KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Daten säen – Digitalisierung ernten.

digitale Landwirtschaft

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Daten säen – Digitalisierung ernten“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1638790589750{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Wie Landwirte Datensouveränität erreichen“ font_container=“tag:h2|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1638790578225{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Bernd Rauch, Fraunhofer IESE[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz & Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1630674872004{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]Im Zuge fortschreitender Digitalisierung werden Daten immer wichtiger: Sie sind Grundlage von Dienstleistungen, beschreiben und steuern Prozesse oder werden als digitale Güter gehandelt. Der Umgang mit Daten führt dabei nicht selten zu widerstrebenden Interessen, etwa wenn ungeklärt bleibt, wem sie gehören, wessen Rechte sie berühren oder wer davon profitiert. Auch die Landwirtschaft beschäftigt sich intensiv mit diesen Fragen. Bieten digitale Technologien für Datensouveränität Antworten?[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Datensouveränität spielt im landwirtschaftlichen Kontext eine immer stärkere Rolle. Im Fokus stehen dabei zwar häufig Daten aus Landwirtschaftsbetrieben, doch wäre die Einschränkung auf diese zu kurzsichtig. Landwirtschaftliche Produktionsprozesse sind hochkomplex, und das gesamte Wertschöpfungsnetzwerk reicht von der Produktion landwirtschaftlicher Maschinen bis zum Lebensmittelangebot im Einzelhandel. Während Unternehmen und die Öffentlichkeit großes Interesse an der Verwertung und Nutzung betrieblicher Daten haben, fürchten Landwirtinnen und Landwirte um „ihre“ Daten.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Die moderne Landwirtschaft nutzt hoch technologisierte Produktionsverfahren für Ackerbau und Viehzucht, der Trend zur Digitalisierung [1] hält an, und Daten gewinnen dabei eine immer größere Bedeutung. Sie dienen einerseits der Dokumentation und Steuerung von Produktionsprozessen, können aber auch selbst als digitale Güter gehandelt werden. So werden mittels hochaufgelöster Bilddaten von Pflanzkulturen Machine-Learning-Modelle trainiert, die Unkräuter von Nutzpflanzen unterscheiden oder Pflanzenkrankheiten erkennen können. Prognoseapplikationen benötigen umfassende Datenbestände, um das Pflanzenwachstum vorherzusagen und die Düngemittelgabe situativ anzupassen. Die Möglichkeiten zur Nutzung von Daten in der Landwirtschaft sind so vielfältig wie die Landwirtschaft selbst. Im Mittelpunkt vieler digitaler Lösungen stehen dabei Daten, die aus dem Kontext landwirtschaftlicher Betriebe stammen. Unternehmen zeigen ein zunehmendes Interesse an diesen Daten, um daraus digitale Dienstleistungen und Lösungen zu entwickeln oder Marktentwicklungen einzuschätzen. Auch die Forschung benötigt große Datenmengen, die Öffentlichkeit möchte über die Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion informiert sein, und Handelsunternehmen können mit dem Wissen über Erntemengen und -zeitpunkte ihr Einkaufsverhalten und damit ihre Einkaufspreise steuern. Das letzte Beispiel zeigt dabei stellvertretend für viele weitere, wie es zu widerstrebenden Interessen kommen kann: Kann ein Handelsunternehmen Einkaufspreise zu seinem Vorteil beeinflussen, ist das in der Regel zum Nachteil der Landwirtschaftsbetriebe. Solche und ähnliche Beispiele wie auch die Unklarheit darüber, welche Konsequenzen die unkontrollierte Nutzung betrieblicher Daten tatsächlich hat, weckt Befürchtungen um die eigene digitale Souveränität unter Landwirtinnen und Landwirten. In Diskussionen ist dabei immer öfter die Rede von einem allbestimmenden landwirtschaftlichen Google, Facebook oder Amazon. Selbst wenn diese Vorstellung diffus und unbegründet sein mag, trägt sie in einem gewissen Maße zur Skepsis gegenüber digitalen Technologien bei. Und das kann fatal sein, nicht nur für die Branche selbst, sondern auch für aktuelle und zukünftige Herausforderungen. Denn digitale Technologien in der Landwirtschaft ermöglichen nicht nur die Erhöhung der Prozesseffizienz, sie bieten auch ein enormes Potenzial für die nachhaltige landwirtschaftliche Produktion. Führt Datensouveränität für Landwirtinnen und Landwirte zu mehr Vertrauen in digitale Technologien, wird sie damit essenziell für die Landwirtschaft der Zukunft.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Datensouveränität ist mehr als Zugriffskontrolle“][vc_column_text]Bei der Datensouveränität in der Landwirtschaft geht es dabei um mehr als nur Zugriffskontrolle auf betriebliche Daten. Sie soll Landwirtinnen und Landwirten ermöglichen, dass sie souverän über „ihre“ Daten verfügen, d.h., diese auch in ihrem Sinne nutzen und einsetzen können. In der digitalen Landwirtschaft werden viele verschiedene Fachapplikationen eingesetzt, um Produktions- und Managementprozesse durchzuführen. Diese Fachapplikationen erfassen, speichern und verarbeiten Daten im Rahmen der jeweiligen Applikationszwecke. Auch wenn Softwarelösungen zunehmend in Cloudumgebungen betrieben werden, existiert noch keine umfassende Vernetzung über die eigenen Systemgrenzen hinweg. Eine solche Vernetzung, etwa über offene Schnittstellen, ist aber eine wichtige Voraussetzung für Innovation und Wettbewerb. Ein Start-up mit einem neuen Algorithmus zur Optimierung des Düngemitteleinsatzes benötigt dazu Daten über die Äcker der Landwirtschaftsbetriebe. Diese werden in der Regel in sogenannten Ackerschlagkarteien verwaltet, und bieten diese keine Schnittstellen, kann das Start-up seine Dienstleistung nicht erbringen. Fehlende Schnittstellen unterbinden darüber hinaus die Möglichkeit, beim Anbieterwechsel eigene Daten „mitzunehmen“. Auch wenn hier nicht in allen Fällen Anbietern Absicht unterstellt werden darf, wird durch die Bindung betrieblicher Daten an Fachapplikationen der Wettbewerb gehemmt werden und es kommt zum Vendor-Lock-in-Effekte. Solche Effekte bekommen eine noch größere Tragweite, wenn landwirtschaftliche Maschinen an herstellerbetriebene Flottenmanagementsysteme gebunden werden, durch die ein exklusiver Zugriff auf Maschinendaten erfolgt.[/vc_column_text][vc_single_image image=“28517″ img_size=“large“ add_caption=“yes“][vc_custom_heading text=“Verständnis von Datensouveränität in der Landwirtschaft“][vc_column_text]Die inhaltliche Bedeutung von Datensouveränität für Landwirtinnen und Landwirte ist nicht gut ausgearbeitet oder definiert, obgleich sie an vielen Stellen diskutiert wird. Um Datensouveränität oder synonym Datenhoheit in der Landwirtschaft greifbarer zu machen, wurde im Rahmen des Forschungsprojekts „COGNAC“ (Cognitive Agriculture) der Fraunhofer-Gesellschaft [2] eine Definition erarbeitet, die drei wesentliche Elemente vorsieht:
Datennutzung nur mit Zustimmung: Obwohl eigentlich selbstverständlich, ist diese Forderung nicht durchgängig erfüllt. Daten sollen durch Dritte nur nach expliziter Zustimmung durch Landwirtinnen und Landwirte genutzt werden können. Erreicht werden kann das durch Zugriffseinschränkungen, die idealerweise über eine einmalige Erlaubnis hinaus gestaltbar sind. So könnte Datennutzung auch im zeitlichen, räumlichen oder inhaltlichen Umfang eingeschränkt werden. Eine räumliche Einschränkung ist beispielsweise sinnvoll, wenn ein Unternehmen eine Dienstleistung auf einem Acker durchführt und Zugriff auf benötigte Datenbestände nur bei Arbeiten vor Ort erhält.
Transparenz der Datennutzung: Werden betriebliche Daten durch Dritte genutzt, soll die Nutzung detailliert nachvollziehbar sein. Dazu können eine Protokollierung einzelner Datenzugriffe zählen, die vorherige Festlegung auf erlaubte Nutzungszwecke oder auch die verständliche Darstellung der Konsequenzen aus der Datennutzung. Der letzte Punkt kann für Landwirtinnen und Landwirte bedeutend sein, da nicht immer einfach nachvollziehbar ist, welche Bedeutung eine spezifische Datennutzung hat. Auf der Basis von betrieblichen Daten könnten beispielsweise entscheidungsunterstützende Systeme entwickelt werden, die in der fernen Zukunft die Arbeit von Landwirtinnen und Landwirten überflüssig machen.
Souveräne Datennutzung: Landwirtinnen und Landwirte sollen betriebliche Daten auch über datenhaltende Fachapplikationen hinaus in ihrem Sinne nutzen und einsetzen können. Hierzu wird einerseits ein diskriminierungsfreier Zugang zu Datenbeständen für die Verwendung durch Dritte benötigt. Darüberhinausgehend soll es aber auch möglich sein, Daten bei einem Anbieterwechsel in ein neues System zu übertragen (Datenportabilität).[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Ansätze zur Schaffung von Datensouveränität“][vc_column_text]Mit der vorgeschlagenen Definition von Datensouveränität ist es möglich, den Begriff durch konkrete Anforderungen und Beispiele verständlicher zu machen. Zur Umsetzung in der Landwirtschaft werden verschiedene Ansätze diskutiert. Eine Möglichkeit bietet die rechtliche Gestaltung der Datennutzung, die in Gesprächen regelmäßig mit einer missverständlichen Formulierung beginnt: „Die Daten gehören der Landwirtin oder dem Landwirt“. Was häufig als Forderung oder Marketingversprechen ausgedrückt wird, ist rechtlich nicht haltbar, da das deutsche Recht kein Eigentum an Daten kennt. Demzufolge können Landwirtschaftsbetriebe auch keine Eigentumsrechte an betrieblichen Daten geltend machen [3]. Häufig wird auch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) als Lösungsansatz herangezogen, doch fokussiert diese sich auf personenbezogene Daten und regelt mehr den Schutz als den Umgang damit – zur Ausgestaltung von Datensouveränität ist sie nicht geeignet. Möglich sind letztendlich privatvertragliche Regelungen zum Umgang mit Daten, doch in der Praxis stehen Landwirtinnen und Landwirte von Unternehmensanwälten ausgearbeiteten AGBs gegenüber, die sie, wenn überhaupt, nur sehr selten in ihrem Sinne beeinflussen können.
Branchenweite Verhaltenskodizes wie beispielsweise der „EU Code of conduct on agricultural data sharing by contractual agreement“ [4] führten bisher ebenfalls zu keiner befriedigenden Situation für Landwirtinnen und Landwirte, so dass sich aktuell Rufe nach einer stärkeren Regulierung durch den Gesetzgeber mehren [5]. Diese könnte zwar den Umgang mit betrieblichen Daten durch Anbieter von Fachapplikationen und landwirtschaftlichen Systemen verbindlich regeln, es ist aber fraglich, ob dabei die für dynamische Digitalisierungsprozesse notwendige Flexibilität erreicht werden kann.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Neue Konzepte für das digitale Ökosystem Landwirtschaft“][vc_column_text]Ein Lösungsweg kann in der Kombination von organisatorischen und technologischen Ansätzen liegen. Die Verteilung betrieblicher Daten auf verschiedene Fachapplikationen ist eine grundsätzliche Herausforderung in der Domäne, nicht nur für die Datensouveränität. In COGNAC werden Konzepte entwickelt und prototypisch evaluiert, in denen sämtliche einen Acker beschreibende Daten in einem digitalen Feldzwilling zusammengeführt und durch Technologien zur Datennutzungskontrolle geschützt werden. Ein solcher Feldzwilling kann beispielsweise durch einen Datentreuhänder betrieben und über eine digitale Plattform angeboten werden. Fachapplikationen und digitale Dienstleister können so diskriminierungsfrei und anbieterneutral auf betriebliche Daten der Landwirtschaftsbetriebe zugreifen und diese in deren Sinne nutzen. Dank der zentralen Architektur dieses Ansatzes können Landwirtinnen und Landwirte an einer Stelle konfigurieren und nachvollziehen, wer welche Daten in welchem Umfang nutzen darf und wie sie tatsächlich genutzt werden. Aufgrund der Entkopplung von Daten und Fachapplikationen wird zusätzlich ein Vendor-Lock-in vermieden, wobei dies natürlich auch für die Datentreuhänder selbst auszuschließen ist. Abbildung 1 zeigt eine abstrahierte Darstellung des digitalen Ökosystems Landwirtschaft. Typische Elemente sind Flottenmanagementsysteme, Datenrouter und Fachapplikationen, die als digitale Plattformen umgesetzt wurden. Diese binden jeweils weitere digitale Systeme ein und könnten prinzipiell miteinander zum Datenaustausch verbunden werden. Häufig kommt es aber zu Abgrenzungen zwischen einzelnen Angeboten, Initiativen und Anbieterverbünden. In der Folge entsteht die verteilte Speicherung in Datensilos, welche durch einen Datentreuhänder für betriebliche Daten aufgebrochen werden könnte.
Auch wenn der vorgestellte Ansatz die Herausforderungen der landwirtschaftlichen Datensouveränität in der Theorie lösen kann, steht der Transfer in die Praxis noch aus. Die digitale Landwirtschaft ist hochkomplex, und es gibt viele Anbieter von Softwarelösungen, die dazu an einem Strang ziehen müssten. Möglicherweise führt die Kombination vieler Ansätze und Faktoren zum Erfolg, wesentlich ist dabei auch die Rolle von Landwirtinnen und Landwirten, die als souveräne Kunden den Markt in ihrem Sinne mitgestalten können. Hierzu kann und muss die weitere Diskussion der Datensouveränität in der Landwirtschaft beitragen.

 

(Bildquelle: Adobe Stock | Pugun & Photo Studio | 371029365)[/vc_column_text][ult_createlink title=“Zu den Literaturangaben“ btn_link=“url:https%3A%2F%2Fbit.ly%2F3mgR6PY|target:_blank“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Flerngroesse-eins%2F|title:Lerngr%C3%B6sse%20Eins“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]

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