KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

„Rhetorik ist Persönlichkeitsbildung!“

Mikrofon

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“„Rhetorik ist Persönlichkeitsbildung!““ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1622112524267{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Schlüsselqualifikationen in der Beratung“ font_container=“tag:h2|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1622112535826{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]

Im Gespräch mit Roland Forster, Forsterkomm

[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz & Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1598268967432{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]Kommunikative Kompetenz gehört zu den Schlüsselqualifikationen. In der Weiterbildungsveranstaltung „Consulting“ an der Universität des Saarlandes soll sie vermittelt werden. Über das Kommunikationstraining, mit dem das Seminar startet, haben wir mit Dr. Roland Forster gesprochen.

[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Erdacht wurde die Weiterbildungsveranstaltung „Consulting“ von Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer bereits im Jahr 1998 an seinem Institut für Wirtschaftsinformatik an der Saarland Uni. Ausgangspunkt war seine Beobachtung, dass bei Fächern wie BWL und Informatik in der Universitätsausbildung ein dezidierter Nachholbedarf in den Bereichen Persönlichkeitsbildung, Präsentationstechniken und Rhetorik besteht. Werden hier doch Consultants und Führungskräfte von morgen ausgebildet. Über Erkenntnisse aus 22 Jahren Kommunikationstraining haben wir mit Dr. Roland Forster gesprochen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“IM+io: Herr Dr. Forster, Sie sind seit vielen Jahren als Kommunikationscoach an der Gestaltung der Veranstaltung beteiligt. Wo liegen die Schwerpunkte der Seminarreihe, wenn es um kommunikative Kompetenzen geht?“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]RF: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind alle zwischen 20 und 30 Jahre alt. Da fehlt üblicherweise noch viel Wissen zu Kommunikationsereignissen. Es mangelt an Teilkompetenzen und reflektierten Erfahrungen etwa in den Bereichen Referat, Vortrag oder Präsentation. Es konnten oft noch keine Erfahrungen gesammelt werden, wie man ein solches kommunikatives Ereignis gestalten und weiterentwickeln kann. Es fehlen systematische Vorerfahrungen auch dazu, in einer Gruppe zu argumentieren. Ein Lernschritt besteht darin, Argumente für das Gegenüber zu finden, nicht für sich selbst. Ich muss mir in einer Argumentationssituation zudem überlegen, wann ich welchen Punkt bringe, oder wann der richtige Zeitpunkt für ein herausforderndes bilaterales Gespräch ist.

Das zweite wichtige Thema liegt bei der Sprecherziehung. Rhetorikseminare sind oft reduktionistisch angelegt, dabei geht es entweder nur um die Körpersprache, nur um Schlagfertigkeit oder Ähnliches. Als Sprechwissenschaftler kann ich auch Elemente aus der Psychologie heranziehen, wie etwa Fragen der Gruppendynamik. Es geht auch um Anatomie und Physiologie, denn wir reden über Sprechbildung. Der Fokus liegt also auf Aussprache, Struktur und Rhythmus. Unterm Strich geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Menschen miteinander in verschiedenen Kontexten sprechen und dass diese unterschiedlichen Situationen gezielt gestaltet werden können.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“IM+io: Studierenden gegen Ende ihres Studiums, Young Professionals und Quereinsteigern sollen in dem Seminar auch Einblicke in die Tätigkeit von Beratern gegeben werden. Wie wird das in der Praxis umgesetzt?“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]RF: Die Gruppen sind durchaus heterogen, was ihre ursprüngliche Ausbildung angeht. Die konkrete Ausrichtung auf den Consulting-Beruf wird von den Unternehmensberatungen übernommen, die die Veranstaltungsreihe mitgestalten. Deren Part folgt gemeinhin nach der sprecherzieherischen Seminarsequenz. Natürlich versuche ich im kommunikativen Part, die von mir zu vermittelnden Teilkompetenzen in einen Kontext zu setzen, der Bezug zur künftigen beruflichen Tätigkeit hat. Die meisten Teilnehmer haben sich bis dahin allerdings kaum mit dem Berufsbild des Beraters/der Beraterin befasst. Das ist aber zugleich die große Chance für die Veranstaltung, denn hier werden ganz neue Horizonte eröffnet. Bei dem Präsentationsteil bestimmen die Teilnehmer ihre Themen in der Regel selbst, und damit kommen diese oft aus dem jeweiligen aktuellen Lebensumfeld. Im Gesprächsteil jedoch arbeite ich mit Themen aus der Unternehmensrealität – natürlich in vereinfachter Form.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“IM+io: Sie positionieren in einem Beitrag zu dieser Veranstaltung kommunikative Kompetenz als berufliche Schlüsselqualifikation, nicht nur für Consultants. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, wenn es darum geht, eigenes Kommunikationsverhalten zu reflektieren?“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]RF: Dieser Punkt macht mich manchmal wirklich ratlos. Obwohl diese jungen Menschen ja durchaus über eine beachtliche Kommunikationsbiografie verfügen, bin ich in der Regel der erste, der die Studierenden dazu auffordert, ihr Kommunikationsverhalten gegenüber anderen Menschen zu reflektieren. Da herrscht oft großes Erstaunen darüber, was die eigene Kommunikation bewirken oder auch verhindern kann. Für Überraschung sorgt zum Beispiel, dass in meinen Trainings Zuhörübungen einen ganz wichtigen Platz haben. Ich werde dann gefragt, was das mit Kommunikation zu tun hat. Andererseits wissen gerade jene, die bereits im Consulting-Beruf unterwegs sind, solche Übungen zu schätzen. Den Unterschied zwischen Beschreiben und Bewerten zu kennen ist Voraussetzung für qualifiziertes Feedback. Auch das muss trainiert werden und funktioniert gut, wenn die Trainingsgruppe selbst als Feedback-Geber eingesetzt wird.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“IM+io: Welche Rolle spielt das Thema Körpersprache in der Seminarreihe, zumal diesem bei den zunehmenden Video Meetings ein sehr viel größere Bedeutung zukommt?“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]RF: Der ganze Körper ist so etwas wie ein Sprechmuskel. Ich brauche eine Gesamtkörperspannung, wenn ich kommunizieren will. Nur der Kehlkopf oder nur das Zwerchfell, das ist zu wenig. Es geht um die Frage, wie und wodurch sich jemand ausdrückt, der sich mitteilen will. Dazu ein Beispiel: Wenn ich jemanden unter vier Augen frage, wie er morgens seine Kaffeemaschine bedient hat, dann erklärt er mir das und macht in der Regel dazu passende und sparsame Handbewegungen. Wenn ich jemandem die gleiche Aufgabe vor einer Gruppe stelle, dann fängt derjenige an, darüber nachzudenken, was er mit seinen Händen tun soll. Da passiert etwas, sobald jemand Öffentlichkeit erhält.

Dennoch, streife ich das Thema Körpersprache nur am Rande und im konkreten Kontext. Bei uns Menschen ist der visuelle Kanal deutlich stärker ausgeprägt als der auditive. Was wir beobachten, prägt sich deutlich schneller und besser ein, als das was wir hören. Das bedeutet, dass sich auch jeder dazu äußern kann und möchte. Wenn man also die Körpersprache in einer Trainingsgruppe als eigenen Punkt thematisiert, gewinnt dieser zu stark an Bedeutung. Was nun Videomeetings betrifft, so ergibt sich das Grundproblem, dass wir im Alltag eher intuitiv agieren aber im Video-Meeting die Kommunikation technisch vermittelt und damit verändert wird. Hinzu kommt, dass man gemeinhin nur das Gesicht sieht, also die Mimik. Am Ende aber geht es doch wieder um den Dreiklang Stimme, Sprache, Sprechen.

Nach meiner Erfahrung ist bei Online-Meetings die Körpersprache grundsätzlich weniger wichtig. Viel bedeutender sind übergeordnete Aspekte: Wie ist die Kommunikationsdisziplin der Gruppe? Wie wird die Gesprächsleitung gestaltet? Online-Meetings gehorchen anderen Gesetzmäßigkeiten als Präsenzmeetings, die fehlende Körpersprache ist dabei nur ein Teilaspekt. Online-Meetings müssen besser vorbereitet werden, nicht nur technisch. Wir müssen eine veränderte Wahrnehmungskultur entwickeln, um die Dynamik eines Gespräches zu erfassen. Wir brauchen auch eine größere Beachtung der Metakommunikation, die besagt, als was eine Äußerung gelten soll. Handelt es sich um ein Statement, eine Behauptung oder doch eher um einen Vorschlag?[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“IM+io: Gibt es jenseits mangelnder Erfahrung in Präsentation und freier Rede auch therapiebedürftige Einschränkungen, die jungen Menschen in der erfolgreichen Kommunikation entgegenstehen?“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]RF: Ja, es gibt Kommunikationsstörungen im weiteren Sinne, die ich wahrnehme und auf die ich natürlich reagiere. So gibt es Verhaltensweisen, die für die Betroffenen sogar gesundheitsschädlich sind: Dazu gehört die hyperfunktionelle Dysphonie. Das bedeutet, dass die Stimme dauerhaft überanstrengt ist, sie klingt heiser und kratzig. Diese Überanstrengung führt zu Stimmschäden und birgt bei Sprechberufen wie dem des Lehrers, Pfarrers, Trainers oder eben auch des Beraters Gesundheitsgefahren. Erkenne ich solche Fälle, suche ich mit einem Teilnehmer das Gespräch und zeige ihm oder ihr auf, was man tun kann.

Ursache können Fehlentwicklungen sein, etwa Knötchen auf den Stimmlippen, das macht die Stimme rau. Manche sind auch Trainer, die im Freien bei Wind und Wetter Kommandos geben müssen und dabei Fehlfunktionen in der Stimmführung entwickeln, die wieder abtrainiert werden müssen und können. Auch gibt es psychogene Dysphonien. Da verlieren z.B. Prüflinge in der Prüfsituation die Stimme. Auch hier können Trainingseinheiten helfen.

Hinzu kommen Phänomene, die die Kommunikationswirkung beeinflussen. Dazu gehört extremes Nasalieren oder Lispeln, da ist schon das Sprechen falsch gelernt worden. Aber auch Zahnfehlstellungen oder Zahnlücken können relevant für die Kommunikation sein, allerdings im negativen Sinn. Solchen Teilnehmern empfehle ich dringend den Gang zum Zahnarzt, um das korrigieren zu lassen.

Auch Probleme bei der Koordination von Atmen, Schlucken und Sprechen spreche ich an, nämlich dann, wenn diese im Rhythmus nicht ausbalanciert sind: Jemand beginnt zu sprechen und muss plötzlich schlucken oder plötzlich durch den Mund atmen. Dabei wird der Mund trocken und die Stimme klingt kratzig. Das kann man als Sprechtrainer systematisch beheben. Am Ende geht es um die richtige Atmung, dann reguliert sich der Rest. Am besten ist man bei all diesen Beeinträchtigungen bei Logopäden aufgehoben, die können auch Menschen fit machen für stimmliche Belastungen.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“IM+io: Rhetorik- und Präsentationsseminare sind zumeist Präsenzveranstaltungen. Vielen Young Professionals ist es aber nicht immer möglich, sich über Tage frei zu machen. Gibt es hier erfolgreiche Konzepte für virtuelles Training, das nach individueller Zeitplanung wahrgenommen werden kann?“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]RF: Nach heutigem Stand kenne ich keine umfassenden, rein sprechwissenschaftlichen bzw. sprecherzieherischen Kommunikationsseminare, die komplett virtuell angeboten werden bzw. angeboten werden können. Es gibt sicher Angebote, in deren Rahmen Teilaspekte virtuell realisiert werden können. Im Hochschulbereich kenne ich Angebote mit Gruppen von bis zu 20 Teilnehmern. Dort werden Teilnehmer zu zweit oder zu dritt in virtuelle Einzelräume geschickt, um Trainingseinheiten zu realisieren, die von der Trainerin auf dem Bildschirm dann beobachtet und mit Feedback versehen werden können. Anschließend können in einem virtuellen Plenum die Erfahrungen und Ergebnisse diskutiert werden. Auch gibt es virtuelle Trainingseinheiten, die dazu dienen können, im Präsenzunterricht erworbene Fähigkeiten nachzubereiten oder weiter zu trainieren. Ich bin aber skeptisch, ob es wirklich zielführend ist, z.B. ausgestattet mit einer VR Brille vor einem Publikum von Avataren eine Rede zu halten, die dann von Künstlicher Intelligenz ausgewertet wird. Zu erfahren, wie viele Wörter ich pro Minute verwendet oder wie oft ich das gleiche Füllwort benutzt habe, mag ganz erheiternd sein, ein echter Trainingseffekt tritt so aber nicht ein! Mein Fazit lautet: Rhetorik ist Persönlichkeitsbildung und daher ist aus meiner Sicht der live-Kontakt unabdingbar. Ich beobachte das Verhalten im Raum, die Reaktion auf andere, die Körperspannung, die Gruppendynamik. Das geht nur im direkten Kontakt. In virtuellen Formaten kann man eher Faktenwissen vermitteln.

 

(Bildquelle: AdobeStock | 256556188 | Terdsak)[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Flerngroesse-eins%2F|title:Lerngr%C3%B6sse%20Eins“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]

LinkedIn
WhatsApp
Telegram
Facebook

Related Posts

August-Wilhelm Scheer Institut

Entdecken Sie unsere neusten Ausgaben

Innovationskultur – Räume, Regeln, Rebellen