[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Mehr als Elektro?“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1646060050934{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Die Automobilindustrie im Rennen um nachhaltige Mobilität“ font_container=“tag:h2|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1646060063270{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Jens Katzek, Automotive Cluster Ostdeutschland GmbH
(Bildquelle: Adobe Stock | 158344073 | Elnur)[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz & Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1631091070753{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]GreenTech im Automobilbereich geht über die Entwicklung von Elektroautos hinaus. Denn die Anforderungen der Automobilhersteller an sich selbst und damit auch an ihre Zulieferer im Bereich der Produktion haben großen Einfluss auf die CO2-Reduktion der gesamten Branche. Die Umstellung auf eine ressourcenschonende Produktion sowie der Einsatz erneuerbarer Energien im Fertigungsprozess sind dabei lediglich Beispiele für nachhaltige Initiativen der Autobauer.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Fast immer, wenn es um das Thema Green Deal beziehungsweise GreenTech geht: Sobald wir über den Automobilbereich sprechen, assoziieren die meisten sofort Elektroautos – sei es batteriebetrieben oder mit Wasserstoffantrieb – mit diesen Begriffen. Ja, dort hat sich viel getan – vor allen Dingen, wenn man sich den Aufbau von Batteriekapazitäten anschaut. Aber dabei wird übersehen, dass die Anforderungen der Automobilhersteller an sich selbst und an ihre Zulieferer im Bereich der Produktion ebenfalls einen enormen Einfluss auf die CO2-Reduktion dieses Industriebereichs besitzen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Hildegard Müller, Präsidentin des VDA, hat es einmal zusammenrechnen lassen: Die deutsche Automobilindustrie war auch vor dem Boom der Elektromobilität nicht untätig: Von 1990 bis 2020 ist die Summe von Personen- und Tonnenkilometern um 71 Prozent gestiegen. Die CO2-Emissionen im Straßenverkehr sind im selben Zeitraum um 8 Prozent gesunken. Der Trend bei neu zugelassenen Personenkraftwagen (Pkw) ging klar in Richtung sparsamer Verbrauch. So ist bei Pkw mit Verbrennungsmotor der Verbrauch in 10 Jahren um rund 20 Prozent gesunken. Ein Pkw mit Ottomotor benötigte 2018 im Durchschnitt 5,6 l auf 100 Kilometer. 2008 lag der Wert bei 7,0. Bei einem Pkw mit Dieselmotor sank der Verbrauch von 6,4 auf 5,1 Liter [1]. Gleichzeitig nahmen und nehmen die Investitionen zur Elektromobilität zu. Die deutschen Hersteller und Zulieferer investieren bis 2025 150 Mrd. EUR in E-Mobilität, Hybridisierung, neue Antriebe und Digitalisierung – und die Batterieherstellung ist hier noch nicht mit eingerechnet.
VW Sachsen in Zwickau hat nicht nur als erstes ein komplettes Werk im laufenden Betrieb von der Herstellung von Verbrennermotoren-Pkws zu solchen mit Elektroantrieb umgerüstet, sondern sich auch früh Gedanken darüber gemacht, wie eine CO2-Reduzierung im Beschaffungs- und Produktionsprozess ermöglicht werden kann. Anknüpfungspunkte sah man bei der Reduktion des CO2-Fußabdrucks der Batterie, der Aluminium- und der Stahlherstellung. Wesentliche Hebel dafür seien die Nutzung von Grünstrom, Verfahrensoptimierungen und der Einsatz von recyceltem Material. Auch bei BMW erwartet man, dass über 50 Prozent der CO2-Ziele, die man sich bis 2030 für das Lieferantennetzwerk gesetzt hat, durch den Einsatz von Grünstrom erreicht werden können.
Bereits im Mai 2019 hat der VW-Konzern annonciert, dass er einen Nachhaltigkeitstest für seine Zulieferer einführen wird. Das Sustainability-Rating sollte dabei ein verbindliches Kriterium im Vergabeprozess sein. In einem Interview im Dezember 2019 unterstrich der damalige Einkaufsvorstand Stefan Sommer die Dringlichkeit der klimaneutralen Produktion. „Wenn ein Zulieferer sein Geschäftsmodell nicht umstellt, dann ist das Auftragsvolumen für Volkswagen eines Tages weg.“ [2]
Daimler zog nur wenige Monate später nach und hat seine Zulieferer ebenfalls zu einer klimaneutralen Produktion bewogen. Daimler-Chef Ola Källenius erklärte auf der IAA im September 2019: „Das wird zu einem Vergabekriterium.“ [3]
Porsche als VW-Konzerntochter hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, ab 2030 über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg bilanziell CO2-neutral zu sein. Momentan ist die Lieferkette des Sportwagenherstellers für rund 20 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dieser Anteil steigt mit der zunehmenden Elektrifizierung auf ca. 40 Prozent bis 2030. Und hier setzt Porsche an. Ab Juli 2021 fordert das Unternehmen von seinen rund 1.300 Serienlieferanten den Einsatz von erneuerbaren Energien bei der Fertigung von Porsche-Bauteilen. Wer nicht bereit ist, auf zertifizierten Grünstrom umzustellen, wird im Vergabeprozess nicht mehr berücksichtigt.
Genauso bei BMW. Auch dort ist man fest davon überzeugt, dass das Thema Nachhaltigkeit ohne Zulieferer nicht wirklich gelebt werden kann. Bis 2030 will BMW mehr als 7 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge auf die Straßen bringen, davon zwei Drittel vollelektrisch. Für diese Größenordnung soll der Einkauf sicherstellen, dass die CO2-Emissionen im Lieferantennetzwerk bis 2030 um 20 Prozent reduziert werden.
Da bei einem vollelektrischen Fahrzeug bis zu 40 Prozent der CO2-Emissionen alleine auf die Herstellung der Batteriezellen entfallen, will BMW laut Vorstandschef Oliver Zipse bei der Produktion der neuen Generation seiner Zellen nur noch auf grünen Strom setzen. Welche Wirkungen solche Anforderung haben, hat man gleich ausgerechnet. So reduziert der Einsatz von Grünstrom bei der Herstellung der Batteriezellen in Kombination mit dem verstärkten Einsatz von Sekundärmaterial die CO2-Emissionen in der Lieferkette des BMW iX um 17 Prozent.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Wasserstoff und Solarstrom für grünen Stahl“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1646060582557{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Stahl ist in der Automobilproduktion unverzichtbar. „Innovative Technologien, die eine nahezu CO2-freie Herstellung von Stahl ermöglichen, haben deshalb einen maßgeblichen Einfluss auf die Reduzierung der CO2-Emissionen in der Lieferkette“, so Andreas Wendt, BMW-Vorstand für den Einkauf und das Lieferantennetzwerk [4]. Ziel sei es deshalb, die CO2-Emissionen in der Stahllieferkette bis zum Jahr 2030 um rund 2 Millionen Tonnen zu senken. Einen wesentlichen Beitrag hierzu soll ab 2025 der Bezug von Stahl leisten, der mit Wasserstoff und Grünstrom hergestellt wird. Dessen Herstellung verursacht bis zu 95 Prozent weniger CO2-Emissionen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit dem Start-Up H2 Green Steel getroffen, das für die Stahlproduktion Wasserstoff und Grünstrom aus erneuerbaren Energien verwendet. Zusätzlich wurde ein geschlossener Materialkreislauf vereinbart. H2 Green Steel nimmt Blechreste, wie sie in den Presswerken zum Beispiel beim Ausstanzen der Türen entstehen, wieder zurück und bereitet sie so auf, dass sie als neue Stahlrollen wieder an die Werke geliefert werden können. Die Presswerke der BMW Group in Europa verarbeiten mehr als 0,5 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr.
Seinen Standort für die Stahlproduktion baut H2 Green Steel in Nordschweden auf, nahe dem Polarkreis. Die Region bietet Zugang zu Eisenerz, Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wasser- und Windkraft sowie einem großen Seehafen. Anders als bei herkömmlichen Verfahren, die Koks zur Stahlproduktion nutzen, setzt das Unternehmen zur Direktreduktion des Eisenerzes Wasserstoff ein, um den Sauerstoff aus dem Eisenoxid zu lösen. Das eigens errichtete Wasserstoffkraftwerk, das Wasser und Grünstrom aus der Region nutzt, wird direkt in die Stahlproduktionsanlage integriert.
Auch das schwedische Unternehmen Northvolt, das Batteriezellen für Elektroautos produziert, nutzt das Potenzial der Region. Im Jahr 2020 hat die BMW Group mit Northvolt einen Langzeitliefervertrag für Batteriezellen ab 2024 abgeschlossen. Für die Produktion der Batteriezellen bezieht das Unternehmen ausschließlich Grünstrom aus lokaler Wind- und Wasserkraft.
Alternativ dazu investiert BMW über seinen Venture-Capital-Fonds BMW i Ventures in ein Verfahren zur CO2-freien Stahlherstellung, welches das US-Start-up Unternehmen Boston Metal entwickelt hat. Statt wie bisher bei der Herstellung von Stahl Kohle zu nutzen, will Boston Metal Strom verwenden, um Roheisen mit Hilfe der Schmelzoxidelektrolyse herzustellen. Sofern der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, wäre diese Form der Stahlproduktion CO2-frei.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“„Grünes Aluminium““ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1646060839457{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Aber nicht nur im hohen Norden sucht man nach neuen Lösungen. Mit dem Anstieg der E-Mobilität bekommt auch Aluminium eine zunehmende Bedeutung, da es als Leichtbaumaterial das hohe Gewicht der Batterien in den Fahrzeugen zum Teil kompensieren kann. Die Erzeugung des Stroms für die Herstellung von Primäraluminium ist für circa 60 Prozent der Treibhausgasemissionen der weltweiten Aluminiumindustrie verantwortlich. Der Einsatz von Grünstrom besitzt also ein erhebliches Reduktionspotenzial in Bezug auf die CO2-Emissionen.
Daher plant BMW, mit Solarstrom hergestelltes Aluminium zu beziehen und damit in den nächsten 10 Jahren ca. 2,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen zu sparen. Das entspricht rund 3 Prozent der selbst gesetzten CO2-Ziele für das Lieferantennetzwerk. Geliefert wird das so hergestellte Aluminium von Emirates Global Aluminium (EGA), das als erstes Unternehmen der Welt Solarstrom aus einem Solarpark in der Wüste außerhalb von Dubai für die kommerzielle Produktion einsetzt. Das mit Solarenergie hergestellte Aluminium wird dann in der Leichtmetallgießerei von BMW in Landshut weiterverarbeitet. Mit 43.000 Tonnen deckt der Bezug des Solaraluminiums nahezu die Hälfte des jährlichen Bedarfs des Werks ab. Im Jahr 2020 fertigten die über 1.600 Mitarbeiter dort 2,9 Millionen Gusskomponenten. Zum Produktionsumfang zählen Zylinderköpfe, Komponenten für elektrische Antriebe oder großflächige Strukturbauteile der Karosserie.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“GreenTech bedeutet mehr als nur CO2-freie Produktion“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1646061043776{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Aber es ist nicht nur der CO2-Fußabdruck, der die Fahrzeugindustrie umtreibt. GreenTech bedeutet auch, stärker auf die verwendeten Rohstoffe zu achten. So reduziert BMW in der aktuellen Generation von Batteriezellen den Anteil von Kobalt im Kathodenmaterial auf unter 10 Prozent und hat den Anteil von Sekundärnickel auf bis zu 50 Prozent angehoben. Seltene Erden werden im E-Antrieb gar nicht mehr verwendet. Zum GreenTech-Ansatz gehört auch der Ersatz von bestehenden Materialen. Vor diesem Hintergrund hat sich BMW i Ventures z.B. an dem Start-up Natural Fiber Welding beteiligt, dass die Materialindustrie in Sachen Nachhaltigkeit revolutionieren soll. Das Unternehmen hat sich einen Namen als Entwickler von natürlichen und plastikfreien Alternativen zu Materialien wie Leder, Schäumen und Stoffen gemacht.
In einer Studie hat das Beratungsunternehmen Bain verschiedene Instrumente für die Dekarbonisierung ausgewertet und nach ihrer Wirtschaftlichkeit analysiert. Eine der Kernthesen der Studie lautet: Wenn Dekarbonisierungsstandards homogen von allen Wettbewerbern als Vergabekriterium eingefordert werden, dann können sich Zulieferer über die kosteneffizienteste Dekarbonisierungsstrategie differenzieren [5]. Mit anderen Worten: Wenn alle Lieferanten entsprechende Standards erreichen, gewinnt der beste Preis. Und Zulieferer, die auf eine rasche Dekarbonisierung setzen, können langsameren Wettbewerbern Marktanteile abnehmen.
Eine Vielzahl von Unternehmen hat sich diesen Herausforderungen gestellt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die ae-Group, die 1.300 Mitarbeiter in vier Werken beschäftigt, davon drei in Deutschland, hat mit dem Energielieferanten N-Group ein Kompensationsprojekt umgesetzt, welches Wasserenergie aus einem in Indien liegenden Wasserkraftwerk für die Leichtmetallgusskomponenten aus Aluminium liefert. Diesen Weg ist man auch deshalb gegangen, weil Biogas zu wettbewerbsfähigen Preisen derzeit in Deutschland nicht verfügbar sei.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Die Kosten der Transformation sind immens“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1646061206878{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey aus dem September 2021 zufolge ist der Weg zur Klimaneutralität bis 2045 mit Zusatzinvestitionen in Höhe von 6 Billionen EUR verbunden – für den Ersatz bereits bestehender Infrastruktur, Anlagen und Gebäude, beziehungsweise den Ersatz bestehender Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch solche mit Elektroantrieb [6]. Neben den enormen Kosten wird aber auch auf die Chancen verwiesen. Eine erfolgreiche Dekarbonisierung könne, so die Studie, substanzielle Teile der Beschäftigung und des Bruttoinlandsprodukts sichern, und damit werde „ein Sprung in ein neues technologisches Zeitalter gelingen.“ [7] Die Studie enthält aber auch eine Warnung: Gelinge es nicht, die technologischen und politischen Rahmenbedingungen für die Transformation umzusetzen, wird dies für Privathaushalte und Industrie mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden sein.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Flerngroesse-eins%2F|title:Lerngr%C3%B6sse%20Eins“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]