KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Code statt Klemmbrett: Wie Prozesse intelligent wachsen

Illustration: Fortgeschrittene Isometrie für Systemmarketing

Ralf Schmidt, Scheer GmbH
Die Biotechnologiebranche steht unter wachsendem Druck – von regulatorischen Anforderungen über Nachhaltigkeitsziele bis hin zur Notwendigkeit schneller Innovation. Historisch gewachsene IT-Strukturen mit papierbasierten Prozessen bremsen jedoch oft den Fortschritt. Moderne SAP-Lösungen wie S/4HANA, BTP oder Digital Manufacturing schaffen die Grundlage für durchgängig digitale, integrierte Prozesse. Sie ermöglichen Echtzeitdatenverarbeitung, KI-gestützte Analysen und eine nahtlose Integration von Labor und Produktion. So wird aus isolierten Insellösungen ein vernetztes Ökosystem, das Effizienz, Compliance und Innovationsfähigkeit gleichzeitig stärkt.

Virtuelle Körper, echte Chancen – Für eine Medizin, die Geschlecht mitdenkt

Konzept des digitalen Zwillings. Ein Finger berührt und verbindet sich mit einem digitalen Finger, um sowohl die physische als auch die digitale Welt zu aktivieren. Geschäfts- und Technologie-Simulationsmodellierung

Laura Steffny, August-Wilhelm Scheer Institut
Digitale Zwillinge revolutionieren die Medizin: Statt Durchschnittswerte zu verwenden, ermöglichen sie individuell zugeschnittene Diagnosen und Therapien. Besonders in der geschlechtersensiblen Versorgung schließen sie Datenlücken, die bisher zu Fehldiagnosen und unpassenden Behandlungen führten. Erste Studien zeigen eine deutlich höhere Präzision bei Vorhersagen etwa von Schwangerschaftsdiabetes oder Prostatakrebs. Digitale Zwillinge basieren auf realen Gesundheitsdaten und modellieren den menschlichen Körper dynamisch und lernfähig. Damit könnten sie den Weg zu einer gerechteren, personalisierten Medizin ebnen – wenn ethische Standards, Datenschutz und Diversität berücksichtigt werden.

Start mit Stolpern: Was Biotech-Innovationen zum Scheitern bringt

Biotechnologische Innovationen brauchen Struktur, Kapital und Akzeptanz, um gesellschaftlich wirksam zu werden.

Max Pöhlmann, Ralf Huss, BioM Biotech Cluster Development GmbH
Biotechnologische Innovationen sind zentral für medizinischen Fortschritt, Klimaschutz und Ernährungssicherheit – doch ihr Weg von der Forschung zur Anwendung ist lang, komplex und teuer. Viele Ideen scheitern nicht an ihrem Potenzial, sondern an strukturellen Hürden, fehlender Skalierung und mangelndem Verständnis für Marktmechanismen. Erfolgreiche Innovation erfordert Interdisziplinarität, gezielten Technologietransfer und ausreichend Risikokapital. Gleichzeitig sind regulatorische Auflagen und gesellschaftliche Akzeptanz entscheidend dafür, ob biotechnologische Produkte überhaupt den Markt erreichen. Um das volle Potenzial dieser Zukunftstechnologie zu heben, braucht es Mut, unternehmerischen Geist und klare politische Rahmenbedingungen.

Digitalisierung als Wachstumstreiber für aufstrebende Märkte

eine Fliege im Hologramm- und Drahtgitterstil

Urs Liebau, Jana Smolka, Tom Patzwald, August-Wilhelm Scheer Institut
Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen für nachhaltige Ernährungssysteme, insbesondere in aufstrebenden Märkten. Alternative Proteine wie Insekten bieten ökologische Vorteile, doch bisher fehlt es an skalierbaren digitalen Lösungen. Mit Grow Detect AI wird die Insektenzucht durch Künstliche Intelligenz, Sensorik und Blockchain effizienter, transparenter und ressourcenschonender. Technologien wie InsectCounting und Insectpassport ermöglichen präzise Produktionsplanung und erhöhen das Vertrauen der Konsumierenden. So kann Digitalisierung nicht nur die Lebensmittelproduktion revolutionieren, sondern auch den Wandel hin zu einer klima- und biodiversitätsfreundlichen Ernährung beschleunigen.

Ernte 2.0: Wenn Reststoffe zu Ressourcen werden

Ökologisches Kleinplanetenkonzept, ökologisches Bild, grüne Erde

Michael Zavrel, Technische Universität München
Die Nutzung von Agrarreststoffen als nachhaltige Rohstoffquelle bietet großes Potenzial zur Reduktion von Treibhausgasen und zur Entkopplung von fossilen Ressourcen. Statt wertvolle Anbauflächen für die Kunststoff- oder Kraftstoffproduktion zu beanspruchen, können pflanzliche Reststoffe wie Stroh oder Zuckerrohr-Bagasse sinnvoll verwertet werden. Biotechnologische Verfahren ermöglichen es, die in diesen Reststoffen enthaltenen Zucker der zweiten Generation in Biokunststoffe, Enzyme oder Biokraftstoffe umzuwandeln. Dabei helfen moderne Technologien wie Soft-Sensoren und Künstliche Intelligenz, die Prozesse effizient und flexibel zu steuern. Für eine erfolgreiche Umsetzung im industriellen Maßstab sind frühzeitige Analysen und eine praxisnahe Testung entscheidend.

Zwischen Zahnrad und Zelle: Bioprozesse als Teil industrieller Wertschöpfung

Technologie trifft Natur eine mechanisierte Tomate Studio-Kulisse surreale Komposition Nahaufnahme

Arber Shoshi, Maximilian Dörr, Yannick Baumgarten, Robert Miehe, Thomas Bauernhansl, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Die biologische Transformation markiert einen grundlegenden Wandel in der industriellen Wertschöpfung. Sie verbindet biologische Prinzipien mit digitalen Technologien und ermöglicht dadurch nachhaltige, adaptive und dezentrale Produktionssysteme. Biointelligente Systeme, die auf lebenden Komponenten basieren und automatisiert gesteuert werden, stehen dabei im Mittelpunkt. Durch den gezielten Einsatz von Sensorik, Robotik und Künstlicher Intelligenz entsteht eine neue industrielle Logik. Unternehmen, die diesen Wandel frühzeitig gestalten, sichern nicht nur ihre Wettbewerbsfähigkeit, sondern erschließen auch neue Märkte und Innovationspotenziale.

KI in Unternehmen: Vom Experiment zur Notwendigkeit

Geschäftsleute bauen Business-Brückenpuzzle

Isabell M. Welpe, TUM, Mario Pofahl, Linklaters
Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen entwickelt sich von einem experimentellen Ansatz zu einer strategischen Notwendigkeit. Laut einer aktuellen Studie von Linklaters und der TU München erwarten Unternehmen erhebliche Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Effizienz und Entscheidungsprozesse. Besonders generative KI wird als potenzieller Treiber für Produktivitätssteigerungen, neue Angebote und Kosteneinsparungen gesehen. Gleichzeitig stellen Datenschutz, rechtliche Unsicherheiten und fehlende KI-Kompetenzen große Herausforderungen dar. Die Studie zeigt, dass langfristiger Erfolg nur durch Investitionen in IT-Infrastruktur, Weiterbildung und kulturellen Wandel möglich ist.

23. Dezember 2022, 03:00 Uhr

Testscreen bunt

Im Gespräch mit Kai Ebert, Westsächsische Hochschule Zwickau
Deutschlands Institutionen und Firmen werden zunehmend Ziel von Cyberangriffen. Die Westsächsische Hochschule Zwickau war neben vielen weiteren Institutionen Ende 2022 von einem Cyberangriff betroffen. Gerade im Bereich der Lehre und Forschung wird es einen immerwährenden Spagat zwischen Freiheit und maximaler Schutz der IT-Systeme geben.

Mehr als Abfall

Titelbild Zeidler scaled 1

Henning Zeidler, TU Bergakademie Freiberg, Angelika Bullinger-Hoffmann, TU Chemnitz
Additive Fertigung als Beitrag zur Kreislaufwirtschaft: Upcyceln von Reststoffen aus Landwirtschaft und Industrie für das 3D-Drucken von komplexen Bauteilen. Das Reallabor SAMSax nutzt „Binder Jetting“ als skalierbare Technologie zur Verarbeitung von pulverförmigen Reststoffmaterialien mit angepassten Bindern und entwickelt entsprechende Prozessketten, um lokale Wertschöpfung mit nachhaltigen Produkten zu generieren.

Politikberatung im Beziehungskonflikt

Zwei Fäuste treffen aufeinander, Beziehungskonflikt

Thomas Kliche, Hochschule Magdeburg-Stendal
Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert, und damit hat sich auch das Verhältnis zur Wissenschaft gewandelt. Wissenschaftsfeindlichkeit ist auf dem Vormarsch, und erschreckend viele Menschen beziehen Informationen aus dubiosen Quellen. Wenn die Politik weiter auf wissenschaftliche Beratung setzen will, was sie muss, dann sind neue Beratungsforen notwendig.