KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Zwei Herzen in einer Brust

Michelangelo die erschaffung adams

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Zwei Herzen in einer Brust“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1668701497608{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Der Spagat zwischen Politik und Wissenschaft“ font_container=“tag:h2|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1668701505286{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Im Gespräch mit Andreas Pinkwart, Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen

(Titelbild: © AdobeStock | 505186230| Massimo Pizzotti)[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz und Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1661761237969{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]Die Politik kann in einer Demokratie nicht uneingeschränkt auf Stimmen aus der Wissenschaft hören. Sie muss die unterschiedlichen Argumente abwägen und Entscheidungen offen kommunizieren. Daher ist es wichtig, dass Politiker sich Expertenmeinungen anhören. Auch lohnt sich für Wissenschaftler der Sprung in die Politik. Zugleich bleibt der Weg zurück nicht verschlossen, wenn man bereit ist, die Hürden zu nehmen.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Andreas Pinkwart kann auf eine lange Karriere in zwei Berufsfeldern zurückschauen. Als Wirtschaftswissenschaftler kennt er die Gegebenheiten der Wissenschaft und als Politiker die Arbeit in Parlamenten. Im Gespräch mit der IM+io berichtet Andreas Pinkwart darüber, wie die beiden Felder miteinander agieren und wie sie sich gegenseitig bedingen. Auch gibt er einen Einblick, wo der wissenschaftliche Hintergrund in der Politik helfen kann.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Herr Pinkwart, als Wirtschaftswissenschaftler und aktuell Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen vereinen Sie in Ihrer Biografie die beiden Disziplinen Wissenschaft und Politik miteinander. Sie waren Mitglied des Bundestages und -rates sowie stellvertretender Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Und zudem sind Sie Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre und haben an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen geforscht und gelehrt. Wie kam es dazu, dass Sie beide Rollen, die des Wissenschaftlers und die des Politikers, ergriffen haben?“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left“][vc_column_text]AP: Tatsächlich war das so nicht von mir geplant, aber ich war bereits als Schüler sehr interessiert an politischen Prozessen. Ich war beispielsweise als Schülersprecher aktiv und seit meinem 19. Lebensjahr dann auch aktives Mitglied der FDP. Aber auch mein Studienfeld, die Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, hat mich von Anfang an begeistert. Ich wollte weiter dazu forschen und zum Erkenntnisgewinn in diesem Feld beitragen und habe mich daher für eine wissenschaftliche Laufbahn entschieden.

Schließlich kam es dazu, dass ich zunächst ehrenamtlich und dann später hauptamtlich politische Führungsämter wahrnehmen konnte. Für letztere Phasen konnte ich mich beurlauben lassen, was die Option zur Rückkehr bot, die ich auch genutzt habe. Allerdings ist ein Wechsel zurück in die Wissenschaft jeweils mit erheblichem persönlichem Einsatz verbunden, um den Anschluss zu finden. Daher gibt es wohl auch nicht viele Politiker, die zugleich Wissenschaftler sind. Zudem sollten die beiden Rollen nach meinem Verständnis eigenständig betrachtet und ausgefüllt werden.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Was meinen Sie damit, wenn Sie sagen: „Zudem sollten die beiden Rollen nach meinem Verständnis eigenständig betrachtet und ausgefüllt werden.“?“][vc_column_text]AP: Wissenschaft und Politik arbeiten nach unterschiedlichen Logiken. Wissenschaft beruht auf Theorien, Modellen und Annahmen sowie empirischen Überprüfungen, deren Wahrheitsgehalt einer ständigen Überprüfung und Weiterentwicklung durch neue Forschungsergebnisse unterzogen wird. Politik arbeitet auf der Grundlage von Programmen, Absichtserklärungen und Gesetzen, über deren Angemessenheit und Nützlichkeit Evaluationen sowie Umfragen und schließlich, dem Demokratieprinzip folgend, das Wählervotum Auskunft geben.

Wenn ein Wissenschaftler die politische Arena betritt, mag ihm sein Fachwissen bei der Lageanalyse und der Wahl geeigneter Instrumente hilfreich sein. Er kann seine Entscheidungen aber nicht damit begründen, dass er sie als Wissenschaftler für richtig befunden habe. Vielmehr folgen sie den speziellen Logiken demokratischer Abstimmungsprozesse, die regelmäßig von Interessenausgleich und der Einbindung unterschiedlicher Sichtweisen bestimmt werden. Daher ist es die vornehmste Aufgabe der Politik, die unterschiedlichen Argumente abzuwägen und auch zu kommunizieren, die ausschlaggebend für die jeweilige Entscheidung sind. Dazu zählen natürlich auch auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Argumente, die als solche kenntlich gemacht werden können. Aber sie stehen nicht für sich allein, sondern sind eingebettet in eine umfassendere politische Bewertung. Folglich muss sich ein Politiker auch in ganz anderer Weise und nach anderen Regeln der Kritik stellen und darf sich nicht hinter dem Rat der Wissenschaft verstecken.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Die Ausweitung des Stipendienwesens in Deutschland und der Bürokratieabbau in der Wirtschaft waren in der Vergangenheit zwei zentrale Bausteine Ihrer Politik. Würden Sie sagen, dass Ihre Erfahrungen in der Wissenschaft Ihre politischen Errungenschaften befruchtet haben?“][vc_column_text]AP: Natürlich ist es von Vorteil, wenn man politisch in einem Feld aktiv ist, in dem man bereits gute Kenntnisse mitbringt und vielleicht die Studienlage kennt. Als Politiker mit wissenschaftlicher Expertise lese ich Studien gegebenenfalls anders, als es Kollegen ohne Wissenschaftslaufbahn tun. Das mag die politische Arbeit im Austausch mit der Fachwelt erleichtern und die Durchsetzungskraft gegenüber der Administration erhöhen. Viel entscheidender aber scheint mir die Begeisterung für die Themen und der unbedingte Wille zu sein, zu Fortschritten zu gelangen, auch wenn sich dies nicht selten als das berühmte Bohren dicker Bretter erweist. Vor zwanzig Jahren habe ich als stellvertretender Bundesvorsitzender meiner Partei eine Kommission zur Einführung des Bürgergeldes geleitet, jetzt erst werden diese Reformen umgesetzt. Umso wichtiger ist es, Chancen für Durchbrüche klug zu erkennen und beherzt zu ergreifen.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Sicher gab es in Ihrer politischen Laufbahn Situationen, in denen Sie entgegen der inneren Stimme des Wissenschaftlers entscheiden mussten? Würden Sie uns eine solche Situation einmal schildern?“][vc_column_text]AP: Die Finanzkrise bot viele lehrreiche Beispiele, nicht nur für die Politik, sondern auch für die Wissenschaft. Die auf Basis wissenschaftlicher Studien vorgenommene Liberalisierung der Finanzmärkte und großzügige Zulassung riskanter Finanzprodukte bei gleichzeitig unzulänglicher Eigenkapitalvorsorge der Banken führte zu einer massiven Erschütterung des westlichen Bankensystems. Hier wäre die Politik klug beraten gewesen, den Experten nicht blind zu vertrauen. Umgekehrt hielt die Politik gerade in dieser Zeit viel zu lange an ihren Landesbanken fest und glaubte zudem noch, sie mit den neuen Instrumenten hübsch machen zu können. Mir schien dies aus fachlichen Erwägungen der falsche Schritt zu sein, und ich plädierte früh für eine Konsolidierung und Fusionierung der Landesbanken sowie Begrenzung auf wenige öffentliche Aufgaben, was sich aber aus verschiedenen Gründen nicht schnell genug durchsetzen ließ.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Welcher Ihrer politischen Erfolge und welcher Ihrer wissenschaftlichen Erfolge ist Ihnen besonders wichtig, und besteht ein Zusammenhang?“][vc_column_text]AP: Besonders freut mich der Erfolg unseres nordrhein-westfälischen Hochschulfreiheitsgesetzes. Es hat nicht nur viele Nachahmer im Inund Ausland gefunden, sondern bietet unseren Hochschulen nach wie vor einen europaweit unerreichten Grad an Autonomie, der in großer Verantwortung für beste Forschung, Lehre und Transfer genutzt wird. Dies zeigte sich etwa bei der letzten Exzellenzinitiative, bei der unsere Exzellenzuniversität Bonn allein so viele Exzellenzcluster gewann wie alle bayerischen Universitäten zusammen. Im Bereich der Wissenschaft bin ich dankbar, zur Etablierung des Faches Entrepreneurship sowie dessen Weiterentwicklung in den letzten 25 Jahren sowohl in Forschung als auch in Lehre und Transfer beitragen zu können. Beide Felder bedingen und verstärken sich zu meiner Freude wechselseitig.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Im Jahr 2011 sind Sie als Rektor und Lehrstuhlinhaber der Handelshochschule Leipzig Graduate School of Management auf die Wissenschaftsbühne zurückgekehrt. Fiel es Ihnen leicht, nach vielen Jahren als Politiker in die Rolle des Wissenschaftlers zurückzufinden? Auf welche Hürden sind Sie gestoßen?“][vc_column_text]AP: Dies war nur durch äußerste Disziplin und dank hoch motivierter Studierender, wissenschaftlicher Mitarbeiter:innen und Kolleg:innen möglich. Die Leitung einer privaten universitären Hochschule zumal in Deutschland, ist für sich genommen schon ein Vollzeitjob. Dabei kam mir die politische Führungserfahrung durchaus bei vielen Aushandlungsprozessen zugute. Hürden habe ich weniger angetroffen als vielfältige Bereitschaft von KollegInnen zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Dies hat mich seinerzeit sehr motiviert, und dies motiviert mich erneut nach meinem jüngsten Ausscheiden aus dem Ministeramt bei der Wiederaufnahme meiner wissenschaftlichen Arbeit.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Die Wissenschaft ist Ratgeber für die Politik. Doch häufig – nehmen wir das Beispiel des Klimawandels – entsteht für die Bevölkerung der Eindruck, wissenschaftliche Erkenntnisse seien für politische Entscheidungen irrelevant. Was denken Sie, ist der Grund dafür, und wie kann dem Ihrer Meinung nach entgegengewirkt werden?“][vc_column_text]AP: Wir leben in einer Wissenschaftsgesellschaft, in der wir ständig mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen konfrontiert werden. Gleichzeitig weiß die Politik um die Komplexität der Lebenswirklichkeit, die Pluralität der Meinungen und die multiplen Krisen und Herausforderungen unserer Zeit. Dazwischen muss sie immer wieder neue Entscheidungen treffen. Das haben wir in den letzten beiden Pandemiejahren ebenso erfahren wie in den letzten Monaten neuer geo- und energiepolitischer Veränderungen, die eine Zeitenwende für die deutsche Politik bedeuten.

Sicherlich zeichnet sich gute Politik nicht dadurch aus, das zu tun, was gerade populär ist, sondern jenes, was richtig ist, und dies dann möglichst so zu tun, dass es populär wird, wie es Bundespräsident Walter Scheel einmal treffend formuliert hat. Damit hat die Politik gerade gegenwärtig viel zu tun.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Während der Corona-Pandemie fanden plötzlich viele Virologen und Wissenschaftler eine Bühne in der Öffentlichkeit, zum Beispiel in politischen Talkrunden. Das hat teilweise zu äußerst kontroversen Diskussionen der Wissenschaftler untereinander, aber auch mit politischen Entscheidern geführt. Was halten Sie von einer stärkeren öffentlichen Präsenz der Wissenschaft und ihrer Vertreter im politischen Diskurs?“][vc_column_text]AP: Zunächst einmal war es wichtig und richtig, dass die Expert:innen um Rat und Aufklärung gebeten wurden, um die Krankheit besser zu verstehen und zu lernen, damit umzugehen. In der Folge haben sich dann je nach Fachrichtung und Fragestellung Denkschulen herausgebildet, die in der Beurteilung der notwendigen Maßnahmen zu unterschiedlichen Empfehlungen gelangten. Hier erwies es sich als hilfreich, die unterschiedlichen Sichtweisen in Beratungsgremien mit der Politik auszutauschen und die dann von der Politik getroffenen Entscheidungen gut zu begründen und zu kommunizieren.

Phasenweise versuchten die Expert:innen über ihre Medienpräsenz politische Entscheidungen unmittelbar zu beeinflussen, so etwa mit der Forderung nach einer Zero-Covid-Strategie. Dabei wurde kaum bedacht, wie dies in einem europäischen Land mit offenen Grenzen und zahlreichen Nachbarländern wirksam hätte umgesetzt werden können. Zwischenzeitlich wissen wir am Beispiel der Volksrepublik China um die Risiken, die mit einer derartig radikalen Strategie für Menschen und die Gesellschaft einhergehen. Interessanterweise sind die Stimmen dieser Forscher seitdem auch kaum mehr vernehmbar[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Sind Wissenschaftler:innen die besseren Politiker:innen?“][vc_column_text]AP: Beide Professionen sind von großer Bedeutung für hochentwickelte, demokratische Gemeinwesen und sollten möglichst gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten und den Austausch mit der interessierten Öffentlichkeit pflegen. Dabei sollten sie sich der Möglichkeiten und Grenzen ihrer jeweiligen Profession bewusst und einem zumindest phasenweisen Rollentausch gegenüber offen bleiben.

Queen Elisabeth II. hat einmal gesagt: „Wir sollten uns nicht so ernst nehmen. Keiner von uns hat das Monopol auf die Weisheit.“ Das halte ich für eine kluge Herangehensweise.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Fmetaverse%2F|title:Metaverse%2C%20NFTs%20%26%20Cryptos|target:_blank“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]

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