KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Die KI als Chauffeur

KI und autonomes Fahren

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Die KI als Chauffeur“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1630502743358{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Zukünfte des autonomen Fahrens“ font_container=“tag:h2|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1630502754876{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Mathias Wilde, Hochschule Coburg[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz & Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1630675196384{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]Die neuen Technikwelten des autonomen Fahrens sind die alten: Seit den 1930er-Jahren verspricht man sich von selbstfahrenden Automobilen mehr Sicherheit, Zeit für Freizeit oder Arbeit sowie die Lösung von Verkehrsproblemen. Nun ist die Technik greifbar nahe und die Städte sind gefragt, das autonome Fahren so in den öffentlichen Raum zu bringen, dass es einen Nutzen nicht allein für die Fahrzeuginsassen, sondern für alle Menschen generiert.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Die ersten Visionen fahrerloser Fahrzeuge reichen zurück zu den Anfängen des Automobils. Doch erst in der jüngsten Vergangenheit ist die Technik so weit, dass autonomes Fahren greifbar wird. Dabei blieben die Technikwelten unverändert: Sicherheit, Zeit für Freizeit oder Arbeit sowie die Lösung von Verkehrsproblemen sind nach wie vor die gängigen Narrative einer Zukunft fahrerloser Automobile. Ob sich diese Visionen verwirklichen oder aber sich noch mehr Fahrzeuge auf unsere Straßen drängen, hängt maßgeblich davon ab, welchen Rahmen die Städte dem Verkehr der Zukunft setzen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]In den medialen und öffentlichen Diskursen ist das autonome Fahren seit den frühen 1930er-Jahren präsent. Es wird seither mit Zukunftsbildern einer unbeschwerten Mobilität verbunden. Doch erst in der jüngsten Vergangenheit macht der technische Fortschritt automatischen Straßenverkehr greifbar. In Deutschland beispielsweise im Projekt Shuttle-Modellregion Oberfranken, in dem die Städte Hof, Rehau, Kronach sechs fahrerlose Shuttles für das automatisierte Fahren im öffentlichen Personenverkehr erproben.

Sollte ein Bruchteil der vorherrschenden Zukunftsvisionen eintreten, sind tatsächlich positive Effekte zu erwarten – mehr Platz, weniger Unfälle, sauberere Luft und dennoch Fortbewegung auf einem hohen Niveau.

Genauso könnte das Bild aus einer anderen Feder stammen: Schwärme von Roboter-Taxen durchstreifen die Stadt – Lieferdienste, Paketzustellung, Express- und Sonderlieferungen, Entsorgungs- und Versorgungsfahrzeuge drängeln sich durch die Straßen. Eine höhere Verkehrseffizienz führt zu einer Verdichtung, induzierter Verkehr macht den Infarkt komplett. Ohne eine Regulierung darf daher nicht erwartet werden, dass der automatisierte Verkehr unsere Städte entlastet.

Der Beitrag greift dieses Spannungsverhältnis zwischen Utopie und Dystopie auf und zeichnet zunächst deren Narrative nach. Davon ausgehend geht der Text auf die Rolle der Kommunen ein, die maßgeblich mitbestimmen, an welchen Rahmenbedingungen sich das autonome Fahren in den Städten ausrichten wird.

[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Narrative des autonomen Fahrens“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Die ersten Vorstellungen und damit auch Zukunftsvisionen von Fahrzeugen ohne Fahrer reichen zurück zu den Anfängen des Automobils. Die Feinheiten sind zwar geprägt durch den jeweiligen Stand der Technik, die zugrundeliegenden Erzählungen bleiben allerdings erstaunlich persistent. Insbesondere drei haben sich über die Jahrzehnte durchgesetzt, sie dominieren noch heute das Bild vom autonomen Fahren.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Nur ein Auto ohne Fahrer ist ein sicheres Auto“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Die Erhöhung der Verkehrssicherheit ist eines der ausgeprägtesten Narrative des autonomen Fahrens. Alkohol, Müdigkeit, Unaufmerksamkeit –etwa die 90 % aller Unfälle im Straßenverkehr sind auf ein Fehlverhalten des Menschen zurückzuführen. Die technischen Systeme schalten Fehlverhalten aus und würden so eine nahezu absolute Verkehrssicherheit herstellen – ganz in diesem Sinne schreiben etwa Roos und Siegmann (2018): „Autonome Fahrzeuge können menschliche Fehler als Unfallursache eliminieren, da sie Verkehrssituationen besser überblicken, nicht aggressiv fahren und durch Datenaustausch Gefahrensituationen antizipieren.“

Bereits im Jahr 1935 stilisierte der Fahrzeughersteller Chevrolet seine Fahrzeuge in einem Kurzfilm als einen der sichersten Orte – nur übertroffen von Automobilen, die mit einem automatischen Fahrmechanismus ausgestattet wurden: „If the manufacturer could equip every car with an automatic driving mechanism the car would always do just what it should do, when it got on the road.“ (Chevrolet, 1935). Später in den 1950er-Jahren, im Zuge der Massenmotorisierung, entstanden Visionen unfallsicherer Autobahnen, die von autonomen, über Verkehrskontrolltürme überwachten Automobilen befahren werden.

Das Narrativ der Verkehrssicherheit mittels autonomen Fahrens ist eng verwoben mit einer im Technozentrismus verorteten Vorstellung an der Unfehlbarkeit von Technik.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Selbstfahrende Autos setzten Zeit für Freizeit und Arbeit frei“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Ein zweites starkes Bild: Autonome Fahrzeuge befreien vom Fahren und setzen Zeit frei, die nun produktiv verwendet werden kann. Auch dieses Narrativ kann bis in die 1950er-Jahre zurückverfolgt werden. Hier sind Visionen des rollenden Wohnzimmers aufgekommen. Die Botschaft: Väter erhalten Zeit, die sie mit der Familie verbringen können – eine Botschaft, die dem damaligen Zeitgeist der „family-togetherness“ entsprach. Dementsprechend ist die Fahrgastzelle ausgestattet: Tisch, zugewandte Sessel, Erfrischungen und Entertainment.

Dieses Bild hat sich bis heute gehalten, die Merkmale sind nahezu unverändert. Allein die Tätigkeiten der Insassen sind heute überwiegend durch Erwerbsarbeit geprägt – was wohl die produktive Verwendung der freigesetzten Zeit in unserer Wirtschaftsordnung bekräftigen soll. Insofern hat sich zwar das autonome Fahrzeug vom rollenden Wohnzimmer zu einem rollenden Büro gewandelt, die Erzählung anderweitig nutzbarer Zeit blieb.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Autonome Fahrzeuge lösen Verkehrsprobleme“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Das autonome Fahren kann nicht ohne das Umfeld gedacht werden, in dem sich die Fahrzeuge fortbewegen. So konstruieren die Visionen schon immer auch eine Stadt der nahen und fernen Zukunft. Die dargestellten Systeme und Verkehrssituationen ähneln sich über die Jahrzehnte gleich in mehreren Aspekten: Auffällig ist eine unterkomplexe Darstellung des Verkehrsgeschehens mit wenigen wirklich herausfordernden Situationen. Vor allem aber sind die Straßen nahezu leer, kaum eine Spur von den überfüllten Städten unserer Zeit findet sich – keine überfüllten Straßen, kein Stau, keine Parkplatznot.

Zeitgenössische Darstellungen bilden eine vernetzte, digitale und hochorganisierte Stadt ab, eine Stadt, in der sich das Narrativ nachhaltiger Mobilität nahtlos einfügt: Autonome Automobile teilen sich den Raum mit Sharing-Fahrzeugen aller Art, mit Elektrorollern, Fahrrädern und Lastenrädern. Die Abbildungen veranschaulichen einen reibungslosen Verkehrsablauf genau wie eine harmonische Ko-Existenz der verschiedenen Fortbewegungsarten.

[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Veralltäglichung von Technik“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Die Begleiterscheinungen der Massenmotorisierung – vor allem Unfälle und durch Stau verursachte Zeitverluste – lösten die Sehnsucht nach einer besseren „Verkehrszukunft“ aus. Diese Sehnsucht prägten die Visionen des autonomen Fahrens und tun dies noch heute. Nachhaltige Mobilität ist als Narrativ in der jüngeren Zeit hinzugekommen und ein Zeichen, wie aktuelle Diskurse sich in Zukunftsvorstellungen einflechten.

Nach wie vor nimmt dabei die Automobilindustrie eine überragende Rolle ein. Ihre Konzeptfahrzeuge arrangieren sie als Schaufenster zu einer Zukunft autonomen und vernetzten Fahrens. Diese Visionen sind verankert im Ideal der individuell-motorisierten Fortbewegung, das Freiheit, Selbstentfaltung und Wohlstand verspricht. Indem sie das autonome Fahrzeug als Alltagstechnik der Zukunft skizziert, schafft die Automobilindustrie einen erweiterten Mythos motorisierter Fortbewegung. Anders als bislang scheint dabei die soziale Verankerung der Technik nicht nachgelagert, sondern eilt ihrer Entwicklung sozusagen voraus. Damit ist der Automobilindustrie erstmals eine (wenn auch imaginierte) Technisierung des Alltags gelungen, noch bevor die Technik ihre massenkompatible Marktreife erlangt hat.

[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Menschzentrierte Technik autonomen Fahrens“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Anders als manche Visionen suggerieren, ist das „Sich-chauffieren-lassen“ schon immer Bestandteil unserer Alltagsmobilität – früher in Kutschen, heute öffentlich in Bussen und Bahnen oder stärker individuell in Taxen. Das Narrativ der Befreiung von Fahraufgaben mittels autonomer Fahrzeuge, und damit ein Zugewinn verfügbarer Zeit, funktioniert allein aus einer Perspektive: das Automobil im Privatbesitz als individuelles Fortbewegungsmittel.

Das „Sich-chauffieren-lassen“ ist das Narrativ des öffentlichen Personenverkehrs. An dieser Stelle kreuzen sich die Themen des autonomen Fahrens mit dem öffentlichen Verkehr. Dabei wären autonome Fahrzeuge, die im Dienst des öffentlichen Verkehrs stehen, nicht deswegen allein eine menschzentrierte Technik, weil sie individuelle Vorteile für Einzelne verspricht, sondern vor allem, weil sie ein echtes Potenzial beinhaltet, unsere Städte vom Verkehr zu entlasten und in der Folge einen Nutzen für die Gesellschaft zu generieren.

[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Kommunen als Gestalterinnen“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Damit fällt den Kommunen einmal mehr ein Gestaltungsauftrag zu. Dieser besteht vorwiegend darin, die Technik in die Stadt so zu integrieren, dass sie einen stadtverträglichen Verkehr befördert. Damit ihnen das gelingt, müssten zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Sie benötigen einerseits die Kompetenz, also das Planungswissen, sowie eine in Gesetzen verankerte Ermächtigung andererseits. Beides ist noch nicht besonders vorangeschritten.

Dabei sammeln erste Städte in Modellprojekten, wie dem in Oberfranken, die notwendigen Erfahrungen mit fahrerlosen Shuttles im Personenverkehr. Diese Städte lernen, mit den Herausforderungen der Technik umzugehen und wie sich die Fahrzeuge in das Verkehrssystem integrieren lassen. In der Shuttle-Modellregion Oberfranken sind bereits erste fahrerlose Shuttles auf den Straßen unterwegs und können von den Menschen genutzt werden. Hier werden neben einer technischen Weiterentwicklung, inkl. der Errichtung einer Leitstelle, auch der Nutzen und die Akzeptanz der Fahrzeuge untersucht, mit dem Ziel, eine möglichst gute Erweiterung des öffentlichen Verkehrs in den Kommunen zu erreichen.

Für die Mehrzahl der Kommunen in Deutschland ist das autonome Fahren hingegen noch ein hypothetisches Phänomen. Für die Visionen des autonomen Fahrens ist es entscheidend, dass sich die Modellkommunen mit ihren Erfahrungen in die Diskussion einbringen und das Feld nicht allein der Automobilindustrie überlassen. Wie die Technik des autonomen Fahrens sich künftig in den Städten integriert, wird wesentlich davon abhängen, wo sich die Kommunen in den Zukunftsvisionen verorten – und welche Perspektive sie einnehmen.

 

(Bildquelle: © Bosch)[/vc_column_text][vc_single_image image=“31221″ img_size=“large“ add_caption=“yes“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Flerngroesse-eins%2F|title:Lerngr%C3%B6sse%20Eins“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]

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