[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Energiewende in Europa: Digital, demokratisch, effizient und günstig“ font_container=“tag:h2|font_size:38|text_align:left|color:%23e30613″ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1568113730317{margin-top: -25px !important;}“][vc_column_text]Ulrich Fahl, IER, Universität Stuttgart[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Kurz und bündig:“ font_container=“tag:h3|font_size:17|text_align:left|color:%23ffffff“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1568032783375{padding-left: 15px !important;background-color: #f07d00 !important;}“][vc_column_text css=“.vc_custom_1568113782330{border-top-width: 1px !important;border-right-width: 1px !important;border-bottom-width: 1px !important;border-left-width: 1px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #eaeaea !important;border-left-color: #aaaaaa !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #aaaaaa !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #aaaaaa !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #aaaaaa !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 1px !important;}“]Um der Politik konkrete Handlungsempfehlungen auf ein komplexes Problemfeld zu geben, muss dieses unter möglichst vielen Gesichtspunkten betrachtet werden. Dies soll das Forschungsprojekt REEEM leisten. Neben einer systemischen und ganzheitlichen Perspektive sollen ein breites Spektrum von Umwelt- und Ressourcenproblemen sowie gesellschaftliche Aspekten in die Bewertung der Nachhaltigkeit der Energiewende einbezogen werden.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][vc_column_text]Geht es um Klimaschutz, sind die politischen Lösungsansätze oft sehr unterschiedlich. Jedes Ressort blickt durch seine eigene Brille darauf, wie Klimaschutzziele erreicht werden können. Ein EU-Forschungsprojekt integriert nun unterschiedliche Sichtweisen, analysiert Wechselwirkungen und Synergien in mehreren Dimensionen. So soll der Politik eine ganzheitliche Betrachtung auf ein komplexes Problemfeld ermöglicht werden.[/vc_column_text][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fproduct%2Fdigital-energy%2F|||“ btn1_background_color=“#f07d00″ btn1_bghovercolor=“#e30613″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#ffffff“ icon_hover_color=“#f07d00″ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2FSIR%2Fabo%2F|||“ btn2_background_color=“#f07d00″ btn2_bghovercolor=“#e30613″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#ffffff“ btn_iconhover_color=“#f07d00″ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#ffffff“ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#ffffff“ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“3″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Klimaschutz ist in aller Munde, nicht zuletzt durch die Aktionen rund um „Fridays for Future“. Sowohl die Europäische Union (EU) als auch Deutschland haben in der Vergangenheit Anstrengungen unternommen, Beiträge zum Klimaschutz zu leisten, und wollen diese in Zukunft weiter verstärken. Darüber hinaus wird zum Beispiel auch über die Luftreinhaltung in Städten, die Überwindung von Hunger und Armut oder den zunehmenden Flächenverbrauch diskutiert. Typischerweise versucht die Politik, diesen Herausforderungen mit jeweils eigenen Lösungen zu begegnen. Das von der EU geförderte Forschungsvorhaben REEEM (Role of technologies in an energy efficient economy–model-based analysis of policy measures and transformation pathways to a sustainable energy system) geht hier einen neuen Weg. Mehrere Dimensionen (Energie, Umwelt, Klimaschutz, Landnutzung, Wasser etc.) werden integriert betrachtet. Zudem werden ihre Wechselwirkungen sowie mögliche Synergien und Trade-offs analysiert. Ziel der ganzheitlichen Betrachtung der Herausforderungen ist, dass bisher unbekannte Energieeffizienzpotenziale identifiziert, erneuerbare Energien verstärkt genutzt, Ressourcen optimaler verwendet, die Wirtschaftlichkeit verbessert, Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen verringert und die ökonomischen Entwicklungsbedingungen gestärkt werden. Am Ende der Analyse stehen konkrete Empfehlungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu, welche Maßnahmen bereits heute auf den Weg gebracht werden müssen, damit in 30 Jahren das Klimaschutzziel erreicht werden kann, und welche Entwicklungen noch offen Geht es um Klimaschutz, sind die politischen Lösungsansätze oft sehr unterschiedlich. Jedes Ressort blickt durch seine eigene Brille darauf, wie Klimaschutzziele erreicht werden können. Ein EU-Forschungsprojekt integriert nun unterschiedliche Sichtweisen, analysiert Wechselwirkungen und Synergien in mehreren Dimensionen. So soll der Politik eine ganzheitliche Betrachtung auf ein komplexes Problemfeld ermöglicht werden. bleiben können. Denn mit ihrem Strategieplan für Energietechnologien (SET-Plan) will die EU dazu beitragen, bis zum Jahr 2050 die Emissionen von Treibhausgasen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu verringern[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Vorgehensweise“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Zunächst werden in REEEM die Handlungsmöglichkeiten der EU untersucht: Was lässt sich europaweit angleichen? Welche Rahmenbedingungen lassen sich vorgeben? Hier geht es um Fragen der Harmonisierung zwischen den unterschiedlichen Mitgliedsländern. Im Gegenzug wird analysiert, wie stark sich nationale, protektionistische Sichtweisen einzelner Akteure auswirken. Daraus soll abgeleitet werden, ob sich die Politikempfehlungen unterscheiden müssen, je nachdem, welche der Strömungen Oberhand gewinnt. Für diese Analysen werden EDV-gestützte Modelle zur Energiesystem-Integration erstellt und genutzt. Untersucht wird, wie sich die einzelnen Entwicklungen in den Bereichen Gebäude, Verkehr, Energieversorgung und Industrie zusammenfügen lassen. Diese werden gekoppelt mit Rechenmodellen und Datenbanken bezüglich der Auswirkungen auf Gesundheit, Luftreinhaltung, Klima- und Umweltschutz sowie die gesamte Volkswirtschaft. Damit die erarbeiteten Strategien Realität werden können, werden regelmäßig Workshops mit Entscheidungsträgern aus Politik, Industrie und Nichtregierungsorganisationen veranstaltet. So liefern etwa die Beteiligten aus der Industrie Informationen zum Stand der Technik von Batteriespeichern und ihren Entwicklungsmöglichkeiten.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Schlussfolgerungen und Politikempfehlungen“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Fragen rund um das Thema Energie haben die Zusammenarbeit in Europa oft vorangetrieben. Die derzeit seitens der EU-Politik getroffenen energiepolitischen Entscheidungen reichen jedoch nicht aus, um das Klimaabkommen von Paris zu erfüllen. Spätestens ab 2050 müssen wir ohne fossile Brennstoffe auskommen, wir müssen das Wirtschaftssystem defossilisieren. Das größte bereits nutzbare Potenzial ist die Energieeffizienz. Durch ihre Verbesserung können wir unseren Energieverbrauch bis 2050 potenziell halbieren. Zum Erreichen der Klimaziele muss etwa die energetische Gebäudesanierung deutlich beschleunigt werden. Investitionen in die Effizienz der Gebäudehülle und Anlagentechnik müssen dabei Hand in Hand gehen mit einer Defossilisierung der Energieträger und einer starken Nutzung erneuerbarer Energien. Elektrische Wärmepumpen und Wärmespeicher werden deutlich an Bedeutung gewinnen. In Ballungsgebieten haben Wärmenetze, in Verbindung mit zentralen Wärmespeichern, das Potenzial, die Kosten einer klimafreundlichen Umgestaltung der Wärmeversorgung zu senken. Für eine weitgehend emissionsfreie Energieversorgung bis 2050 müssen erneuerbare Energien, insbesondere Wind, Photovoltaik (PV) und Geothermie, deutlich stärker als geplant ausgebaut werden. Denn Strom wird zum wichtigsten Energieträger der Zukunft in allen Verbrauchssektoren. Da erneuerbare Energien aus Wind und PV wetterbedingt nicht zu jeder Zeit entsprechend dem Bedarf ausreichend Strom produzieren können, sind für eine effiziente und sichere Stromversorgung zum einen Technologien für kurzfristige Flexibilität und zum anderen regelbare Einheiten für ausreichend gesicherte Leistung notwendig. Mit steigendem Ambitionsniveau im Klimaschutz schließen erneuerbare synthetische Energieträger, wie zum Beispiel Wasserstoff, Synthesegas oder E-Fuels die Lücke, die nicht durch Energieeffizienz oder die direkte Nutzung erneuerbarer Energien beziehungsweise Strom aus erneuerbaren Energien in der EU abgedeckt werden kann. Da solche Energieträger außerhalb der EU teils auch kostengünstiger hergestellt werden können, ist es wichtig, in Austausch mit anderen Ländern zu treten, um die Entwicklung eines globalen Markts mit ersten internationalen Projekten anzustoßen und Forschung und Entwicklung weiter voranzutreiben. Digitalisierung kann diesen Systemwechsel für die Verbraucherinnen und Verbraucher in allen Bereichen – Strom, Wärme, Verkehr – demokratischer, effizienter und kostengünstiger machen. Nur mit IKT wird es möglich sein, die großen und weitgehend unabhängig arbeitenden Netze für Strom, Wärme, Gas und Mobilität in Hybridnetze oder Multi-Energie-Netze zusammenzuführen. In einem modernen Versorgungssystem dürfen diese nicht separat, sondern müssen gleichzeitig optimiert werden, um die Synergien durch Förderung der Wechselwirkungen zwischen den Energieträgern zu nutzen. Daher wird in Zukunft ein effizientes Management der Interdependenzen zwischen den verschiedenen Netzwerken von großer Bedeutung sein. Die Energiewende muss sozial gerecht sein. Dafür braucht es eine gezielte und ganzheitliche politische Steuerung. Einzelregelungen, Subventionen und kleinteilige Maßnahmen führen oft zu höheren volkswirtschaftlichen Kosten. Es sind Rahmenbedingungen zu schaffen, die langfristige Planbarkeit gewährleisten, um Investitionsrisiken zu minimieren. Auch ist das System an Abgaben, Umlagen und Steuern in der EU und in den Mitgliedsländern umfassend zu überarbeiten und einander anzugleichen. Im Mittelpunkt der Reform sollten CO2-orientierte Preissignale für alle Anwendungssektoren auch außerhalb des Europäischen Emissionshandelssystems (ETS) stehen. Diese sind mit einer Gegenfinanzierung von Investitionen in Energieeffizienz und Erneuerbare Energien Technologien zu kombinieren, so dass auch die Bekämpfung der Energiearmut im Zuge der Energiewende nicht verloren geht. Ehrgeizige Ziele zur Minderung der Treibhausgasemissionen können auch eine treibende Kraft bei der Verringerung der Luftverschmutzung sein. Auf der anderen Seite ist auch eine integrierte Politik zur Eindämmung des Klimawandels und zur Luftreinhaltung günstig, da Maßnahmen zur Luftreinhaltung insbesondere in naher Zukunft die Defossilisierung positiv beeinflussen könnten. Damit wären auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung verbunden. Die Partikelbildung, der Klimawandel und die Toxizität chemischer Freisetzungen stellen in der EU die drei Hauptursachen für Gesundheitsschäden durch Energiesysteme dar. In Bezug auf Verhaltensaspekte und Präferenzen zeigt REEEM, dass die Kosten nicht der einzige Haupttreiber für Entscheidungen sind, auch wenn die Entscheidungen der Verbraucher für oder gegen spezifische Energietechnologien von Kostenkriterien beeinflusst werden. Die Verbraucher haben unter anderem eine starke Präferenz für die Technologien, mit denen sie vertraut sind. Während viele entscheidungsbeeinflussende Faktoren unter den EU Mitgliedsstaaten identisch sind, gibt es auch deutliche Unterschiede. So basieren beispielsweise Entscheidungen in Großbritannien weniger häufig auf Kosten als in nordischen oder südosteuropäischen Ländern. Solche Unterschiede unterstreichen die Bedeutung der Gestaltung von Politiken unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten: Da die Determinanten von Entscheidungen unterschiedlich sind, sollte dies auch für die erforderlichen Anreize gelten. Auch haben viele Faktoren, die sich auf die Entscheidungen in einem Sektor auswirken, in einem anderen Sektor keinen Einfluss. Bezüglich der für die Energiewende benötigten Materialen bestehen eine Reihe von potenziellen Versorgungsengpässen. Die am stärksten gefährdeten Materialien im Hinblick auf eine aufkommende Knappheit scheinen Kobalt und Tellur zu sein. Die benötigten Materialmengen werden dabei von den Fahrzeugtechnologien dominiert. Wichtigste Strategien für die EU sind damit Materialeffizienz, Recycling und Substitution, die als politische Notwendigkeit angesehen werden sollten.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Fazit“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Die Ergebnisse zeigen, dass neben einer systemischen und ganzheitlichen Perspektive ein breites Spektrum von Umwelt- und Ressourcenproblemen sowie gesellschaftlichen Aspekten in die Bewertung der Nachhaltigkeit der Energiewende einbezogen werden sollte. Erfolgreiche Politik setzt klare, langfristige Rahmenbedingungen, gibt technologieoffen Anreize für klimaschonende, energieeffiziente Technologien, nutzt sektorübergreifende Instrumente, die das gesamte System in den Blick nehmen und stärkt lokale, nationale, europäische sowie internationale Kooperationen. Für die Transformation sind umfangreiche Investitionen erforderlich. Dafür braucht es langfristige Anreize für Investitionen in klimaschonende Technologien sowie eine Mitwirkung des Finanzsektors. Gleichzeitig bedarf es eines kontinuierlichen gesamtgesellschaftlichen Diskurses darüber, wie die EU ihre Klimaziele erreichen will.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][/vc_column][/vc_row]