KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Lügenpresse ade!

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Lügenpresse ade!“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1709021852097{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Über aktuelle Herausforderungen der Qualifizierung im Journalismus“ font_container=“tag:h2|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1709021871446{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Frank Überall, Deutscher Journalisten-Verband (DJV)

(Titelbild: Adobe Stock | 628189783 | BubertArt)[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz und Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1661761237969{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]​​Neben handwerklichen, kreativen und inhaltlichen Fähigkeiten muss ein besonderes Augenmerk der Qualifizierung im Journalismus auf der gesellschaftspolitischen und ethischen Rolle des Journalismus liegen. Während der Berufsstand immer mehr unter Beschuss gerät, ist die Reflexion über die eigene Arbeit wichtiger denn je. Dazu gehören Kompetenzen zur Entlarvung von Falschnachrichten und sogenannten „Deep Fakes“. Deshalb muss es Ziel jeglicher Qualifizierung sein, die Professionalität auf allen Ebenen zu fördern. Nur so bleibt der redaktionell gemachte Journalismus aus Sicht des langjährigen Vorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbandes, Frank Überall, unterscheidbar vom allgemeinen „Mediengesumme“.​[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Es gibt wohl kaum einen Beruf, der derart im Wandel ist wie der Journalismus. Wir merken im privaten Bereich, wie schnell sich unsere Nutzungsgewohnheiten verändern. Kaum jemand setzt noch auf Schallplatten, Röhrenfernseher oder mechanische Schreibmaschinen. Stattdessen haben allgegenwärtige Minicomputer in unsere Hosentasche Einzug gehalten, Sprachassistenten kümmern sich um unseren Alltag, wir vertrauen weltweiten öffentlichen Netzen zuweilen unsere intimsten Gefühle und Meinungen an. Dass sich in dieser rasant verändernden Welt auch die Erwartungen an den Journalismus wandeln, liegt auf der Hand. Lebenslanges Lernen ist gefragt, auch wenn gerade das Festhalten an grundsätzlichen Standards und Werten die Alleinstellung des Journalismus unter dem vielfältigen „Mediengesumme“ im Netz ausmacht.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Je häufiger es verbale oder sogar gewalttätige Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten gibt, desto wichtiger ist es, sich dem resilient entgegenzustellen. Neben Kern-Qualifizierungen der Recherche und der Präsentation der Ergebnisse gehört auch die Einordnung nach professionellen Kriterien dazu. Von denen, die behaupten, dass unser Berufsstand keine oder vorsätzlich falsche ethische Einstellungen hätte, dürfen wir uns nicht irritieren beziehungsweise einschüchtern lassen. Es ist eine Herausforderung, sich dem im Licht der Öffentlichkeit stets aufs Neue entgegenzustellen.
​Dass im Journalismus lebenslang gelernt werden muss, liegt auch daran, dass sich Darstellungsformen zum Teil dramatisch verändern. War es für viele zu Beginn ihrer Redaktionskarriere noch üblich, am Tag vielleicht einen Zeitungsartikel zu schreiben, hat sich das erwartete Arbeitspensum inzwischen dramatisch verdichtet: Bleiben wir beim Beispiel der Tageszeitung, da gehört es für die meisten mittlerweile zum Standard, auch Fotos und Onlinetexte zu liefern, soziale Netzwerke zu bedienen, gerne auch mit Videos, und natürlich auf Kommentare von Lesenden zu reagieren. Das alles aber nicht nur wie früher zu einem Thema, sondern gleich zu mehreren am Tag. Und dabei noch auf die inhaltliche Qualität achten…
Man merkt, auch der Umgang mit Stress muss unter solchen Arbeitsbedingungen zunehmend zum Thema der Qualifizierung werden. Womit wir beim wohl am heißesten diskutierten Thema dieser Monate sind: der „Künstlichen Intelligenz“. Die Befürchtung ist groß, dass Journalistinnen und Journalisten womöglich bald komplett von digitalen Werkzeugen wie ChatGPT abgelöst werden. Neu sind solche Sorgen nicht. Es ist gerade ein paar Jahrzehnte her, da wurde in Redaktionen gestreikt (!), um die Einführung von Computern anstelle von Schreibmaschinen zu verhindern. Genutzt hat das bekanntlich nichts, und so wird man sich auch KI-Anwendungen in der Medienbranche nicht kategorisch entgegenstellen können. Es geht darum, alle Beteiligten hinreichend zu qualifizieren, um die Chancen und Risiken der neuen Tools erkennen zu können.
Denn generative Programme können zwar schon viel, aber bei weitem nicht alles. Sie als „Intelligenz“ zu bezeichnen, zielt eher auf eine langfristige potenzielle Entwicklung ab als auf die Gegenwart oder die nahe Zukunft. Zu fehleranfällig sind solche Systeme noch, und sie werden menschliche Arbeit in den Redaktionen nie ganz ersetzen können – wenn man weiterhin Wert auf Qualitätsstandards legt. Es wird diejenigen geben, die schnelles Geld damit verdienen wollen, irgendwelchen Content zusammenfügen zu lassen und das als vorgeblichen Journalismus zu verkaufen. Der Burda Verlag hat mit einem Heft der „99 Pasta-Rezepte“ einen solchen peinlichen Vorstoß geliefert, etliche angebliche Newsseiten im Netz versuchen das Geschäftsmodell ebenfalls. Mit Journalismus hat das nichts zu tun. Auch das muss man lernen. Nicht nur als Managerin oder Manager in Medienunternehmen.
Es sind spannende Zeiten, in denen man sich vor allem qualifizieren (lassen) muss, um zu verstehen welche Instrumente auf dem Markt sind, wie sie genutzt werden können und wie sie tatsächlich eingesetzt werden. Dabei wird nicht jede Person alles machen können. Es ist aber wichtig, von den jeweiligen beruflichen Nachbardisziplinen zumindest ein valides Orientierungswissen zu haben. Als Autorin oder Autor bei einer Tageszeitung wird man nicht unbedingt Videos drehen, vor dem Mikrofon erzählen oder Webseiten programmieren müssen. Man wird aber die entsprechenden Vorarbeiten leisten und in der Kommunikation mit Fachleuten im Haus anschlussfähig sein müssen. Dazu gehört eine fundierte Grundbildung, was die verschiedenen Ausspielwege angeht.
Die Ästhetik der jeweiligen Darstellung ist dabei durchaus unterschiedlich. Ein Video bei TikTok funktioniert ganz anders als eines bei Facebook. Dass in der Nutzung solcher Plattformen nicht nur Risiken, sondern auch Chancen liegen, zeigen Medienhäuser wie der britische Guardian, die es schaffen, mit Hilfe ihrer Auftritte zum Beispiel bei Instagram die Nutzungszahlen der Webseite nach oben zu treiben – und letztlich sogar zahlende Abonnentinnen und Abonnenten zu gewinnen.
Was in Zukunft noch kommt, lässt sich nur in Ansätzen erahnen. Werden Computerspiele künftig (auch) Journalismus vermitteln? Sogenannte Serious Games machen durchaus schon Schritte in diese Richtung. Werden wir irgendwann unsere Informationen aus einer wilden Mischung von Sprachassistenten und „Künstlicher Intelligenz“ bekommen? Die weitgehende Nachrichtenverweigerung von Teilen der Bevölkerung deutet durchaus in diese Richtung, auch wenn das für eine demokratische Gesellschaft nicht ansatzweise wünschenswert sein kann.
Seriöse Qualifizierung muss aber auch ihren Platz in der jeweiligen Branche haben. Das ist im Journalismus eine besondere Herausforderung, weil es viele unterschiedliche Modelle gibt, nach denen die Menschen redaktionell beschäftigt oder beauftragt werden. Bei Festangestellten wird es in manchen Redaktionen aus Kostengründen immer noch nicht gerne gesehen, wenn sie Angebote zur Weiterbildung auch tatsächlich annehmen. Das ist ein Irrweg, der letztlich in die Sackgasse eines schleichend zunehmenden Qualitätsverlusts führen muss. Um „auf der Höhe der Zeit“ zu bleiben, müssen entsprechende Freiräume geschaffen und von den Mitarbeitenden auch genutzt werden.
Bei freiberuflich tätigen Journalistinnen und Journalisten gilt das in ähnlicher Form. Seminare, Coaching oder auch nur ernstzunehmende Fachliteratur und Tutorials sind meist ziemlich teuer. Hinzu kommt, dass dazu viel Zeit aufgewendet werden muss – Zeit, während der man keine Aufträge akquirieren oder abarbeiten kann, was einem Teufelskreis gleicht. Insofern wird man diese Zeiten in die jeweiligen Honorare für tatsächlich geleistete Tätigkeiten „einpreisen“ müssen. Viele Medienhäuser versuchen aber, diese Zahlungen für Werke zu drücken, wo es nur geht. Auch dieser Ansatz ist nicht zielführend, wenn man dauerhaft versierte Berichterstattende haben möchte.
Neben handwerklichen, kreativen und inhaltlichen Fähigkeiten muss ein besonderes Augenmerk der Qualifizierung auf der gesellschaftspolitischen und ethischen Rolle des Journalismus liegen. Während der Berufsstand immer mehr unter Beschuss gerät, ist die Reflexion über die eigene Arbeit wichtiger denn je. Dazu gehören beispielsweise Kompetenzen zur Entlarvung von Falschnachrichten und sogenannten „Deep Fakes“. Nicht immer ist auf den ersten Blick zu erkennen, ob man es mit einer wahrhaftigen Information zu tun hat – manchmal noch nicht einmal auf den zweiten. Umso wichtiger wird es, etwa Fotos und Filmdokumente auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, unabhängige Quellen zu recherchieren und dabei unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Während für angehende Richterinnen und Richter inzwischen gesetzlich vorgeschrieben ist, dass sie eine ethische Unterweisung zum Thema der Diktaturen des Nationalsozialismus und des SED-Staates DDR zu bekommen haben, müssen sich auch Medienschaffende mit den Gefahren beschäftigen, die mit einer Beschädigung oder gar Abschaffung der Demokratie einhergehen. Politische Kräfte, die mit Desinformation und – zuweilen persönlichen – Angriffen die Glaubwürdigkeit von Journalismus insgesamt in Frage stellen, zielen auf autoritäre Staatengebilde ab.
Zum Journalismus zählt deshalb Toleranz, die eingeübt und gelebt werden muss. In der Psychologie hat sich inzwischen die Definition durchgesetzt, dass Toleranz vor allem das Aushalten von Meinungen ist, die nicht die eigenen sind. Davor müssen sich Journalistinnen und Journalisten stets hüten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das jeweilige Gegenüber sich ebenfalls tolerant verhält. Meinungsfreiheit gerät an Grenzen, wo strafrechtliche Rahmensetzungen oder die Würde des Menschen verletzt werden.
Zu guter Letzt wird es aber auch darauf ankommen, vom Journalismus im wahrsten Sinne des Wortes leben zu können. Eine bloße Gewinnmaximierung wird der gesellschaftlichen Rolle des professionellen Mediengeschäfts nicht gerecht. Deshalb ist es richtig, dass politische Kräfte darüber nachdenken, Journalismus als gemeinnützig steuerlich zu begünstigen. Wenn etablierte Medienhäuser und die damit verbundenen Marken durch das allzu beherzte Ansetzen des Rotstifts ihre Rolle verfehlen, braucht es dynamische Neugründungen, die sich der demokratischen Gesellschaft verpflichtet fühlen.
In diesem Sinne muss es Ziel jeglicher Qualifizierung sein, nicht das Einzelkämpfertum zu fördern, sondern die Kollegialität und die Professionalität auf allen Ebenen. Gerade in Zeiten des Umbruchs dürfen Normen und Werte nicht verloren gehen, ganz gleich wie die „Darreichungsform“ der journalistischen Produkte sich entwickelt. Nur so bleibt der redaktionell gemachte Journalismus unterscheidbar vom „Mediengesumme“ und wird seiner Rolle in der Demokratie gerecht.​[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Fmetaverse%2F|title:Metaverse%2C%20NFTs%20%26%20Cryptos|target:_blank“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]

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