KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Warum das Bildungsraumschiff (noch) nicht abhebt

Bildungsraumschiff Digitale Schule

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Warum das Bildungsraumschiff (noch) nicht abhebt“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1606734180436{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Das ABC der digitalen Schule“ font_container=“tag:h2|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1606734233058{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]

Ilka Hoffmann, Ansgar Klinger, Bildungsgewerkschaft GEW

[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz & Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1598268967432{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]Lernende, die über kein ausreichendes analoges Fundament im Lesen, Schreiben und Rechnen verfügen, können von digitalen Mitteln nur wenig profitieren. Wer sich von der Digitalisierung Impulse für Schulreformen erhofft, muss deshalb auch in der analogen Welt offen sein für Veränderungen. Die Bildungsgewerkschaft GEW plädiert daher für offene Lernformen, differenziertere Lernangebote und eine deutlich größere Unterstützung der Schulen.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Zwar gilt die Corona-Krise als Digitalisierungsbeschleuniger, aber nicht in jeder Branche, nicht in jedem gesellschaftlichen System. Bestes Beispiel: die Bildung. Hier hakt es noch an vielen Stellen, doch gibt es Hoffnung. Die Bildungsgewerkschaft GEW befasst sich bereits seit Langem mit der Verbindung traditionell analoger Lernformen mit dem Digitalen. Die Hoffnung liegt auf ebendieser Verzahnung.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Wie sollen die deutschen Schulen ins digitale Zeitalter gebeamt werden? Spätestens seit der Corona-Krise ist das zu einem Top- Thema geworden. Vieles ist angestoßen, viele Entwicklungen sind beschleunigt worden. Das hilft allerdings wenig, wenn die Entwicklungen in die falsche Richtung gehen.
Machen wir also zunächst einmal eine Bestandsaufnahme. Was läuft gut? Wo sind die Schwachstellen, die mögliche Erfolge gefährden können?
1. Digitalpakt: Fünf Milliarden Euro an Bundesmitteln für die deutschen Schulen sind schon einmal ein Anfang, nach zwei Erweiterungen in diesem Sommer sind es mittlerweile 6 Milliarden. Allerdings: Die Abrufung der Gelder ist an digitale Entwicklungsprojekte gebunden, und die geteilten Zuständigkeiten von Bund, Ländern und Kommunen erschweren die Umsetzung. Die Schulen benötigen Zeit und Unterstützung für die Konzeptentwicklung; die Schulträger brauchen Unterstützung bei der erforderlichen IT-Administration. Hinzu kommt: Das Geld wird nicht reichen, um alle Schulen auszustatten. Die GEW fordert eine Aufstockung und die Verstetigung der Mittel.
2. Fortbildung: Das Problem ist erkannt. Die Lehrkräfte wünschen sich mehr gezielte Fortbildung. Leider ist das Fortbildungssystem in den meisten Bundesländern seit Jahren unterfinanziert. Deshalb fehlt es jetzt an Ressourcen und Konzepten. Hinzu kommt: Die angebotenen Fortbildungen sind häufig One-Shot-Veranstaltungen, bei denen einzelne Lehrkräfte einen Nachmittag lang in bestimmte Tools eingewiesen werden. Was wir stattdessen brauchen, wären Schulentwicklungsprojekte, bei denen digitale Konzepte nachhaltig mit den Strukturen der betreffenden Schule verbunden werden.
3. Medienpädagogik: Es fehlt in Deutsch-
land nicht an hochqualifizierten Fachkräften in Medienpädagogik. Dennoch: Die Medienpädagogik nimmt in der Ausbildung der Lehrkräfte noch immer nicht den Raum ein, den sie angesichts der digitalen Entwicklung haben müsste. Einzelne Studiengänge, bei denen das anders ist, bleiben Leuchtturmprojekte.
4. Fachkräftemangel: Was für die Hochschulen gilt, trifft in der Breite nicht zu: Eben weil die Medienpädagogik in der Ausbildung noch immer ein stiefmütterliches Dasein fristet, fehlt es in der Schule an Fachkräften. Zwar ist angedacht, dass die Schulen eigene Internet-Hausmeister bekommen, die die Reise ins digitale Zeitalter begleiten sollen. Stellen in der Digitalwirtschaft dürften allerdings auf Dauer attraktiver bleiben. So könnte die digitale Infrastruktur an den Schulen am Ende ähnlich brüchig aussehen wie die derzeitige bauliche und sanitäre Grundausstattung. Darüber hinaus fehlt es auch noch an ausgebildeten Lehrkräften, sodass die Schulen mehr mit Mangelverwaltung als mit Entwicklung beschäftigt sind.
5. Lernplattformen: Hier hat es dank Corona einen ziemlichen Schub gegeben. Internet-Zugänge, Online-Auftritte und Einspeisung von Lernmaterialien sind deutlich professionalisiert worden. Allerdings können sich die Länder weiterhin nicht auf gemeinsame Standards des Datenschutzes und des Zugangs einigen. So treten auch vermehrt kommerzielle Angebote in den Vordergrund.
6. Nutzung der digitalen Möglichkeiten: Online-Recherchen und digitale Lernspiele sind auch an deutschen Schulen längst keine extragalaktischen Unterrichtsbausteine mehr. Die Möglichkeiten eines stärker individualisierenden Lernens und differenzierenden Unterrichtens werden aber noch immer nicht entsprechend genutzt. Das Zauberwort heißt stattdessen „Learning Analytics“. Dahinter verbergen sich Online-Programme, die den Lernenden der Idee nach passgenaue Aufgaben für ihre Lernprobleme liefern sollen. Diese Programme erheben aber eine Fülle von Schüler*innendaten, deren Nutzung oftmals nicht geklärt ist. Hinzu kommt: Soziales, kooperatives Lernen und kreative Lernwege werden damit nicht gefördert.
7. Digitale Endgeräte: Der Online-Unterricht in Corona-Zeiten hat Lücken aufgezeigt, auf die rasch reagiert worden ist. Es gibt jetzt Programme für die Versorgung sozial benachteiligter Kinder mit Endgeräten. Und auch die Lehrkräfte sollen mit Dienstgeräten ausgestattet werden, die mehr Datensicherheit bei der Speicherung von Noten und Gutachten bieten. Wie umfassend und wie nachhaltig die entsprechenden Programme sind, ist allerdings ungewiss. So sind die Fragen des Supports, von Leasing oder Kauf nicht hinreichend geklärt. Gleiches gilt für die Kriterien der Verteilung von Endgeräten an unterprivilegierte Kinder.[/vc_column_text][vc_single_image image=“24069″ img_size=“full“ add_caption=“yes“][vc_custom_heading text=“Zwischenbilanz“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left“][vc_column_text]Wie man sieht, ist die Bilanz gemischt. In Schulsprache übersetzt: Der Schüler bemüht sich, stößt aber doch rasch an seine Grenzen. Von den Erfolgen der skandinavischen Länder sind wir noch weit entfernt.
Das liegt aber nicht nur daran, dass beispielsweise Finnland Nokia-Land ist und die Kinder dort die Digitalisierung gewissermaßen mit der Muttermilch aufsaugen. Wenn es danach geht, können wir durchaus mit den Finnen mithalten.
Nein, der wesentliche Unterschied zu den skandinavischen Ländern ist ein anderer: Dort setzt man schon seit Jahren auf einen stärker individualisierenden und differenzierenden Unterricht. Dadurch können auch die entsprechenden Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, viel selbstverständlicher genutzt werden. In Deutschland wird weiterhin von dem Ideal einer homogenen Lerngruppe und dem gleichschrittigen Lernen ausgegangen. Wer „nicht mitkommt“, soll die Schulform wechseln.
Viele Lehrkräfte bemühen sich zwar um moderne, kreative Unterrichtsformen. Dabei holen sie sich aber immer wieder an den Gitterstäben unserer tradierten Schulstrukturen eine blutige Nase. Mit der Orientierung an Ziffernnoten, gleichschrittigem Lernen und der Unterteilung des Wissens in Fächerschubladen erschwert unser Schulsystem die individuelle geistige Entfaltung eher, als dass sie diese fördert. Die veralteten Strukturen und Konzepte verhindern eine gute Verbindung zwischen analogen und digitalen Konzepten.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Ready for lift-off?“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left“][vc_column_text]Die Corona-Krise hat gezeigt: Das deutsche Schulsystem ist nicht krisenfest. Beim ersten kleinen Stürmchen fällt es in sich zusammen, weil es zu stark auf extrinsischer Motivation durch Noten und Tests aufbaut. Selbstständiges und selbstverantwortetes Lernen steht nicht im Mittelpunkt. So könnte man die Krise zum Anlass nehmen, um das System auf den Kopf zu stellen und das Lernen einmal nicht von der Institution Schule aus zu denken, sondern von den Bedürfnissen der Lernenden aus. Bezogen auf das Lernen im digitalen Zeitalter, lassen sich daraus folgende zentrale Empfehlungen ableiten:
1. Befähigung zu einer bewussten Mediennutzung durch Vermittlung anwendungsbezogenen Grundwissens: Die Lernenden müssen mit Geräten und Programmen nicht nur umgehen können, sondern auch eine Vorstellung davon haben, auf welchen Voraussetzungen deren Funktionsweise beruht. Dies betrifft Grundkenntnisse in Informatik ebenso wie Recherchetechniken oder Möglichkeiten der kommunikativen Vernetzung.
2. Befähigung zu einer kreativen Mediennutzung: Hierunter ist zu verstehen, dass über digitale Medien nicht nur passiv konsumiert wird. Bei Lernprozessen müssen vielmehr stets die neuen Möglichkeiten für die individuelle Entfaltung im Vordergrund stehen. Dies betrifft das Einüben kreativer Recherche zu Sachthemen ebenso wie das produktive Potenzial, das sich etwa durch die Möglichkeit zur Erstellung digitaler Lernfilme, -spiele oder -tagebücher ergibt.
3. Befähigung zu einer kritischen Mediennutzung: Eine mündige Nutzung der digitalen Möglichkeiten setzt auch ein Bewusstsein für deren Grenzen und Gefahren voraus. So müssen Lernende auch ein Verständnis für die ganz eigene Logik in der Welt der Algorithmen oder die Manipulationsmöglichkeiten durch Social Bots entwickeln. Den Lernmöglichkeiten, die durchdachte Online-Planspiele bieten, muss der Suchtfaktor kommerzieller Computerspiele gegenübergestellt werden.
4. Unterstützung der Schulen: Die Schulen müssen massiv bei der Konzeptentwicklung unterstützt werden. Der Digitalpakt muss erweitert und verstetigt werden. Schulinterne Fortbildung und Zeitressourcen für die Schulentwicklung sind notwendig.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Fazit“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left“][vc_column_text]Die analoge und die digitale Welt existieren nicht unabhängig voneinander in verschiedenen Galaxien. Sie bauen vielmehr aufeinander auf und sind eng miteinander verzahnt. Arbeitsblätter werden nicht schlicht dadurch spannender, dass sie in digitaler Form präsentiert werden. Lernende, die über kein ausreichendes analoges Fundament im Lesen, Schreiben und Rechnen verfügen, können von digitalen Mitteln nur wenig profitieren. Wer sich von der Digitalisierung Impulse für Schulreformen erhofft, muss deshalb auch in der analogen Welt offen sein für Veränderungen. Offene Lernformen und mehr Differenzierung an Lernangeboten sind notwendig. Soll heißen: Ohne eine analoge Startrampe kein Abflug in den Digitalhimmel.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_createlink title=“Zu den Literaturangaben“ btn_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fausgabe-2020-4-204%2F|title:Ausgabe%202020-4-204″][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Flerngroesse-eins%2F|title:Lerngr%C3%B6sse%20Eins“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]

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