KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Plattform versus Blockchain- Gegenwart versus Zukunft?

Plattform versus Blockchain – Gegenwart versus Zukunft?

Prof. Dr. Christian Gärtner, Quadriga Hochschule und Dr. Wolfram Jost, CTO der Software AG

Kurz und Bündig

Hat die Blockchain wirklich das Potenzial, bestehende Plattformunternehmen anzugreifen? Diese Frage kann man aus Marktsicht und auch Technologie getrieben diskutieren. Bei letzterem Ansatz kommt man ganz schnell zur Frage, wann es sich noch um ein echtes Blockchain Projekt handelt, und wo eigentlich nur Blockchain drauf steht, aber nicht mehr drin ist.

Spricht man heute von erfolgreichen digitalen Unternehmen, so sind dies im Allgemeinen Plattformunternehmen, die im B2C Segment unterwegs sind. Sie selbst produzieren gemeinhin nichts, sondern sie vermitteln zwischen Anbieter- und Käufermarkt. Dabei liegt die wahre Wertschöpfung nicht mehr beim Produkt, sondern genau in dieser Maklerfunktion. Eine neue Technologie, die Blockchain, scheint nun das Potenzial zu haben, gesetzte Umsatzgiganten wie Airbnb, Amazon oder booking.com in Bedrängnis zu bringen. Darüber haben wir mit Prof. Dr. Christian Gärtner, Quadriga Hochschule und Dr. Wolfram Jost, CTO der Software AG gesprochen.

IM+io: Herr Prof. Gärtner, durch die Block­chain wird die Rolle des Vermittlers überflüs­sig, Dienstleistungen werden über die dahin­terliegende Distributed Ledger-Technologie unverfälschbar und dokumentensicher er­bracht. Smart Contracts definieren Leistun­gen und Gegenleistungen. Welche Hürden verhindern derzeit eine breite Realisierung?

CG: Die klassische Antwort, die man noch vor 1 bis 2 Jahren hätte geben können, lautet, die Skalierbarkeit ist nicht wirklich gegeben, die Validierung der Transaktionen ist über die Blockchain-Technologien zu langsam und die Anwendung ist zu energieintensiv. Diese Argu­mentation stammt allerdings aus einer Zeit, als es nur die Bitcoin Blockchain gab. Mittlerweile kennen wir aber ganz andere Technologien, die nicht nur auf der Blockchain aufbauen, etwa Tangle, die ja eher ein gerichteter Graph ist, oder Etherium. Die technische Hürde liegt nun darin, dass es sehr unterschiedliche Technologien gibt, mit ihren jeweils eigenen Konsens- und Validie­rungsverfahren, ihren Versprechen bezüglich Skalierbarkeit, Geschwindigkeit und Energiever­brauch, so dass eigentlich kaum jemand mehr durchblickt. Zudem haben die Bitcoin Blase, die wir letztes Jahr sahen, und auch viele andere Kryptowährungen viele ge- und enttäuscht, das Vertrauen ist zerstört. Ein dritter Punkt, der da­mit einhergeht, liegt darin, dass die Plattformen, die hier angegriffen werden sollen, B2C Plattfor­men sind. Sie sprechen die breite Masse, den Endkunden, an. Der kann sich unter den Bitcoin Blockchains, Etherium Blockchains und Tangle gar nichts vorstellen. Die Akzeptanz auf Nutzer­seite ist also schwierig.

__HEADING__h4:IM+io: Herr Dr. Jost, welche Hürden sehen Sie beim Angriff der Blockchain auf die erwähn­ten Plattformen?

IM+io: Betrachten wir noch einmal die Nut­zerseite. Herr Prof. Gärtner, liegt der Grund für eine gewisse Zurückhaltung der User auch an den Benutzeroberflächen und Zu­gangsmöglichkeiten, und könnten die Ver­mittlungsfunktionen der Blockchain mit den rundum-glücklich Paketen von Marktfüh­rern wie Amazon und Uber überhaupt konkurrieren?

IM+io: Herr Dr. Jost, wie bewerten Sie Block­chain basierte Alternativen zu Facebook oder Uber und deren Angriffspotenzial auf her­kömmliche Plattformen?

IM+io: Plattformunternehmen wird vorge­worfen, dass sie ihr Geld vor allem mit den Daten der User verdienen. Herr Prof. Gärt­ner, ist das Thema ‚Datenkrake‘ für die breite Masse wirklich ein Verkaufsargument für die Blockchain?

IM+io: Herr Dr. Jost, wie bewerten Sie die Aussage, es handele sich bei der Blockchain Technologie um das „neue Internet“?

IM+io: Sind das die Hintergründe dafür, dass aktuell erfolgreiche Plattformunternehmen oder auch Unternehmen, die in ihrem Busi­nessmodell auf Plattformen setzen, der neuen Herausforderung eher gelassen gegenüber stehen?

IM+io: Herr Prof. Gärtner, warum stehen aus Ihrer Sicht herkömmliche Plattformunter­nehmen dem „neuen Internet“ eher ent­spannt gegenüber?

IM+io: Wird die Blockchain auch B2B Platt­formen wie SAP angreifen können?

IM+io: Wie geht es aus Ihrer Sicht weiter, er­warten Sie einen harten Kampf oder eher ein friedliches Nebeneinander der Technologien und Applikationen?

IM+io: Herr Dr. Jost: Klassische Plattform ver­sus Blockchain oder jedem seine Nische?

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