KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Viele Berater, ein Advisor

Auserkorene Person

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Viele Berater, ein Advisor“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1668692560908{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Warum Deutschland einen Chief Scientific Advisor braucht“][vc_column_text]Norbert Arnold, Konrad-Adenauer-Stiftung

(Titelbild: © AdobeStock | 417243801 | 3dts)[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz und Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1661761237969{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]In der Corona-Pandemie ist die Bedeutung wissenschaftlicher Politikberatung deutlich geworden. Vieles hat gut funktioniert, anderes muss verbessert werden. Eine oder ein Chief Scientific Advisor könnte an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik die Zusammenarbeit beider Bereiche verbessern – als kompetenter Wissenschaftsmanager mit starkem Rückhalt in der Wissenschaft und vertrauensvollem Zugang in der Politik.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Es existieren gute Kontakte zwischen Wissenschaft und Politik, und auf den ersten Blick scheint der Informations- und Meinungsaustausch zu funktionieren. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich Verbesserungsbedarf in der wissenschaftlichen Politikberatung. Viele gesellschaftliche Herausforderungen haben einen (natur) wissenschaftlichen Hintergrund; ihre Bewältigung benötigt also wissenschaftliches Know-how. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat die Stärken und Schwächen des deutschen Beratungssystems offengelegt. Hinzu kommt, dass wissenschaftliches Wissen eine essentielle Voraussetzung für Innovationen und damit für wirtschaftliche Prosperität ist. Politik muss daher Forschung und Entwicklung stärken. Um dies zu erreichen, braucht es den Rat aus der Wissenschaft sowie enge Kontakte zur Politik. Ein(e) Chief Scientific Advisor wäre eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Beratungssystems.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Politikberatung in Deutschland“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left“][vc_column_text]Im politischen Berlin agieren viele Beratungsinstitutionen, die Politik und Gesellschaft mit wissenschaftlich fundiertem Rat unterstützen. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass es an Ratgebern aus der Wissenschaft nicht fehlt, dass aber die Zusammenarbeit von Politik und Wissenschaft verbessert werden muss. Große Herausforderungen mit naturwissenschaftlichen Hintergründen stehen bevor – Klima, Energie, Biodiversität, Gesundheit oder Ernährung –, dafür wird wissenschaftliches Know-how benötigt.

Im Austausch von Politik und Wissenschaft machen sich typische Schnittstellenprobleme bemerkbar, die immer dann auftreten, wenn Subsysteme unterschiedlicher „Logiken“, Ziele und Aufgaben aufeinandertreffen [1]. Wissenschaft generiert gesichertes, wenn auch grundsätzlich falsifizierbares Wissen. Politik braucht dieses Wissen als Handlungsgrundlage oder als Legitimation ihres Handelns. Politik orientiert sich aber nicht nur an Fakten, sondern notwendigerweise auch an Interessen und Wertungen. Sie braucht gesellschaftliche Mehrheiten, um handlungsfähig zu sein.

Die Epistemisierung der Politik [2] ist für politische Akteure nicht ungefährlich, da beispielsweise die Ratsuche fälschlicherweise als Schwäche interpretiert werden kann, obwohl sie eigentlich ein Zeichen für Verantwortungsbewusstsein ist. Besonders dann, wenn Entscheidungen nicht nur durch Fakten geprägt sind, sondern durch unterschiedliche gesellschaftliche Bedürfnisse und Interessen beeinflusst werden, gerät Politik in Erklärungszwänge, die ihrem Ansehen schaden kann.

Auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler birgt ein Engagement in der Politikberatung gewisse Risiken. Der Austausch mit Gesellschaft und Politik stellt ganz andere Anforderungen an die Forschung als die Kommunikation innerhalb der Scientific Community. Es kommt zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen. Die Gefahr politischer Instrumentalisierung ist groß. Es ist eine schwierige Gratwanderung zwischen politischer Nähe und wissenschaftlich gebotener Distanz. In diesem Spannungsfeld ist eine vermittelnde Instanz hilfreich, die den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik in geregelte Bahnen lenkt – ein(e) Chief Scientific Advisor könnte zu mehr Effizienz und Effektivität an dieser Schnittstelle beitragen.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Wissenschaftliches Renommee und politische Erfahrung“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left“][vc_column_text]Von einer/m Chief Scientific Advisor wird einerseits erwartet, dass sie/er als Wissenschaftlerin beziehungsweise Wissenschaftler in der Scientific Community verankert und anerkannt ist. Gute wissenschaftliche Leistungen, Erfahrungen im Wissenschaftsmanagement und in der Wissenschaftskommunikation sind dafür wichtige Voraussetzungen genauso wie gesellschaftspolitisches Engagement. Sie/er muss andererseits auch im politischen Raum vertrauenswürdig und akzeptiert sein. In der Scientific Community gibt es viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die diese Kriterien erfüllen und die Aufgaben einer Chefberaterin oder eines Chefberaters übernehmen könnten.

Für die schwierige Frage der Auswahlmodalitäten ist ein Blick in andere Länder, in denen es bereits Chief Scientific Advisors gibt, hilfreich und sinnvoll.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Vielfalt gestalten“][vc_column_text]Deutschland hat ein differenziertes System mit vielen Einrichtungen, die wissenschaftliche Politikberatung leisten können – Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Wissenschaftsorganisationen, Akademien –, und nicht zuletzt viele einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Diese Vielfalt zeichnet ein gutes Beratungssystem aus, da es am ehesten auf die offene gesellschaftliche Entwicklung mit ihren Herausforderungen und den künftigen Beratungsbedarf reagieren kann. Aufgrund der Komplexität der gesellschaftlichen Herausforderungen fallen die Antworten aus der Wissenschaft häufig nicht so eindeutig aus, wie sich die Politik das wünscht. Innerhalb der Scientific Community sind fachliche Diskussionen die Regel, werden sie jedoch in der Öffentlichkeit geführt, rufen sie aber häufig Irritationen hervor [3]. Das weit verbreitete, eher naive Verständnis, Wissenschaft schaffe unumstößliche Wahrheiten, wird erschüttert. Es braucht Interpretationshilfen in der Öffentlichkeit, die erläutern, dass Wissenschaft zwar gesichertes Wissen generiert, welches aber grundsätzlich revidierbar sein muss. Notwendig sind außerdem Erläuterungen, welches Wissen gut gesichert ist und wo Extrapolationen und Schätzungen beginnen. Auch diese Vermittlungsaufgabe würde einer/m Chief Scientific Advisor zukommen.

Damit dies leistbar ist, braucht ein(e) Chief Scientific Advisor fachlichen Rückhalt aus wissenschaftlichen Gremien, deren Mitglieder ein breites Spektrum relevanter Forschungsgebiete abdecken. Das könnten Institutionen etwa nach britischem Vorbild sein, wie das Government Office of Science und die Scientific Advisory Group for Emergencies [4]. Alternativ könnte aber auch auf bereits bestehende Institutionen, zum Beispiel auf Wissenschaftsakademien, zurückgegriffen werden.

Zwei Aspekte sind besonders wichtig: Ein(e) Chief Scientifc Advisor sollte nicht ohne enge Einbindung in das Wissenschaftssystem agieren. Und – damit im Zusammenhang – die Vielfalt der wissenschaftlichen Politikberatung, wie es sie in Deutschland gibt – sollte nicht reduziert, sondern lediglich in stärker geordnete Bahnen gelenkt werden, als dies bisher der Fall ist.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Wie bewerten Sie die Gefahr, dass die Politik durch „gut verkaufte“ wissenschaftliche Ratschläge getrieben wird und politische Argumente der Machbarkeit weniger Gehör finden?“][vc_column_text]JvW: Klugen wissenschaftlichen Rat, der dann auch noch „gut verkauft“ wird, empfinde ich in meiner Funktion als Politiker nicht als Last, sondern als Geschenk. Manchmal gibt es natürlich auch wissenschaftlichen Rat, der theoretisch schön klingt, aber in der Praxis untauglich ist, weil er sich rechtlich oder verwaltungstechnisch zumindest kurzfristig gar nicht umsetzen lässt. Aber in der Regel lässt sich das im Gespräch mit der Wissenschaft und auch mit einer breiten Öffentlichkeit aufklären. Die politische Kultur in Deutschland erlebe ich tendenziell als wissenschaftsfreundlich und lernwillig. Gefährlich wird es dann, wenn in der öffentlichen Debatte wissenschaftliche Erkenntnisse oder Einsichten kaum mehr zählen. Die eigentliche Gefahr wäre also ein postfaktischer Populismus, wie wir ihn aber in Deutschland glücklicherweise nicht haben.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Regeln und Transparenz“][vc_column_text]Wissenschaftliche Politikberatung ist ein mehrstufiger Prozess [5]. Bei allen Teil- schritten kann ein(e) Chief Scientific Advisor wichtige Aufgaben übernehmen:

1. Bereits bei der Formulierung der Frage, zu der die Politik wissenschaftlichen Rat einholen will, bedarf es wissenschaftlicher Begleitung. Es ist ein interaktiver und iterativer Prozess, in dem Politik und Wissenschaft gemeinsam die Problemstellung erarbeiten und schärfen müssen [6].

2. Auch bei der Auswahl geeigneter Ratgeber benötigt die Politik Hinweise aus der Wissenschaft. Beratungsgremien müssen mit den Fachleuten aus relevanten Fachgebieten besetzt werden. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie schwierig es für die Politik sein kann, zu entscheiden, wer sich wirklich als Ratgeber eignet. Aber nicht nur für die Politik, sondern auch für Medien und die Gesellschaft ist es oft schwierig, zwischen seriösen und unseriösen Experten zu unterscheiden.

3. An der Erstellung der Expertise muss die/der Chief Scientific Advisor ebenfalls beteiligt sein. An der Schnittstelle zur Politik muss dafür gesorgt werden, dass erarbeitete Empfehlungen nicht nur wissenschaftlich fundiert sind, sie müssen darüber hinaus politisch umsetzbar sein. Dafür braucht es nicht nur wissenschaftliches Know-how, sondern auch politisches Gespür.

4. Liegen Empfehlungen vor, bedarf es der Kommunikation mit Politik und Öffentlichkeit. In dieser Phase des Beratungsprozesses wirkt sich heterogene Vielstimmigkeit kontraproduktiv aus, sie schwächt die Position der Wissenschaft und erschwert politische Entscheidungen.

In Großbritannien berichtet der Government Chief Scientific Advisor direkt dem Premierminister. Auch das Parlament hat die Möglichkeit, ihn zu befragen und damit die Umsetzung der wissenschaftlichen Politikberatung zu kontrollieren. Dies trägt zu einer höheren Transparenz bei. Die Positionen aus der Wissenschaft werden erkennbar und erfordern stichhaltige Begründungen. Nach britischem Vorbild könnte ein(e) Chief Scientific Advisor in Deutschland Hauptansprechpartner für die Exekutive und Legislative in allen politischen Fragen mit wissenschaftlichem Hintergrund sein.

Die wichtigste Aufgabe des Advisors wäre es, in einem geregelten Verfahren die wissenschaftliche Politikberatung zu organisieren und dabei gleichzeitig für die Einhaltung hoher wissenschaftlicher Qualität und politischer Relevanz in der Beratung zu sorgen [7].[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Problemlösungs- und Innovationspotenziale“][vc_column_text]Während der Corona-Pandemie ist einer breiteren Öffentlichkeit der Bedarf an wissenschaftlicher Politikberatung bewusst geworden. Bei der Bewältigung von Krisen braucht es ein leistungsfähiges Wissenschaftssystem – in den Laboren und in den Konferenzsälen der Politik. Covid-19 wird nicht die letzte Pandemie gewesen sein, und der Klimawandel sowie die Energieversorgung sind weitere gewaltige Herausforderungen, die dringend der Lösung bedürfen. Wissenschaftliche Fakten sowie die gesellschaftliche und politische Realisierbarkeit müssen dabei stets berücksichtigt werden, ebenso wie die Erhaltung der Biodiversität und der Schutz der Umwelt. Alle „Grand Challenges“ haben einen (natur) wissenschaftlichen Bezug – wissenschaftliche Politikberatung markiert den „Möglichkeitsraum“ für rationales politisches Handeln.

Auch jenseits von Krisen- und Problem-lösungsszenarien wird ein starkes Wissenschaftssystem gebraucht. Wissen(schaft)sgesellschaften wie Deutschland sind auf Forschung und Entwicklung als wichtige Innovations- faktoren angewiesen. Wissensintensive Wirtschaftsbranchen tragen besonders stark zur Wertschöpfung bei. Daher müssen Forschung und Entwicklung in Universitäten und innovierenden Unternehmen unterstützt werden.

Dazu benötigt man wissenschaftliche Politik- und Gesellschaftsberatung, die den Bedarf an guter Forschung erklärt. Ein(e) Chief Scientific Adivisor könnte eine hilfreiche Ergänzung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik sein – nicht um Interessen der Wissenschaft zu vertreten, sondern um ihren Beitrag zum Gemeinwohl zu verdeutlichen.[/vc_column_text][ult_createlink title=“Zu den Literaturangaben“ btn_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fausgabe-2022-4-301%2F|target:_blank“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Fmetaverse%2F|title:Metaverse%2C%20NFTs%20%26%20Cryptos|target:_blank“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]

LinkedIn
WhatsApp
Telegram
Facebook

Related Posts

August-Wilhelm Scheer Institut

Entdecken Sie unsere neusten Ausgaben