KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

The German Berufsausbildung

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“The German Berufsausbildung“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1709111328338{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Geheimnis der deutschen Wettbewerbsfähigkeit? “ font_container=“tag:h2|font_size:28|text_align:left|color:%23676b6d“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1709111345506{padding-bottom: 10px !important;}“][vc_column_text]Gerhard Bosch, Universität Duisburg-Essen

(Titelbild: AdobeStock | 264917425 | Noey smiley)[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz und Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1661761237969{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]Bei der Modernisierung des deutschen Ausbildungssystems geht es nicht nur um die Reform der Berufsbilder und die technologische Ausstattung der Berufsschulen. Ebenso wichtig ist die Weiterbildung der Ausbilder:innen und Lehrkräfte. Alle Bausteine des Berufsbildungssystems müssen gleichermaßen reformiert werden.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Die kontinuierliche Modernisierung des Ausbildungssystems ist essenziell, um die deutsche Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Hierfür müssen Berufsbilder und Berufsschulen modernisiert werden. Mit der Modernisierung ist nicht nur die technische Ausstattung gemeint, sondern auch die Bildungsinhalte und die Weiterbildung der Ausbilder:innen und Lehrkräfte.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Berufsausbildung – Geheimnis der deutschen Wettbewerbsfähigkeit “ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Das duale System der Berufsausbildung in Deutschland gilt weltweit als vorbildlich. Es bildet Fachkräfte für eine innovative Wirtschaft aus und ist nicht, wie die Berufsausbildung in vielen anderen Ländern, Auffangbecken für schwächere Schüler:innen. Der Anteil der Beschäftigten mit einer beruflichen Ausbildung ist in Deutschland so stark wie in kaum einem anderen Land von 29 Prozent 1964 auf rund 61 Prozent (2021) gestiegen. In Kernbereichen der Industrie findet man kaum noch An- und Ungelernte. In Metall- und Elektroindustrie liegt der Facharbeiteranteil sogar bei rund 66 Prozent, und der Anteil der An- und Ungelernten ist auf ungefähr zehn Prozent geschrumpft. Grund dafür ist, dass in Deutschland Berufsausbildungen auch für Tätigkeiten üblich sind, die in anderen Ländern entweder Anlerntätigkeiten sind oder eine akademische Ausbildung voraussetzen.
Die überwiegend drei- bis dreieinhalbjährige Lehre im dualen System der Berufsausbildung vermittelt breite Grundkenntnisse und zielt auf autonome Handlungsfähigkeit und Teamarbeit in flexiblen Formen der Arbeitsorganisation. Internationale Vergleiche haben gezeigt, dass deutsche Betriebe wegen dieser Fähigkeit zur Selbstorganisation ihrer Fachkräfte weniger direkte Vorgesetzte brauchen. Außerdem erleichtern die breiten Grundkenntnisse schnelle Lernkurven bei technischen Umstellungen und erleichtern Weiterbildung .
Diese Vorteile können nur bewahrt werden, wenn das Ausbildungssystem kontinuierlich modernisiert wird. Das betrifft zunächst die Berufsbilder, deren Neugestaltung Aufgabe der Sozialpartner ist, die dabei von Experten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) unterstützt werden. Aufgrund der wachsenden Bedeutung berufsübergreifender Qualifikationen haben sich die Sozialpartner:innen 2020 auf vier sogenannte Standardberufsbildpositionen geeinigt, die künftig für die Neuordnung aller dualen Berufe verbindlich sind. Sie definieren gemeinsame Mindestanforderungen an alle Ausbildungen in den Bereichen „Tätigkeit in einer digitalisierten Arbeitswelt“, „nachhaltige Gestaltung des Arbeitslebens“, „Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht“ sowie „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“.[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Innovationsimpulse durch neue Berufsbilder setzen “ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Wer einmal die Chance hatte, an der Modernisierung eines Berufes teilzunehmen, wird von dem kleinlichen Geschachere um einzelne Ausbildungsteile genervt sein. Moderne und traditionelle, spezialisierte und eher generalistische beziehungsweise kleine und große Unternehmen haben meist nicht die gleichen Interessen. Das Resultat der Neuordnungen ist dann allerdings viel besser als es der oft ermüdende und kleinliche Aushandlungsprozess erwarten lässt. Es sind schließlich Fachleute, die an der Sache interessiert sind und die fachlichen Details der Ausbildungsordnungen ausformulieren. Die Kompromisse werden zudem durch die Technologieoffenheit der deutschen Berufsbilder erleichtert, die modernen Betrieben keine Hindernisse in den Weg legen, an den modernsten Anlagen mit neuen Methoden auszubilden. Wenn es dann zu einer Einigung kommt, betrachten die Sozialpartner-:innen die neuen Berufsbilder zudem als „ihre Kinder“, die sie dann auch hegen und pflegen, was die Akzeptanz in den Unternehmen erleichtert und den Reformwillen in der Wirtschaft fördert.
Mit auf dem Papier modernen Berufsbildern ist aber wenig gewonnen, wenn sie nicht auch in der Fläche umgesetzt werden. Das gelingt nur, wenn sich auch die Ausbildungspraxis in den Betrieben und den Berufsschulen entsprechend ändert. Dabei geht es nicht nur um die technische Ausstattung, sondern auch die Weiterbildung der betrieblichen Ausbilder:innen und der Berufsschullehrer:innen und ihrer Kooperation über enge Fachgrenzen hinweg.
Modernisierung meint also die Weiterentwicklung aller Bausteine dieses Systems. Das wird in der politischen Diskussion, die sich vorrangig auf die leichter zu fassenden Veränderungen der Berufsbilder konzentriert, oft übersehen. Für eine verzögerte Umsetzung gibt es viele Beispiele. So setzen beispielsweise die reformierten Berufsbilder schon seit Mitte der 1990er Jahre eine prozessorientierte Ausbildung in realen betrieblichen Aufträgen beziehungsweise Geschäftsprozessen in Kooperation mit anderen Berufen voraus. In der Praxis findet man aber heute noch die traditionelle fachliche Unterweisung, die zu wenig auf Teamarbeit vorbereitet.
Das liegt nicht nur an dem Beharrungsvermögen der Ausbilder:innen und der Berufsschul-
lehrer-:innen, sondern auch an den Ungleichzeitigkeiten der technologischen und organisatorischen Entwicklung in den Betrieben und Berufsschulen. Das „Berufs-Screening 4.0“ des BIBB in 14 unterschiedlichen Produktions- und Dienstleistungsberufen Berufen belegt die großen Unterschiede in der Nutzung neuer Technologien. Während ein Teil der Betriebe die eigene Produktion und die Lieferbeziehungen mit den Zulieferern und den Kund:innen schon nahe am Vorbild von Industrie 4.0 vernetzt hat, sind andere Betriebe davon noch weit entfernt und arbeiten noch mit digitalen Insellösungen.
Bei jeder Neuordnung von Berufen muss man also einen Kompromiss zwischen den technologischen Vorreitern und den Nachzüglern finden. Wenn man sich ausschließlich an den Vorreitern orientiert, verliert man Ausbildungsbetriebe. Denn eine Ausbildung nach dem neuestens technischen Stand ist nur in Betrieben möglich, die schon über die entsprechenden Anlagen, Kompetenzen und Produkte verfügen. Wenn man sich zu sehr an den Nachzüglern orientiert, gehen zu wenig Innovationsimpulse von der Berufsausbildung aus. Viele Auszubildende, vor allem aus Kleinbetrieben, lernen erst in der Berufsschule oder der überbetrieblichen Ausbildung neue Technologien und ihre Anwendungsmöglichkeiten kennen. Zurück im Betrieb können sie dann ihre Vorgesetzten bei deren Einführung beraten.
Eine moderne Ausbildung sollte also immer einen umsetzbaren Innovationsdruck auf Betriebe entfalten. Es wird nicht überraschen, dass Berufsschulen mit moderner Ausstattung, kontinuierlicher Weiterbildung, Teamarbeit über die Berufsgrenzen hinweg, offenen Lernräumen sowie enger Kooperation mit den Betrieben eher Innovationsgeber sind als traditionelle Schulen. Die Bandbreite ist da nicht geringer als bei den Betrieben. Aus der Oberetage der Berufsbildung, der Meister-, Techniker- und Fachwirteausbildung kommen ebenfalls – wenn auch oft noch zu wenige – solche Innovationimpulse in die Betriebe. Das gilt insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe, die ja meistens keine eigene Forschung und Entwicklung haben. Innovation wird hier fast ausschließlich über die Personen, also über Aus- und Weiterbildung, transportiert.
Die Zukunft innovativer Berufsschulen ist an vielen Orten in gut ausgestatteten auf verwandte Berufsgruppen spezialisierten Berufsschulen zu beobachten. Im Idealfall kommt es zu einer Ansiedlung von Berufsschulen und überbetrieblichen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen in einem gemeinsamen Ausbildungscampus. Allerdings ist hier noch viel Luft nach oben. Die Kosten für die Digitalisierung können oft nicht gestemmt werden. In einer Befragung der DGB-Jugend zur „Modernen Ausbildung“ gibt nahezu ein Viertel an, dass Berufsschulen nur „ausreichend“ oder sogar „mangelhaft“ digital ausgestattet sind. Und ebenso viele Auszubildende sagen, dass ihr Ausbildungsbetrieb nur „selten“ oder „nie“ die benötigten technischen Geräte für eine digitale Ausbildung zur Verfügung stellt.[/vc_column_text][vc_single_image image=“34112″ img_size=“large“][vc_custom_heading text=“Beschleunigung des Reformtempos: Das Beispiel Metallberufe “ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]Die technologische Entwicklung hat in den letzten Jahrzehnten beschleunigt. Das hat auch Auswirkungen auf die Berufsausbildung. Das Reformtempo muss höher sein als in der Vergangenheit. Die hohe Reformdynamik lässt sich sehr gut in den Metallberufen beobachten. 1987 wurden 47 teilweise hochspezialisierte Berufe auf 16 Berufe mit gemeinsamer Grundausbildung reduziert. 2004 wurde die Zahl der Berufe auf fünf mit 50 Prozent gemeinsamen Inhalten verringerte. In der moderaten Reform von 2018 zur Anpassung an den digitalen Wandel wurden eine neue Berufsbildposition „Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit“ geschaffen, die Lehrinhalte im Hinblick auf Industrie 4.0 aktualisiert sowie sieben optional wählbare Zusatzqualifikationen, wie beispielsweise „additive Fertigung“, geschaffen. Die umfangreiche Evaluation zeigte, dass in fast allen Unternehmen Entwicklungsschritte zur digitalen Transformation eingeleitet wurden, jedoch in unterschiedlicher Geschwindigkeit und Tiefe. Die Autor:innen schreiben: „Die These der Disruption als eine rasant verlaufende und einschneidende Entwicklung, der Unternehmen durch Digitalisierungseinflüsse unterliegen, bestätigt sich dabei nicht. Es handelt sich bei der digitalen Transformation in der M+E-Industrie vielmehr um einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess hin zur weiteren Modernisierung der Produktion mit digitalen Instrumenten.“. Nur wenige Betriebe boten die Zusatzqualifikationen, sondern nutzten diese eher für die Weiterbildung. Das bedeutet, dass man die Ausbildung nicht überfrachten wollte.
Die Evaluation bestätigt das Bild der schon beschriebenen Ungleichzeitigkeiten. Gleichzeitig zeigen die betrieblichen Fallstudien schon den kommenden Reformbedarf. Die Aufgaben haben nur noch selten allein metalltechnisch, elektrotechnisch oder informationstechnisch geprägte Qualifikationsanforderungen. „Berufliche Hand-
lungskompetenzen zur Beherrschung der Industriemechatronik in allen Belangen gehören zu den zentralen Aktivitätsfeldern der Fachkräfte.“ Die Autor:innen schlagen daher eine Integration der unterschiedlichen Anforderungen in den profilgebenden Handlungsfeldern „Instandhaltung“, „Produktion“, „Fertigung“ und „Konstruktion“, die erst im Laufe der Ausbildung gewählt werden, in einem neugestalteten Beruf des Industriemechatronikers beziehungsweise der Industriemechatronikerin, als einem originären Industrie 4.0 – Beruf, vor. Sie betonen, dass die erfolgreiche Einführung dieses Berufsbilds ohne eine umfangreiche Weiterbildung der Ausbilder:innen und Berufsschullehrer:innen kaum denkbar ist.
Die Entwicklung in Richtung einer Anreicherung der Metallausbildung mit elektronischen und informationstechnischen Elementen ist unaufhaltsam. Ob es zu einer solchen grundlegenden Reform kommt oder die Vorreiterbetriebe innerhalb der bestehenden Strukturen diesen neuen Weg gehen, ist im Moment offen.
Die Stärke des deutschen Berufsbildungssystems lag immer darin, durch die kontinuierliche Anhebung der Standards eine moderne Ausbildung in der Fläche zu sichern. Für die Beschäftigten ist das wichtig, weil sie dann in ihrem Berufsfeld überall arbeiten können, und für die Wirtschaft, weil sie neue Fachkräfte nicht mühsam anlernen muss. Ohne Reformen verlieren die Fachkräfte ihre autonome Handlungsfähigkeit in einem Berufsfeld.[/vc_column_text][ult_createlink title=“Zu den Literaturangaben“ btn_link=“url:https%3A%2F%2Fbit.ly%2F3S3nYub|target:_blank“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.im-io.de%2Fproduct%2Fmetaverse%2F|title:Metaverse%2C%20NFTs%20%26%20Cryptos|target:_blank“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row]

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