[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“OpenServ4P – Offene, intelligente Services für die Produktion“ font_container=“tag:h2|font_size:38|text_align:left|color:%23e30613″ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1545151519006{margin-top: -25px !important;}“][vc_column_text]Thomas Feld, Erdem Güngör, Aly Taleb, Scheer GmbH
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Kurz und bündig:“ font_container=“tag:h3|font_size:17|text_align:left|color:%23ffffff“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1519747666609{padding-left: 15px !important;background-color: #f07d00 !important;}“][vc_column_text css=“.vc_custom_1545151609163{border-top-width: 1px !important;border-right-width: 1px !important;border-bottom-width: 1px !important;border-left-width: 1px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #eaeaea !important;border-left-color: #aaaaaa !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #aaaaaa !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #aaaaaa !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #aaaaaa !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 1px !important;}“]
Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projektes OpenServ4P entwickeln die Projektpartner eine Plattform für internetbasierte Services, mit deren Hilfe bestehende Produktionsanlagen zu Industrie 4.0-fähigen Anlagen aufgerüstet werden können. Dazu ist eine Hardware- und Software-Architektur erforderlich, die einen Zugriff auf die unterschiedlichen Produktionsressourcen (Maschinen und Anlagen verschiedener Hersteller) sowie eine entsprechende Datenübertragung und -auswertung ermöglicht. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um industrielle Echtzeit-Produktionsplanung, Risikomanagement sowie vorausschauende Instandhaltung und integrierte Qualitätssicherung als Dienstleistung anzubieten.
[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][vc_column_text]
Die Umsetzung von Industrie 4.0 stellt Industrieunternehmen immer noch vor große Herausforderungen, geht es doch nicht nur um die komplette digitale Vernetzung von Produktionsanlagen, sondern auch um die umfassende Nutzung von Maschinen- und Sensordaten zur Entwicklung von intelligenten, produktionsnahen Dienstleistungen (Smart Services). Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projektes OpenServ4P wurden herkömmliche Produktionsanlagen zu Industrie-4.0-fähigen Anlagen aufgerüstet und Smart Services für die Metall- und Kunststoffverarbeitung umgesetzt und erprobt.
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Hierzu wurde eine skalierbare Hardware- und Softwarearchitektur aufgesetzt, die einen Zugriff auf die unterschiedlichen Produktionsressourcen sowie eine sichere Datenübertragung und -auswertung ermöglicht. Damit wurden die Voraussetzungen geschafft, um industrielle Echtzeitanwendungen mit internetbasierten Technologien umsetzen zu können. Scheer übernahm dabei die Umsetzung eines auf Mixed Reality basierenden adaptiven Risikomanagement-Services, mit dem Risiken in Echtzeit überwacht und bewertet werden.
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Adaptives Risikomanagement“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]
Unter Risikomanagement wird die Messung und Steuerung aller Risiken für ein Unternehmen verstanden. Das Risikomanagement umfasst dabei sämtliche Maßnahmen zur Identifikation, Analyse, Bewertung, Überwachung und Kontrolle von Risiken, wie es die Abbildung 1 darstellt
Das im Projekt entwickelte adaptive Risikomanagementverfahren bewertet die Risikosituation dynamisch auf der Basis von Echtzeitinformationen. So können zielgerichtete Maßnahmen zur Risikominderung oder Risikobegrenzung abgeleitet und der mögliche Schadenseintritt verhindert werden. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Produktionsrisiken gelegt:
- Ressourcenrisiko: Berücksichtigen die Risiken des Maschinen- und Personalausfalls sowie des Ausfalls von Transportmitteln und benötigten Einsatzmitteln für die Produktion.
- Materialrisiko: Unter das Materialrisiko fallen insbesondere fehlende Hilfsstoffe sowie fehlendes oder fehlerhaftes Rohmaterial.
- Qualitätsrisiko: Innerhalb des Produktionsprozesses kann es zu mangelhafter Produktqualität, bedingt durch den Produktionsprozess, und somit zu Terminverzögerungen im laufenden Geschäft kommen.
- Prozessrisiko: Innerhalb dieser Risikoklasse kommt es zu Beeinträchtigungen des Produktionsverlaufs durch die dort eingesetzten Technologien.
Gegenstand der entwickelten adaptiven Risikosteuerung ist die aktive und gezielte Beeinflussung der identifizierten und bewerteten Risiken. Hierdurch soll die Risikolage des Unternehmens positiv verändert und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gewinn (Chancen) und Verlusten (Risiken) erreicht werden. Zu diesem Zweck wurde eine Reihe von Behandlungsalternativen entwickelt, die im Einklang mit der zugrundeliegenden Risikostrategie stehen und in Abhängigkeit von der erzielten Risikobewertung differenziert eingesetzt werden können.
So werden zur Bewertung von Qualitäts- und Ressourcenrisiken die Maschinen- und Anlagendaten sowie Qualitätsprüfungsdaten über Datensammler vorerfasst und mit Hilfe von Predictive Analytics Verfahren ausgewertet. Auf diese Weise kann das tatsächlich vorhandene Risiko für einen Maschinenausfall oder ein Qualitätsproblem bewertet werden, wie man es anhand der Abbildung 2 sehen kann. Liegt das Risiko über dem akzeptierten Schwellwert, können entsprechende Maßnahmen zur Risikominderung veranlasst werden.
[/vc_column_text][vc_single_image image=“7920″ img_size=“large“ add_caption=“yes“ alignment=“center“][vc_custom_heading text=“Risikobewertung in Echtzeit mit der Mixed Reality Risiko-Ampel“ font_container=“tag:h4|text_align:left“][vc_column_text]
Zur Überwachung der Risiken auf Shopfloor-Ebene wurde eine Mixed-Reality Applikation auf Basis der Microsoft HoloLens entwickelt, welche zu jeder Anlage eine holographisch erzeugte Risiko-Ampel visualisiert. Dies wird in Abbildung 3 gezeigt. Dies ermöglicht es dem Benutzer sich frei zu bewegen und Maschineninfos im realen Umfeld abzurufen, um so die digitalen Risiko-Informationen jederzeit überwachen zu können.
Generell wurde sich an eine Ampelmetapher gehalten, sowohl um den aktuellen Fehlerstatus der Maschine, als auch den Risikolevel für einen möglichen Ausfall anzuzeigen. Neben den mit Predictive Analytics berechneten Gesamtrisikolevels können auch Einzelrisiken bis hin zu einzelnen Maschinenparametern angezeigt werden.
Über eine Minimap werden dem Benutzer die Risikolevels aller Maschinen in seiner direkten Umgebung angezeigt sowie seine relative aktuelle Position zur Maschine, so dass er sich jederzeit auch räumlich orientieren und zur nächsten auffällig gewordenen Maschine bewegen kann.
Der eigentliche Risikomanagement-Service wurde auf der Scheer PAS (Process Automation Suite) umgesetzt. Der Scheer PAS Ansatz zur Prozessautomatisierung 4.0 vereint die Automatisierung von Human Workflows mit der Integration der beteiligten Systeme zu einer ganzheitlichen Lösung.
[/vc_column_text][vc_single_image image=“7921″ img_size=“large“ add_caption=“yes“ alignment=“center“][vc_custom_heading text=“Technische Umsetzung der Sensordatenintegration“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]
Die Verfügbarkeit von Sensorinformationen ist eine Grundvoraussetzung für die Umsetzung von Smart Services. Daher wurden zunächst die realen Gegebenheiten an Umformungsanlagen aus der Metall- und Kunststoffverarbeitung untersucht. Es wurde festgestellt, dass zur Steuerung und Wartung der Anlage zwar viele Sensoren vorhanden sind, diese aber nur an der Maschine selbst ausgelesen werden konnten. Eine spezielle Sensorik zur Prüfung der Qualität der produzierten Teile gab es nicht. Daher wurde unter anderem ein kamerabasiertes Prüfungsverfahren für die Produktqualität implementiert, um überhaupt geeignete Sensordaten für Predictive Quality und Risikomanagement zu erhalten. Für das Auslesen und die Bereitstellung der Daten wurde ein lokaler Datensammler entwickelt, welcher Sensor-, Maschinen- und Anlagendaten in Echtzeit erfasst. Der lokale Datensammler ist dabei mit dem zentralen Datensammler in einer sicheren Cloud-Plattform verbunden, der die eigentliche Bereitstellung der Daten für den Smart Service Anbieter sicherstellt. Dies zeigt Abbildung 4. Nach einer sicheren Authentifizierung und Autorisierung der Zugriffe können Services unterschiedlicher Anbieter auf den zentralen Datensammler zugreifen.
[/vc_column_text][vc_single_image image=“7922″ img_size=“large“ add_caption=“yes“ alignment=“center“][vc_custom_heading text=“Führen Smart Services zu neuen Erlös- und Geschäftsmodellen?“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]
Das Projekt hat gezeigt, dass die technische Aufrüstung von bestehenden Anlagen im Sine von Industrie 4.0 durchaus möglich ist. Offen ist noch die Frage, ob Smart Services auch zu neuen Erlös- und Geschäftsmodellen führen. Im Rahmen des Projekts wurden daher auch verschiedene Erlös- und Geschäftsmodelle untersucht:
- Beim Pay-per-Use-Modell zahlt der Kunde nur für die Leistung, die er in Anspruch nimmt. Hier muss genau definiert werden, was „Use“ ist und wie man „Use“ quantifiziert. Hier liefern erst Smart Services die notwendige Datenbasis zur sicheren Quantifizierung. Der Vorteil für den Kunden liegt hier wieder in der Variabilität des Preises. Der Nachteil hierbei ist wiederum die Komplexität und Variabilität des Preismodells. In der Praxis werden Pay-per-Use-Modelle von Maschinen- und Anlagenbauern bereits heute angeboten, allerdings in der Regel nur in Kombination mit klassischen Lizenzmodellen. Der Smart Service Ansatz kann helfen, die Pay-per-Use-Modelle weiter zu verfeinern.
- Gainsharing beschreibt ein Bezahlungsmodell, bei dem sich Kunde und Dienstleister die Erträge aus den über Smart Services messbar erzielten Leistungsverbesserungen oder Kostenreduzierungen teilen. Der Vorteil eines solchen Modells für den Kunden besteht darin, dass dieser nur zahlt, wenn sich ein Vorteil für ihn ergibt. Der allgemeine Nachteil dieses Bezahlungsmodells liegt jedoch im Vergleich zum konventionellen Lizenzmodell in der erhöhten Komplexität und Variabilität des Zahlungsbetrages. Es ist daher auch anzunehmen, dass Gainsharing eher in Ergänzung zum klassischen Lizenzmodell angewendet wird.
- Auch klassische Lizenzmodelle können auf Smart Services übertragen werden. So wird für einen Smart Service ein festgelegter Betrag in regelmäßigen Intervallen gezahlt, wobei der Preis in der Regel konstant bleibt. Die Einhaltung der Service Levels kann dann ebenfalls durch Smart Services überwacht werden. Hier kommen die gleichen Analyseverfahren wie für Pay-per-Use oder Gainsharing zum Einsatz. Nur dienen sie hier allein der Überwachung und gehen so nur indirekt in das Erlösmodell ein.
Smart Services können also durchaus zu neuen Geschäftsmodellen führen, sie sind aber kein Muss.[/vc_column_text][vc_single_image image=“7923″ img_size=“large“ add_caption=“yes“ alignment=“center“][ult_createlink title=“Zu den Literaturangaben“ btn_link=“url:http%3A%2F%2Fbit.ly%2F2OFanqp|title:Literaturangaben||“ link_hover_style=“Style_1″ text_hovercolor=“#dd9933″][/vc_column][/vc_row]