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Mit systematischem Innovationsmanagement zur Unternehmenstransformation

Mit systematischem Innovationsmanagement zur Unternehmenstransformation

Matthias Nolden, selbstständiger Unternehmensberater

Kurz und Bündig

Wenn es um Innovationen im Unternehmen geht, sollte nicht nur Forschung und Entwicklung die entscheidende Rolle spielen. Alle Unternehmensbereiche sind gefragt. Anhand eines sechsphasigen Transformationszyklus können erfolgsentscheidende Themen rund um das Innovationsmanagement in systematischer Reihenfolge angesprochen werden. Dieses beeinflusst somit unternehmensübergreifend zahlreiche Prozesse.

Innovationen spielen für die Existenzsicherung von Unternehmen eine immer bedeutendere Rolle. Die Einführung und kontinuierliche Weiterentwicklung des Innovationsmanagements ist oftmals das beste Mittel, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Anpassung des Unternehmens und seiner Produkte an die Erfordernisse des Marktes kann mittel- oder langfristig wiederum eine Unternehmenstransformation zur Folge haben.

Bekannte Unternehmen, die sich in den letzten Jahrzehnten stark transformiert haben,  sind Nokia, IBM oder General Electric. Ihre Beispiele zeigen:  Beim Management von Innovationen  sollten  nicht nur die Forschung und Entwicklung involviert sein, sondern alle Unternehmensbereiche. Das Innovationsmanagement schafft dabei die notwendigen Rahmenbedingungen, um aus kreativen Ideen, Wissen und neuartigen Technologien Innovationen entstehen zu lassen.

Systematischer Ansatz

Anhand eines sechsphasigen Transformationszyklus (vgl. Abb.1) können erfolgsentscheidende Themen rund um das Innovationsmanagement  in systematischer  Reihenfolge  angesprochen  werden. Themen, die sich stärker auf nachgelagerte Bereiche des Innovationsmanagements auswirken,  sollten  demzufolge zuerst behandelt  werden. Die einzelnen Elemente des zu Grunde liegenden Transformationszyklus bauen  aufeinander auf und bedingen einander. Eine nachträgliche Änderung grundlegender Entscheidungen  könnte zahlreiche nachgelagerte Entscheidungen in Frage stellen. Somit führt die Organisation des Innovationsmanagements entsprechend dem Transformationszyklus auf lange Sicht schneller ans Ziel.

Strategie und Positionierung

Die Innovationsstrategie hat sich an der Unternehmensstrategie zu orientieren.  Wichtig ist  beispielsweise,  dass das Unternehmen den Geschäftszweck, die Wettbewerbsstrategie, die strategische Positionierung und  das eigene  Geschäftsmodell definiert und dabei berücksichtigt, welche Vision und Mission verfolgt werden soll.  Dies bedeutet, dass möglichst alle  Geschäftsbereiche  eines Unternehmens einzubeziehen sind. Somit ist das Unternehmen gezwungen, sich den Anforderungen entsprechend zu verändern bzw. zu transformieren.   Die Strategie sowie die Positionierung legen  demzufolge  die grundlegenden Rahmenbedingungen für das  Innovationsmanagement  fest.  Darauf aufbauend müssen  eindeutige  Ziele für das Innovationsmanagement formuliert werden.

Prozesse und Rollen

Die Einführung oder Weiterentwicklung  des  Innovationsmanagements  kann  sich auf das gesamte Unternehmen auswirken.  Daher können  auch alle Mitarbeiter des Unternehmens, direkt oder indirekt, betroffen sein.   Das Innovationsmanagement muss die Prozesse und  Rollen im  Unternehmen ebenfalls berücksichtigen. Die Prozesse tragen dazu bei, dass die Aufgaben systematisch und effizient durchgeführt werden.  Durch klar definierte und optimierte Prozesse können Wettbewerbsvorteile  herausgearbeitet werden,  welche  die  Qualität der Produkte und Dienstleistungen verbessern oder Kostenreduzierungen ermöglichen.   Innerhalb der festgelegten Prozesse bedarf es einer eindeutigen Zuweisung und Festlegung von Rollen und Verantwortlichkeiten. Sowohl für die Unternehmensleitung als auch für alle weiteren Unternehmensfunktionen, wie beispielsweise das Marketing, die Produktion, den  Einkauf, das Rechnungswesen oder das HR-Management müssen Verantwortlichkeiten festgelegt werden.  Sobald  die  Prozesse  und Rollen  definiert wurden, können Entscheidungen über die entsprechenden Stellen getroffen werden. Damit sind die Voraussetzungen zur Bestimmung der Unternehmensstruktur gegeben.

Organisationsstrukturen

Das Innovationsmanagement legt  zudem  die  Organisationsstrukturen als Rahmenbedingungen fest, die für die Erfüllung der Innovationsziele und somit auch der Unternehmensziele notwendig sind. Diese Strukturen definieren das Zusammenwirken zwischen Mitarbeitern, Technologien und Unternehmensbereichen. Demnach entstehen Innovationen nicht rein zufällig.  Vielmehr  sind  sie  das Ergebnis eines strukturierten und systematischen  Managements von Innovationen und Prozessen.  Den Mitarbeitern wird durch eine definierte Aufbauorganisation, die sich an den vorher festgelegten Prozessen (siehe Phase  „Prozesse und Rollen“) orientiert, deutlich, in welchen Gesamtkontext sie ihre Tätigkeit einordnen können, in welcher vorgegebenen Hierarchie sie arbeiten und für welche Ergebnisse die Bereiche und Abteilungen beziehungsweise die jeweiligen Mitarbeiter verantwortlich sind. Innerhalb der Aufbauorganisation kann eine effizientere Durchführung der Prozesse durch Spezialisierung oder Arbeitsteilung erreicht werden. Hier wird deutlich, dass die Phase  „Organisationsstrukturen“ des oben skizzierten Transformationszyklus  auf der Phase  „Prozesse und Rollen“ aufbaut.  Sobald über die Aufbauorganisation festgelegt wurde, welche Stellen im Unternehmen wie zusammenhängen, können die erforderlichen Fähigkeiten der Mitarbeiter klar definiert werden.

Personal und Fähigkeiten

Innovationen entstehen heutzutage kaum noch durch Einzelleistungen, sondern zunehmend in Teamarbeit.  Durch die voranschreitende Digitalisierung und die fortschreitende Globalisierung  wird es immer wichtiger, Mitarbeiter mit unterschiedlichen  Kompetenzen  und Fähigkeiten zusammenzubringen. Dies setzt voraus, dass die erforderlichen Fähigkeiten und Ressourcen bekannt sind.   Sind die Organisationsstrukturen und die damit verbundenen Abteilungen und Stellen festgelegt, muss die Auswahl beziehungsweise Einstellung von Mitarbeitern, die über  die benötigten  Fähigkeiten  und  Kompetenzen verfügen, erfolgen. Dies führt zu der  oftmals  sensibelsten Phase einer Transformation.  Damit sich die Vorteile der Ablauf- und Aufbauorganisation des Unternehmens entfalten können, empfiehlt es sich, für die festgelegten Organisationsstrukturen klar durchdachte und ausgearbeitete Stellenbeschreibungen für alle Mitarbeiter zu erstellen.  Hier  wird deutlich, dass es erst Sinn macht, über benötigtes Personal und notwendige Fähigkeiten nachzudenken, wenn  zuvor  die Prozesse definiert und die Organisationsstruktur festgelegt wurden.    Die Fähigkeiten und das Know-how der Mitarbeiter müssen sich durch eine professionelle und zielgerichtete Personalentwicklung ständig weiterentwickeln und sich  fortwährend  an veränderte Marktbedingungen anpassen. Durch lernbereite, gut ausgebildete, motivierte, spezialisierte und in ausreichender Anzahl vorhandene Mitarbeiter können effiziente Prozesse, flexible Organisationsstrukturen, Kostenreduzierungen und  damit auch  Arbeitsplatzsicherheit entstehen.

Systeme und Tools

Vom Innovationsmanagement sind auch Systeme und Tools, die im Unternehmen eingesetzt werden, betroffen. Hier stellt sich die Frage, mit welchen Methoden und  Werkzeugen  die Entstehung von Innovationen systematisch unterstützt werden kann.  Diese sollen  das Erreichen  der strategischen Geschäftsziele, die effiziente Prozessumsetzung, das Arbeiten in der Organisationsstruktur, die Personalplanung sowie die Steuerung des Unternehmens fördern. Hierbei wird deutlich, dass sich Systeme und Tools an den Anforderungen des Unternehmens ausrichten sollen und nicht, wie oft praktiziert, eingeführte Anwendungen eine Neudefinition von Prozessen oder Strukturen nach sich ziehen. Die richtige Auswahl und der richtige Einsatz solcher Systeme und Tools kann eine Steigerung der Qualität und Effizienz bewirken, wodurch  wiederum  Wettbewerbsvorteile oder Alleinstellungsmerkmale entstehen können.

Corporate Governance

Nicht zuletzt muss sich ein Unternehmen auch der gesellschaftlichen Verantwortung stellen, wenn es Innovationen in den Markt einführt. Nicht alles, was technologisch möglich ist, wird von der Bevölkerung oder der Politik akzeptiert. Dies zeigen die Diskussionen zur Atomenergie, zu Verbrennungsmotoren oder zur Gentechnologie. Soziale und ökologische Nachhaltigkeit bestimmt heutzutage auch vermehrt die Kaufentscheidungen von Kunden. Im Unternehmen sollte daher neben der Corporate  Governance auch ein Corporate Social Responsibility Konzept (CSR-Konzept) etabliert werden. Unternehmen mit einen klaren CSR-Konzept und einer konkret gesteuerten Corporate  Governance können große Risiken wesentlich früher erkennen und sich auf Marktveränderungen schneller und flexibler einstellen.

Fazit

Ein  systematisches Innovationsmanagement betrifft  nicht nur alle  Unternehmensbereiche, es  hat auch Einfluss auf  eine Vielzahl von  unternehmensübergreifenden  Prozessen  und Abläufen, die aufgrund der Innovationstätigkeit überarbeitet und angepasst werden müssen.  Genau das zeichnet eine Unternehmenstransformation aus.  Entscheidend für den Unternehmenserfolg ist die regelmäßige Kontrolle der Inhalte aller Phasen.  Ändern sich die Marktgegebenheiten oder wichtige Rahmenparameter, müssen unter Umständen einzelne oder mehrere Phasen überarbeitet werden. Hierbei ist zu beachten, dass Anpassungen einer Phase Auswirkungen auf die folgenden Phasen haben und diese nacheinander ebenfalls angepasst werden müssen.

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August-Wilhelm Scheer Institut

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