV, wobei eine Voranmeldezeit von maximal 30 Minuten als ideal gilt.