KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Digitale Souveränität: (k)eine Frage des Alters?

Mann surft auf Handy

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Digitale Souveränität: (k)eine Frage des Alters?“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1638519772042{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Raus aus der Gutenberg-Galaxis“ font_container=“tag:h2|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1638519788395{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Axel Benning, Marcell Saß, Fachhochschule Bielefeld, Philipps-Universität Marburg[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz & Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1631091070753{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]Posthumanistische digitale Zeiten stellen hohe Anforderungen an menschliche Souveränität im Umgang mit Technik und neuen Technologien. Integrierte Forschung hilft zu verstehen, ob unsere Konzepte von Souveränität noch stimmig sind und ob es dabei Unterschiede zwischen Digital Natives und Silver Surfern gibt.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Ist es wirklich ein Kampf zwischen Digital Natives und Silver Surfern? Oder können die einen gar von den anderen lernen? Stellen sich Silver Surfer mehr Fragen zur Souveränität? Und wie sieht es mit der Nutzung von digitalen Plattformen in den verschiedenen Altersgruppen aus? Das Projekt SoDiLe der Universität Marburg und der Fachhochschule Bielefeld soll Klarheit schaffen. Mithilfe von integrierter Forschung werden unsere digitale Souveränität auf die Probe gestellt und etwaige Differenzen zwischen Altersgruppen ermittelt.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Abschied von der Gutenberg-Galaxis“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1638520093626{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Gut eineinhalb Jahre nach den ersten Berichten über ein „neuartiges Coronavirus“ sind wir immer noch in einer Pandemie und alle irgendwie – so konnte man in der Süddeutschen Zeitung vor einiger Zeit lesen – „mütend“, das heißt müde und wütend. Die Corona-Pandemie fordert Gesellschaft und Politik, Schulen und Hochschulen, Forschung und Unternehmen zutiefst heraus. Neben ökonomischen, kulturellen und sozialen Folgen für die Einzelnen und die Gesellschaft verdichten sich die Herausforderungen im Bereich einer großen gesellschaftlichen Herausforderung in besonderer Weise. „Digitale Erleuchtung“ titelte die Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ bereits 2013 und zeigte zwei Bilder aus Rom. Sie stammten aus den Jahren 2005 und 2013: „Beim Tod von Johannes Paul II. schauten die Menschen gebannt Richtung Petersdom. Bei der Wahl von Papst Franziskus wiederholte sich die Szene – und war doch ganz anders“. [1] Auf dem zweiten Bild nämlich halten die Menschen zahlreiche Mobiltelefone hoch! Gleichsam symbolisch erkennbar ist schon 2013 die endgültige Abreise aus der Gutenberg-Galaxis und unsere pandemiebedingt beschleunigte private und berufliche Ankunft in einem neuen digitalen Zeitalter. Der Prozess der Digitalisierung ist unaufhaltsam, eine neue Kultur der Digitalität (F. Stalder) [2] hat Einzug gehalten, die Medienevolution der letzten Jahre erscheint uns als bisweilen dramatische Medienrevolution. Die Folgen dieser Transformationen werden vielfältig erforscht, immerhin mit der mittlerweile anerkannten Einsicht, dass monodisziplinäre Zugänge kaum weiterführen, sondern inter- beziehungsweise transdisziplinäre Zugänge notwendig sind. Das vom BMBF im Rahmen eines Clusters „Integrierte Forschung“ geförderte Projekt „Souveränität in digitalisierten Lebenswelten“ (SoDiLe) der Fachhochschule Bielefeld und der Philipps-Universität Marburg bearbeitet die Frage, ob und wie junge Menschen sich souverän in einer Kultur der Digitalität bewegen, wenn zugleich unübersehbar ist, dass sie als Digital Natives bereits unauflösbar in einen Prozess der Digitalisierung verwoben sind. Der Forschungsansatz beider Hochschulen führt anthropologisch-bildungstheoretische und rechtswissenschaftliche Perspektiven zusammen und integriert empirische sowie hermeneutische Perspektiven. Zunächst wird die potenzielle Tragfähigkeit tradierter Souveränitätskonzepte aus den Diskursen des Staatsrechts beziehungsweise aus Herrschaftsverhältnissen früherer Zeiten analysiert und dem Selbstverständnis von 13-15-Jährigen entgegengestellt. In Gruppendiskussionen mit Schülerinnen und Schülern sollen deren Vorstellungen vom Selbst und damit von Souveränität als konjunktive Erfahrungsräume (R. Bohnsack) rekonstruiert werden. Erste Ergebnisse der Studie werden im kommenden Jahr vorliegen. Diese Befunde können dann mit Studien zur digitalen Souveränität im Alter [3] ins Gespräch gebracht werden, um folgende Hypothese zu prüfen: Wie ist das Verhältnis der Nutzung digitaler Technologien zu einem souveränen, kompetenten Umgang mit diesen in unterschiedlichen Altersgruppen? Lässt sich hier ein doppelter gap in Bezug auf das Alter der Nutzerinnen und Nutzer und die Intensität der Nutzung beobachten? Geht eine verstärkte Nutzung digitaler Technologien unter Umständen gar nicht mit einem „starken“ Konzept von Souveränität einher?[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“„Däumlinge“ in posthumanistischen Zeiten“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1638520129376{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Das Forschungsprojekt SoDiLe greift Arbeiten auf, die die gegenwärtigen Transformationen als anthropologische Neuvermessung deuten. Dass diese Neuvermessung nicht nur verfallstheoretisch gedeutet werden muss, lässt sich auf unterhaltsame Weise von M. Serres [4] lernen.
Seine „Liebeserklärung“ an die von ihm als „Däumlinge“ bezeichneten jungen Menschen betont die Chancen digitaler Umbrüche. Der ältere „Silver Surfer“ Serres beneidet die „Digital Natives“ um deren aktive Gestaltungsmöglichkeiten. Serres Ode leistet für unsere Grundlagenforschung zweierlei: eine institutionenkritische Argumentation und einen Technik- bzw. Forschungsoptimismus. Die in SoDiLe geplante Rekonstruktion von Souveränitätskonzepten nimmt damit empirisch eine postmoderne Binsenweisheit auf, nämlich die Einsicht, gegenwärtig mit einem Umbruch konfrontiert zu werden.

Übrigens: M. Foucault hatte vor 50 Jahren schon das „Verschwinden des Menschen“ vorausgesagt [5]. Auch die Frage nach Souveränität wird sich dem heute kaum entziehen können und muss vermutlich neu oder zumindest anders beantwortet werden. Aktuelle posthumanistische und transhumanistische Perspektiven in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen bieten hierzu Anregungen, da sie konzeptionell die gegenwärtigen (technischen) Entwicklungen als einen Bruch mit grundlegenden Annahmen westlicher Kulturen deuten. Dabei geht es um ein neues Verständnis des Verhältnisses des Menschen zur Welt und Natur mit dem Ziel, menschenbezogene Deutungen so zu bearbeiten, dass neue Sichtweisen auf die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Technik möglich werden [6].

Post- und Transhumanismus unterscheiden sich jedoch erheblich [7]: Im Transhumanismus wird ein Projekt der „Verbesserung“ des Menschen verfolgt. Der Mensch als unvollkommenes sterbliches, leidendes Lebewesen soll optimiert werden, Krankheit, Tod und Alter sollen beseitigt werden. Anders verfährt ein kritischer Posthumanismus, der mit Namen wie R. Braidotti, D. Haraway oder B. Latour verbunden ist. Hier wird der Platz des Menschen auf der Erde als Gefährder und Gefährdeter zugleich lokalisiert. Wir sind folglich dringend herausgefordert, neu zu klären, was schon I. Kant fragte: „Was ist der Mensch?“ [8] Die in zahlreichen Studien dokumentierte Verbreitung digitaler Medien [9] belegt diese Beobachtungen und markiert Herausforderungen für Schule und Hochschule, für Ausbildung und Bildung gleichermaßen. Aus juristischer Perspektive haben wir zudem davon auszugehen, dass ein digital-souveräner Umgang mit Technologie nur dann möglich ist, wenn den Handelnden verständlich ist, wie diese funktioniert. Deshalb verstehen wir digitale Souveränität eben auch als kompetenten Umgang mit digitalen Technologien. Aus der Veränderung von Selbst-Konzepten folgen Überlegungen, inwieweit eine – insbesondere juristische – Regulierung erforderlich ist, um als Individuum überhaupt digital souverän bleiben zu können, etwa im Persönlichkeits- und Datenschutzrecht, bei der Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme, bei Datensicherheit, vertraglichen und haftungsrechtlichen Fragen sowie letztlich auch erbrechtlichen Problematiken.

[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Souveränität in der Krise? Zur Forschungspraxis integrierter Forschung in SoDiLe“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1638520168534{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Da das Forschungsprojekt SoDiLe noch am Anfang steht, können belastbare Ergebnisse an dieser Stelle noch nicht vorgelegt werden. Ob Individuen nun im Sinne eines posthumanistischen Menschenbildes wirklich souverän sind, sie also kompetent digitale Technologien verstehen und beherrschen oder aber ob spätmoderne Menschen von den Technologien bereits beherrscht werden, werden die hermeneutischen und empirischen Klärungen zeigen.
In jedem Fall benötigt man aber, das zeigt sich schon bei der Durchsicht aktueller Forschungen, neben tragfähigen Konzepten und Begriffen (Person, Souveränität, Kompetenz) handhabbare Instrumente, die die Individuen befähigen, digitale Souveränität auch als eine Kompetenz zu erwerben. Und zwar in einem bildungstheoretischen Sinne als „die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernten kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können“ [11].

Weiterhin muss durch die Definition des Begriffs Souveränität aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven (Transdisziplinarität) geklärt werden, inwieweit digitale Technikprojekte eigenständig sein können, sodass diese gegebenenfalls für „Fehlverhalten“ selbst verantwortlich gemacht werden können. Im Falle eines autonom fahrenden Autos mag man sich dies durchaus vorstellen können. Letztlich muss aber geklärt werden, ob nicht der dahinterstehende Algorithmus selbstständig ist, was insbesondere in der rechtswissenschaftlichen Diskussion eine besondere Herausforderung darstellt. Weiterführend ist auch die Frage, inwieweit sich Souveränität im fortschreitenden Alter wandelt. Hierzu hat die bereits erwähnte Bertelsmannstudie zur digitalen Souveränität im Alter erste Ergebnisse geliefert, die wir mit unseren empirischen Eindrücken zum Selbstbild von „Digital Natives“ gegenüberstellen werden. Eine uns antreibende Suchbewegung soll hier geteilt werden: Menschen, die erst spät in ihrem Leben einen kompetenten Umgang mit Prozessen der Digitalisierung erworben haben, könnten eine höhere Affinität zu Fragen der Souveränität haben und Nutzungsintensitäten von daher abwägen. Ob sich dies bei denen, die im Digitalzeitalter geboren und sozialisiert sind, andersherum verhält, wird uns interessieren.

 

(Bildquelle: Adobe Stock | katakari | 393243342)[/vc_column_text][ult_createlink title=“zu den Literaturangaben“ btn_link=“url:https%3A%2F%2Fbit.ly%2F3k81gku|target:_blank“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Flerngroesse-eins%2F|title:Lerngr%C3%B6sse%20Eins“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]

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