Hyperautomation – Kurzfristiger Hype oder strategische Notwendigkeit?

Ein Kommentar von August-Wilhelm Scheer, Herausgeber IM+io
Hyperautomation ist spätestens seit 2022 als strategisches Unternehmensziel in den Fokus gerückt. Nicht zuletzt die bis heute oft zitierte Aussage von Gartner Research Vice President, Fabrizio Biscotti, wonach sich Hyperautomation von einer Option zu einer Überlebensbedingung entwickelt hat, brachte viele Unternehmen in den vergangenen Jahren dazu, sich dem Thema zu widmen. Auch angesichts neuer Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz (KI) wird der Hype um Hyperautomation aktuell befeuert. So eröffnet Conversational AI (Artificial Intelligence) schon heute Wege, die weit über die der gängigen Chatbots hinausgehen. Ist Hyperautomation also wirklich „the next big thing“ oder nur eine Welle, die wieder abflacht, um von neuen Wellen überrollt zu werden?
Technik-Check

Paul Schneider, FALKE KGaA
Generative KI kann mithilfe von Deep Learning und neuronalen Netzen neue Inhalte erstellen. In der betrieblichen Praxis können gezielt eingesetzte KI-basierte Tools die Mitarbeitenden bei spezifischen Aufgaben wie der Datenkonvertierung, der Fehleranalyse und in der Kundenbetreuung unterstützen. Durch die schnellen und umfangreichen Lösungen der Tools lassen sich die Produktivität und Effizienz in Unternehmen steigern.
Hamsterrad Gesundheitswesen

Judith Spreemann, Gesundheitsamt Nienburg
Der Traumberuf Gynäkologin wurde im klinischen Alltag sowie in der privaten Praxis immer häufiger zum Albtraum: zwar spannend und abwechslungsreich, aber geprägt von hoher Arbeitsdichte, großer Verantwortung und oftmals nicht planbar. Nach dem Umzug aufs Land und dem beruflichen Wechsel ins Gesundheitsamt bleibt mehr Zeit für die Menschen und Freiräume für Familie und Hobby – allerdings bei weniger Einkommen. Eine Entscheidung mit Impact für sie und ihr Umfeld.
Von Profit zu Purpose

Anette Fintz, ISOB
Früher galt das Unternehmenswachstum als Basis jeder Führungsphilosophie. Dies hat sich seit der Weltwirtschaftskrise 2008 geändert, und der Sinn tritt in den Vordergrund. Sinn-Orientierung in Unternehmen kann insbesondere im Kontext von Stakeholder-Ansprüchen eine große Bedeutung für die Führungsphilosophie übernehmen. Dabei sollte der Sinn nicht nur als Add-on verstanden werden, sondern als wichtiger Schlüssel, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Das Beispiel eines mittelständischen Logistikunternehmens zeigt, dass durch die Identifizierung eines klaren Sinn-Kerns das Unternehmen erfolgreich transformiert wurde.
Cheers to Change!

Ein Kommentar von Marco Voigt, GREENTECH FESTIVAL
Laut Marco Voigt, Gründer des GREENTECH FESTIVAL, können Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich und gleichzeitig nachhaltig sein. Die nachhaltige Ausrichtung der Geschäftspraktiken hat viele Vorteile wie ein verbessertes Image, zufriedene Mitarbeiter:innen und eine einfachere Rekrutierung von Talenten. Auch Banken und Investor:innen bevorzugen inzwischen nachhaltig agierende Unternehmen. Nachhaltigkeit ist somit nicht nur eine Weltanschauung, sondern kann ein Wettbewerbsvorteil sein.
Corona Bekämpfung – aber bitte nur planlos
Dirk Werth, Chefredakteur IM+io
Dr. Dirk Werth ist seit 2016 Chefredakteur der IM+io. In der Kolumne „MehrWerth“ schreibt er in pointierter Form Meinungsbeiträge zum Schwerpunktthema des Heftes und stellt diese zur Diskussion.
Who Cares? HoLLiECares!

Kevin Gisa, Dirk Werth, August-Wilhelm Scheer Institut
Das Forschungsprojekt HoLLiECares entwickelt und erprobt einen multifunktionalen Serviceroboter, der Pflegekräfte in verschiedensten Aufgabenfeldern gezielt unterstützen soll. Eines der Einsatzfelder umfasst dabei den Bereich der Dokumentation und Information in der Pflege. Hierfür entwickelt das August-Wilhelm Scheer Institut durch den Einsatz innovativer KI-Technologien multimodale Interfaces zur intuitiven Steuerung des Assistenzsystems.
Wenn „Doktor Google“ krank macht

Michael Jansky, Julian Wangler, Universitätsmedizin Mainz
Die Hausarztmedizin ist in spezifischer Weise von internetassoziierten Gesundheitsängsten betroffen. Empfehlenswert für Hausärztinnen und Hausärzte ist es daher, in der täglichen Sprechstunde mit ihren Patientinnen und Patienten die Potenziale und Risiken der Recherche aufzuklären. Mit diesem Umgang wird ermöglicht, dass Verunsicherungen vorgebeugt werden und zugleich Wertschätzung gezeigt wird, was zu einer positiveren Arzt-Patienten-Beziehung führt. Zudem sollte in Betracht gezogen werden, die Anamnese mittels (Online-)Informationssuche zu erweitern.
Neulich im OP: Skalpell, Klemme, KI

Christian Bauer, Knappschaft Kliniken Verbund GmbH
Sicherheit und Verlässlichkeit sind ganz wichtige Themen, wenn es bei den Knappschaftskliniken um die Digitalisierung geht. Das gilt zum Beispiel für den Einsatz von Robotik und KI. Ein weiteres wichtiges Entscheidungskriterium sind die Bedürfnisse der Menschen – jener im medizinischen Betrieb und jener, die als Patienten Heilung suchen.
Digital & gesund?

Antonia Schöller, Expertin für psychische Gesundheit
In der digitalen Arbeitswelt kommt es zu einer Verschmelzung von Privatem und Arbeit. Damit die psychische Gesundheit der Arbeitenden in diesem Umfeld erhalten bleibt, braucht es einen hohen Grad an Selbstmanagementfähigkeit. Arbeitende müssen in der Lage sein zu entscheiden, was ihnen wichtig ist. Gleichzeitig spielen das betriebliche Gesundheitsmanagement und die Unternehmenskultur eine entscheidende Rolle für die mentale Gesundheit in der digitalen Arbeitswelt.