[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Reich an Rohstoffen und Bürokratie“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1676633839257{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Die Ressourcenlage in Deutschland“ font_container=“tag:h2|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1676633846165{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Sören Henning, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
(Titelbild: © BGR)[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz und Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1661761237969{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]Die Rohstoffversorgung Deutschlands setzt sich aus der heimischen Gewinnung, dem Import sowie dem Recycling zusammen. Während die Eigenversorgung Deutschlands unter anderem mit Baurohstoffen und Braunkohle derzeit gesichert ist, bestehen vor allem bei den Metallen große Importabhängigkeiten. Recycling leistet einen großen Beitrag, um diese Abhängigkeit zu verringern und die natürlichen Ressourcen zu schonen – es kann jedoch den Bedarf allein nicht decken. Laufende Explorationsprojekte zeigen heimische Potenziale, die zukünftig ebenfalls einen Beitrag zur Sicherung des Rohstoffbedarfs der Industrie leisten könnten.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Ist die Rohstoffversorgung für die heimische Wirtschaft und Industrie noch gesichert? Aufgrund steigender Preise und global hoher Nachfrage erfährt die sichere und nachhaltige Rohstoffversorgung eine immer größere Bedeutung. Zwar wird ein Großteil der jährlich in Deutschland für die Bauindustrie benötigten Rohstoffe aus heimischen Lagerstätten gewonnen, allerdings bestehen insbesondere bei Rohstoffen für die Verkehrs- und Energiewende sowie bei Erdöl und Erdgas große Importabhängigkeiten.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung, der Industrialisierung von Schwellenländern, der fortschreitenden Digitalisierung sowie der Verkehrs- und Energiewende steigt der weltweite Rohstoffbedarf stetig an und auch die heimische Nachfrage nach Rohstoffen ist hoch. So werden für den Ausbau und Erhalt unserer Infrastruktur, die Errichtung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen, die Industrie 4.0, die Herstellung von Batterien für die Elektromobilität oder die Erzeugung von Wasserstoff eine Vielzahl unterschiedlicher Rohstoffe in teils erheblichen Mengen benötigt. Für jeden dieser Rohstoffe ist dabei ein sicherer und nachhaltiger Bezug notwendig.
Deutschland als Industrieland ist ein Großverbraucher mineralischer Rohstoffe. Dazu zählen Basismetalle, zum Beispiel Eisen, Aluminium, Kupfer, Blei, Zink und Zinn, Edel- und Sondermetalle wie Silber, Gold, Platin oder Lithium, Industrieminerale, zum Beispiel Kali- und Steinsalze, Quarzrohstoffe und Tone sowie Steine- und Erden-Rohstoffe für die Bauindustrie, unter anderem Sand, Kies, gebrochene Natursteine und Kalksteine. Entgegen der allgemeinem Meinung ist Deutschland kein rohstoffarmes Land, allerdings sind die Rohstoffvorkommen aus geologischen Gründen standortgebunden und somit ungleich über die Landesfläche in Deutschland verteilt (Abb. 1).[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Rohstoffsituation in Deutschland“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“][vc_column_text]Die Rohstoffversorgung Deutschlands basiert auf den drei Säulen heimische Rohstoffgewinnung, Import und Recycling. Ein wichtiger Aspekt zur Sicherung der heimischen Rohstoffgewinnung kommt der Festlegung potenzieller Rohstoffgewinnungsgebiete im Rahmen der Raumplanungen zu. Die Sicherung der Belange der Rohstoffgewinnung gegenüber konkurrierenden Nutzungsarten – zum Beispiel Schutzgebiete, Verkehrswege oder Gewerbe- und Siedlungsgebiete – liegt im Aufgabenbereich der Staatlichen Geologischen Dienste (SGD) der Bundesländer. Als Fachbehörden sammeln sie geologische und rohstoffwirtschaftliche Daten und nehmen fachlich Stellung zu Genehmigungs- und Raumordnungsverfahren. Aufgabe der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit Hauptsitz in Hannover ist es, die Bundesregierung und die Industrie zu allen geowissenschaftlichen und rohstoffwirtschaftlichen Fragestellungen zu beraten. Im seit 1980 jährlich veröffentlichten Bericht zur Rohstoffsituation in Deutschland stellt sie der Öffentlichkeit Daten und Fakten zur Rohstoffversorgung, zu Importabhängigkeiten, zu Rohstoffpreisen, zum Recycling und zur globalen Situation auf den Rohstoffmärkten zur Verfügung.
Im Jahr 2021 wurden in Deutschland rund 620 Mio. Tonnen mineralische Rohstoffe gewonnen. Dabei waren die Steine- und Erden-Rohstoffe Sand und Kies sowie gebrochene Natursteine mit einem Förderanteil von zusammen mehr als 80 Prozent mengenmäßig die bedeutendsten heimischen Rohstoffe. Zusammen mit den Energierohstoffen (insbesondere Braunkohle) lag der Wert der heimischen Rohstoffproduktion im Berichtsjahr bei 13,5 Mrd. EUR und damit, vor allem aufgrund der deutlich gestiegenen Rohstoffpreise, um rund 17 Prozent über dem Vorjahresniveau. So verteuerten sich vor allem Industriemetalle, Edelmetalle sowie Kobalt und Lithium, die für die Elektromobilität von Bedeutung sind, deutlich. Heimische Rohstoffe bilden dabei die Basis inländischer Wertschöpfungsketten und werden unter höchsten Umwelt- und Sozialstandards gewonnen.
Während die Versorgung der Industrie mit Baurohstoffen, Braunkohle, Torf und einzelnen Industriemineralen (zum Beispiel Quarzrohstoffe, Salze und Schwefel) derzeit gesichert ist, bestehen vor allem bei den Energierohstoffen Erdöl und Erdgas sowie bei Metallen große Importabhängigkeiten. So wurden im Jahr 2021 Rohstoffe (inklusive nachgelagerte Produkte der Wertschöpfungskette) mit einem Wert von rund 211 Mrd. EUR eingeführt. Die Ausgaben setzten sich dabei vorwiegend und zu gleichen Teilen aus Metall- und Energierohstoffen zusammen. Während bei den Energierohstoffen bedeutende Anteile aus den GUS-Staaten sowie aus Norwegen eingeführt wurden, stammen die Metalle aus nahezu allen Teilen der Welt.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Recycling ist dritte Säule der Rohstoffversorgung in Deutschland“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“][vc_column_text]Weiterhin trägt das Recycling von Rohstoffen bedeutend dazu bei, die natürlichen Ressourcen zu schonen sowie Importabhängigkeiten zu verringern. Durch den Einsatz von Recyclingrohstoffen können auch die zu deponierenden Reststoffmengen und – verglichen mit der Primärproduktion – die Treibhausgasemissionen sowie der Energiebedarf reduziert werden. Allerdings sind Recyclingrohstoffe technisch nicht in jedem industriellen Prozess in vollem Umfang einsetzbar und auch nicht in ausreichenden Mengen verfügbar, um den derzeitigen Bedarf vollständig zu decken. Ein positives Beispiel für das Recycling ist das deutsche Pfandsystem, das zu sehr hohen (> 99 Prozent) Recyclingquoten bei Aluminiumdosen führt. Insgesamt stammten im Jahr 2021 rund 38 bis 60 Prozent der Aluminium-, Rohstahl- und Kupferproduktion in Deutschland aus sekundären Vorstoffen.
Während sich Metalle zumeist beliebig oft recyceln lassen und oft auch dieselbe reine Qualität wie die primären Ausgangsstoffe erreichen, ist bei vielen nichtmetallischen Rohstoffen nach ihrer Verarbeitung ein klassisches Recycling nicht möglich. So kann beispielsweise aus gebrannten Ziegeln und Beton kein Ton oder Kalkstein mehr zurückgewonnen werden. Allerdings können diese Sekundärmaterialien als Substitute für primäre Rohstoffe in den Wirtschaftskreislauf eingebracht werden. So konnten beispielsweise laut Umweltbundesamt im Jahr 2016 alleine 85,5 Prozent der Glasverpackungen stofflich wiederverwertet und laut Kreislaufwirtschaft Bau im Jahr 2018 rund 90 Prozent der mineralischen Bauabfälle wieder in der Bauindustrie eingesetzt werden.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Potenziale heimischer Rohstoffgewinnung“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“][vc_column_text]In vielen Bundesländern liegen noch erhebliche Potenziale an Steine- und Erden-Rohstoffen für die Bauindustrie vor. Die dezentrale und verbrauchernahe Gewinnung dieser Massenrohstoffe ist eine wichtige Grundlage für die lokale industrielle Wertschöpfung und verringert durch kurze Transportwege die Rohstoffkosten und reduziert die Emissions- und Lärmbelastung. Zwar ist die Versorgung mit diesen Rohstoffen derzeit in den meisten Regionen Deutschlands noch gesichert, allerdings kommt es aufgrund von konkurrierender Flächennutzung (zum Beispiel Landschafts-, Natur- und Wasserschutz sowie Land- und Forstwirtschaft, Verkehrswege oder Gewerbe- und Siedlungsflächen) und oft langwierigen Genehmigungsverfahren regional bereits zu Versorgungsengpässen, zum Beispiel bei Sand und Kies.
Weiterhin kommt es derzeit auch aufgrund fehlender gesellschaftlicher Akzeptanz für die Rohstoffgewinnung immer häufiger zu Konflikten bei der Freigabe neuer Flächen für die Rohstoffsicherung. Dabei werden laut Statistischem Bundesamt derzeit lediglich rund 0,4 Prozent der Landesfläche Deutschlands als Abbauland (Bergbaubetrieb, Tagebau, Grube, Steinbruch) genutzt und diese Flächen im Gegensatz zum Siedlungs- und Verkehrswegebau nicht auf Dauer beansprucht, sondern nach Abbauende rekultiviert oder renaturiert und somit einer Nachnutzung übergeben.[/vc_column_text][vc_single_image image=“32360″ img_size=“large“ title=“Abbildung 1: Karte der Bodenschätze der Bundesrepublik Deutschland 1:1 000 000 „][vc_custom_heading text=“Potenziale heimischer Rohstoffgewinnung“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“][vc_column_text]Die unter anderem aufgrund von beständig hoher Nachfrage und geopolitischen Konflikten steigenden Rohstoffpreise und die teilweise Verknappung einzelner für die Energiewende notwendiger Industriemetalle führten dazu, dass die Wirtschaftlichkeit heimischer Gewinnungsstellen derzeit neu betrachtet wird. Besonders im Fokus der inländischen Explorationstätigkeiten steht das Leichtmetall Lithium. Aktuell laufen fortgeschrittene Explorationsprojekte hinsichtlich der bergmännischen Gewinnung dieses Metalls aus der Lagerstätte Zinnwald im Erzgebirge. Nach derzeitigen Erkenntnissen soll es sich bei diesem Vorkommen um eine der größten Lithium-Lagerstätten Europas handeln. Zusätzlich kann ein Teil des heimischen Lithiumbedarfs zukünftig möglicherweise auch aus Geothermalwässern gedeckt werden. Geothermiekraftwerke können durch den Einsatz von Extraktionsanlagen so zur zeitgleichen Lithium-Gewinnung aufgerüstet werden. Potenziale liegen hier vor allem im Bereich des Oberrheingrabens, wo nach heutigen Erkenntnissen die größte Lithium-Ressource Europas vorliegen soll. Weiterhin sind aktuell 25 Bergbauberechtigungen zur Exploration auf Erze und Spate im Freistaat Sachsen erteilt, die neben Lithium auch eine Vielzahl anderer kritischer Metalle für die Verkehres- und Energiewende (zum Beispiel Zinn, Indium, Wolfram, Kobalt, Platingruppenelemente) beinhalten und sich in unterschiedlichen Stadien der Entwicklung befinden. Zusätzlich wird in Deutschland in Brandenburg, Sachsen sowie im Südwesten Thüringens nach Kupfer aus dem Kupferschiefer exploriert.
Neben den Metallrohstoffen stehen auch kritische Industrieminerale im Fokus der rohstoffgewinnenden Industrie. Aktive Exploration findet in Deutschland derzeit vor allem auf Flussspat statt, das laut EU zu den kritischen Rohstoffen zählt. Mögliche Potenziale liegen hier unter anderem in Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg. Weiterführende Informationen zu aktuellen Bewilligungen, Genehmigungsverfahren und Explorationsprojekten finden sich auf den Webseiten der beteiligten Unternehmen sowie in den Rohstoffberichten der Geologischen Dienste der Länder: www.infogeo.de[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Fazit“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“][vc_column_text]Der veränderte Rohstoffbedarf für die Entwicklung von Zukunftstechnologien sowie der hohe Bedarf an Rohstoffen für die Energie- und Mobilitätswende, den Wohnungsbau und die Infrastruktur stellen die von Importen abhängige deutsche Wirtschaft vor große Herausforderungen. Die Gewinnung heimischer Rohstoffe und der Einsatz von Recyclingrohstoffen spielen bei der Versorgung der deutschen Wirtschaft und der Verringerung der Importabhängigkeit eine wichtige Rolle. Laufende Explorationsprojekte in unterschiedlichen Stadien zeigen, dass in Deutschland noch ungenutzte Rohstoffpotenziale vorliegen, die zukünftig einen Beitrag zur Rohstoffversorgung leisten können. Generell sind neben der Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz für die Rohstoffgewinnung vor allem die Förderung einer verantwortungsvollen heimischen Rohstoffgewinnung sowie von Forschungs- und Entwicklungsprojekten in den Bereichen der Aufbereitungstechnik und Metallurgie für eine nachhaltige Rohstoffversorgung Deutschlands mit nicht-energetischen mineralischen Rohstoffen notwendig und auch Bestandteil der aktuellen Rohstoffstrategie der Bundesregierung.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Fmetaverse%2F|title:Metaverse%2C%20NFTs%20%26%20Cryptos|target:_blank“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]