KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Zukünfte einer digitalen Circular Economy

Circular Econony

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Zukünfte einer digitalen Circular Economy“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1615454593779{margin-top: -25px !important;}“][vc_column_text]

Florian Hofmann, TU Berlin, Jakob Zwiers, IZT Berlin, Melanie Jaeger-Erben, TU Berlin

[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz & Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1598268967432{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]Circular Economy und Digitalisierung, zwei aktuell schillernde Begriffe, die in wirtschaftspolitischen Programmheften und unternehmerischen Strategieentwürfen eine immer größere Präsenz einnehmen. Die Synthese zwischen Circular Economy und Digitalisierung kann zu einer nachhaltigen Transformation gegenwärtiger Produktions- und Konsumsysteme beitragen. Welche Zukünfte sind nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern auch gesellschaftlich wünschenswert?[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Angesichts einer Vielzahl gekoppelter ökologischer, sozialer und ökonomischer Krisen halten immer mehr Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eine grundlegende gesellschaftliche Transformation für unumgänglich, soll der Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen gesichert werden. Der erschreckend beschleunigte Rückgang von Biodiversität, der Klimawandel oder die Zunahme sozialer Disparitäten sind Symptome persistenter, das heißt über langfristige Zeithorizonte hinweg wirkender Problematiken, die tief in die sozialen und materiellen Strukturen eingeschrieben sind. Dieses Verständnis von gesellschaftlichen Krisen als komplexe, sich gegenseitig beeinflussende Problemmuster legt offen, dass es für ihre Überwindung einer radikalen Neugestaltung unserer sozio-technischen Systeme bedarf.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Ein potenzieller wirtschaftlicher Transformationskorridor, der gegenwärtig aufwachsendes Interesse bei Politikern, Unternehmensvertretern und Wissenschaftlern stößt, ist die Idee einer Circular Economy. Der Kerngedanke besteht darin, die derzeitigen dominanten Produktions- und Konsumformen, die einem linear arrangierten „Produce – Use – Dispose“ Schema folgen, durch einen zirkulär ausgerichteten „Reduce – Reuse – Recycling“ Modus zu ersetzen. So sollen Wertschöpfungsketten durch Wertschöpfungskreisläufe substituiert werden, um den Austrag gesundheits- und naturschädigender Stoffe zu minimieren, dem Trend der Rohstoffverknappung entgegenzuwirken und Abfallberge erst gar nicht entstehen zu lassen.
Der englische Begriff der Circular Economy umfasst inhaltlich einen weitreichenderen Ansatz der Zirkularität im Vergleich zum deutschen Begriff der Kreislaufwirtschaft, der vor allem Recyclingprozesse von Produkten und Materialien fokussiert. Vielmehr sollen Produkte und die auf ihre Attribute speziell zugeschnittenen Dienstleistungen so designt werden, dass sie deutlich intensiver und länger genutzt werden können. Produkte sollen repariert, aufgerüstet, wiederveräußert, wiederaufbereitet; sie sollen verfügbar und erfahrbar gemacht werden, wobei Eigentum keine unabdingbare Voraussetzung für ihre Nutzung darstellt. Wertschöpfungsprozesse lokalisieren sich in Nähe der Produktnutzungsorte, um sofortige Zugänglichkeit, Einfachheit, und Flexibilität zu gewährleisten.
Sowohl der im Jahr 2020 von der Europäischen Kommission präsentierte „Circular Economy Action Plan“, der dem „European Green Deal“ als strategischer Eckpfeiler dient, als auch das im gleichen Jahr verabschiedete Ressourceneffizienzprogramm „ProgRess III“ der deutschen Bundesregierung unterstreichen exemplarisch die politische Intention, das Konzept der Circular Economy zu fördern. Neben der Zielsetzung, die menschliche Belastung auf Ökosysteme drastisch zu reduzieren, werden die Prinzipien der Circular Economy ebenfalls als Unterbau einer resilienten Wirtschaft angesehen, indem Abhängigkeiten von Rohstoffimporten und volatilen Rohstoffmärkten reduziert und somit Versorgungsrisiken antizipiert werden können.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Digitale Technologien als denkbare Enabler der Circular Economy“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]In strategischen Programmen zur Circular Economy wird wiederholt das Potential der Digitalisierung als Ermöglicher („Enabler“) zirkulärer Produktions- und Konsumpraktiken betont. Es werden vielseitige Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsgebiete diskutiert, wie digitale Technologien zu einer effektiven Operationalisierung der Circular Economy-Prinzipien im wirtschaftlichen Alltag beitragen könnten. Neben effizienteren Produktionsprozessen oder unkonventionellem Produkt- und Geschäftsmodelldesign sind neuartige Kommunikationsmuster sowie intensivere und effektivere Kollaborationsformen zur Etablierung von Wertschöpfungskreisläufen denkbar. Ein derzeitig viel beachtetes Instrument zur Ermöglichung neuartiger digital gestützter Circular Business Models ist der digitale Produktpass.
Dabei handelt es sich um einen Datensatz, der Informationen über alle Phasen des Produktlebens speichert, wie zum Beispiel die materielle Zusammensetzung, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit. So sollen die Informationen in einem standardisierten Format allen im Wertschöpfungskreislauf agierenden Akteuren zur Verfügung gestellt werden, um Kollaboration unternehmensübergreifend zu fördern und Transparenz bei Konsumentscheidungen zu ermöglichen.
Überdies sollen modular konstruierte Produkte integrierte Sensorik besitzen, die es ermöglicht, Echtzeitinformationen über den gegenwärtigen Zustand von Komponenten, Nutzungsintensität sowie lokale Zugänglichkeit der Objekte zu erhalten, zu speichern und auszuwerten. So können gewonnene Daten zum Beispiel von Anbietern von Sharing-Modellen zur Entscheidungsfindung herangezogen werden, ob und wann zirkulierende Produkte oder Produktmodule repariert, ausgetauscht und ersetzt werden sollen, um Ausfallraten auf ein Minimum zu reduzieren.
Die Akkumulation, Analyse und Verarbeitung von großen Datenvolumina könnten mittels der Anwendung künstlicher Intelligenz enorme Möglichkeiten bereithalten, die Nutzungsintensität und -dauer von Produkten zu erhöhen und Materialkreisläufe zu schließen. Allerdings übersehen Entwürfe einer digital ermöglichten Circular Economy die gesellschaftlichen Herausforderungen, die als Katalysator bereits bekannter problematischer Trends der Digitalisierung wirken können. Bei der Etablierung einer digitalen Circular Economy gilt es daher, neben der Gefahr der ausufernden und übergriffigen Sammlung, Speicherung und Verwertung personenbezogener Daten (der „gläserne Mensch“) die zunehmende Wissensund Machtkonzentration bei wenigen großen Digital-Playern, Monopolisierungstendenzen bei digitalen Plattformen (wie aktuell im Bereich der digitalen Mobilitäts-Plattformen zu beobachten ist) oder den intensiven Ressourcen- und Energieverbrauch digitaler Infrastrukturen und Endgeräte kritisch zu befragen. Dennoch weist die Begegnung zwischen Circular Economy und Digitalisierung enorme Potenziale zur Gestaltung einer gesellschaftlichen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit auf. Dies illustrieren die folgenden Beispiele zweier deutscher Unternehmen.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Pioniere einer digitalisierten Circular Economy“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Das Berliner Startup FixFirst arbeitet an einem „Betriebssystem für Reparatur und Wartung in einer Circular Economy“, das eine Grundlage für ein digitalisiertes Handwerk sowie für Produkt- Service-Systeme für Haushaltsgeräte schafft. Handwerk wird hier durch digitale Technologien ergänzt, um es für Nutzer attraktiv zu machen, ihre Haushaltsgeräte einfacher, schneller und preiswerter reparieren zu lassen, anstatt diese nach kurzer Zeit auszutauschen.
Die angebotene Plattform will den Reparatur- Markt übersichtlich strukturieren, indem digitalisierte Prozesse etabliert und stärker vernetzt werden, um letztlich die Zusammenarbeit verschiedener Marktakteure (Privat- und Geschäftskunden sowie Reparatur- und Wartungsanbietern) zu vereinfachen. Kunden können etwa mit einer online buchbaren Video-Inspektion eine Fernberatung wahrnehmen. Ebenso wird ein „Matching“ mit regionalen Anbietern ermittelt, die Erstellung und Vermittlung von Vertragsmodalitäten übernommen und eine mobile und schlanke Auftragsabwicklung sowie Planung von Reparatur- und Wartungsservices ermöglicht. Betriebe und Service-Partner können so bedarfsgerecht Aufträge annehmen. Fix- First zeigt, wie mittels Digitalisierung lokales Handwerk gestärkt werden kann.
Die SHIFT GmbH hat es sich zum Ziel gesetzt, langlebige Smartphones und Laptops zu entwickeln. Das Social Business Start-up aus Hessen ist bekannt geworden durch die Vermarktung des SHIFTPHONE. Ähnlich wie das medial prominente Fairphone adressiert SHIFT sozial-ökologische Herausforderungen, die mit der Produktion digitaler Technologien einhergehen. Ressourcenschonung, faire Arbeitsbedingungen und ein modulares Design zur Verbesserung der Reparierbarkeit und Aufrüstbarkeit sind daher Merkmale von SHIFT-Produkten. Nutzer können beispielsweise das Betriebssystem anpassen, den Speicher erweitern und den Akku austauschen. Ebenso werden Nutzer mittels der Bereitstellung von Ersatzteilen und Online-Tutorials motivierend befähigt, ihre Geräte selbst zu reparieren. Begünstigt wird dies, da auch trotz Aufschrauben und Rooten die Gewährleistung erhalten bleibt.
Außerdem betreibt SHIFT ein intensives Community Building, in der die Reparatur- Kultur gestärkt und der Austausch und die gegenseitige Hilfe unter den „Shiftern“ unterstützt wird. Nicht zuletzt versucht SHIFT Transparenz zu schaffen und ihre sozial-ökologische Wirksamkeit offenzulegen, zum Beispiel hinsichtlich der Lieferantennetzwerke und Finanzen, die in einem Wirkungsbericht kommuniziert werden. SHIFT zeigt, wie die sozialen und materiellen Ressourcen nachhaltig genutzt werden können, auf deren Grundlage sich die Digitalisierung vollzieht.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Von der digital ermöglichten zur digital befähigenden Circular Economy“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Die beiden Praxisbeispiele zeigen, wie auch kleine Unternehmen und Start-ups die Digitalisierung nutzen können, um neue Dienstleistungen und Angebote innerhalb der Circular Economy zu schaffen. Reparatur beispielsweise wird damit lokal erleichtert. Produktnutzer, die ihr Gerät reparieren lassen wollen, stehen derzeit oft noch vor großen Hürden; der Aufwand, sich mit den Möglichkeiten der Reparatur auseinander zu setzen, und die Kosten im Vergleich zum Neukauf werden von vielen als zu hoch wahrgenommen. Die genannten Unternehmen stehen beispielhaft für einen wachsenden Markt an Anbietern, die versuchen, zirkuläre Handlungsmuster zu erleichtern. Ihre Angebote werden zum großen Teil digital ermöglicht, gleichzeitig tragen sie aber auch zur Befähigung von Nutzern innerhalb der Circular Economy bei.
Denn obwohl sich viele Umsetzungsstrategien vor allem mit dem Wandel von Unternehmenslogiken befassen, erfordert die Circular Economy auch eine Transformation der Rollen und Praktiken von einstigen „Konsumenten“. Sie werden durch die Circular Economy zu Nutzern und Prosumenten, die Produkte nicht mehr länger einfach nur verbrauchen, sondern durch die Anschaffung langlebiger Produkte, den sorgsamen und erhaltenden Umgang mit ihnen, Reparatur, Upcyling oder Second- Hand-Nutzung einen entscheidenden Beitrag leisten.
Diese Transformation von Rollen und Praktiken ist kein Selbstläufer, sondern muss über die Förderung entsprechender Fähigkeiten, den Zugang zu Informationen sowie durch entsprechende Angebote ermöglicht werden, und das unabhängig von Bildung, Herkunft und Einkommen. Die Digitalisierung kann hier nicht nur die Zugänglichkeit zu Produkten und Dienstleistungen verbessern, sondern darüber hinaus auch die Vernetzung der Menschen fördern, die sich als Nutzer über Angebote austauschen und gegenseitig informieren.
Die digitale Vernetzung erlaubt auch, im Bedarfsfall gemeinsam für mehr Rechte oder Transparenz einstehen zu können, wie die „Recht auf Reparatur“-Bewegung erfolgreich gezeigt hat. Die zunehmende Anzahl vernetzter Reparatur-Initiativen, digitaler Do-It-Yourself- Anleitungen und Design Hacking-Beispiele belegen zudem, dass auch jenseits des klassischen Marktes alternative Konsum- und Produktionsformen im Sinne der Circular Economy entstehen, die vor allem die Befähigung und Emanzipation derjenigen vorantreiben, die im klassischen Politsprech immer noch auf den Begriff „Verbraucher“ reduziert werden.

 

(Bildquelle: AdobeStock | 263530493 | ivector)[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Flerngroesse-eins%2F|title:Lerngr%C3%B6sse%20Eins“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]

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