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Praktische Unternehmens-Agilität

Praktische Unternehmens-Agilität

Bertram Friedel, MAN Truck & Bus AG

Kurz und Bündig

Der Wunsch der klassischen Unternehmensberei­che nach mehr Flexibilität zur Ausrichtung auf inter­ne und externe Kundenwünsche erfordert Innovati­onen seitens der internen IT. Die Voraussetzungen dafür sind agile und schnelle Arbeitsweisen sowie crossfunktionale Entwicklungsteams. Aus diesen Grund wurde die Digitalmanufaktur Mitte 2018 im IT-Bereich der MAN Truck & Bus AG gegründet, aber auch um die Mitarbeiter mit neuen Arbeits­weisen und Denkmustern zu befähigen.

Der rapide Wandel in der Automobilbranche schreitet voran. Neue Arbeits­weisen, Methoden, Tools und Technologien werden benötigt. Aus Produkten werden Dienstleistungen, bei denen der Kunde im Fokus ist. Die enge Ver­zahnung und Befähigung aller Beteiligten wird dabei unabdingbar. Diese Zusammenführung mit dem Fokus auf digitale Technologien in Form von Software und Hardware ist die zentrale Aufgabe der Digitalmanufaktur.

Wie IT Innovation in der Digitalisierung eines großen Unternehmens gelingen kann, zeigt die MAN Truck & Bus AG mit ihrer Digitalmanufak­tur. Als Innovationstreiber soll sie die interne IT und unternehmensinterne Fachbereiche unter­stützen und die digitale Transformation mit pas­senden Technologien und Methoden fördern.

Was ist eine Digitalmanufaktur?

Klassische Unternehmensbereiche wollen mehr Flexibilität zur Ausrichtung auf interne Kundenwünsche. Dieses Bedürfnis richtet sich vor allem an die interne IT. Innovation ist hier das Schlagwort. Die Voraussetzungen dafür sind schnelle Arbeitsweisen sowie crossfunktionale Entwicklungsteams. Know-How entsteht direkt in der Brutstätte der internen IT, wo vor allem Soft­ware greifbar gemacht wird. Innovation wird deutlich, und kann für eine bessere Entschei­dungsgrundlage für weitere Investitionen gelten. Aus diesen Grund wurde die Digitalmanufaktur Mitte 2018 im IT-Bereich der MAN gegründet, aber auch um die Mitarbeiter mit neuen Arbeitsweisen und Denkmustern zu befähigen. In der Digitalmanufaktur sind Design Thinker, Ar­chitekten, sowie Software und Hardware En­gineers angesiedelt.

Design Thinking, Rapid Prototyping und Technology Radar?

Durch den Einsatz von Methoden aus dem Be­reich Design Thinking, Lean Startup, Service De­sign werden Probleme nutzerorientiert erörtert, gesammelt, priorisiert und Ideen in kürzester Zeit entwickelt und validiert. All dies geht Hand in Hand mit Sparringspartnern aus der IT-Organi­sation und den Business Units. Diese enge Ver­zahnung von Partnern führt dazu, dass Lösungen von mehreren Blickwinkeln betrachtet und vali­diert werden können. Durch das sogenannte Ra­pid Prototyping entstehen in kürzester Zeit erste Prototypen und zeitnahes validiertes Feedback von Endkunden. Neueste Technologien die auf dem Markt gescoutet werden sind für eine strate­gische Ausrichtung in einem Technologie Radar publiziert und können in der Praxis in Projektar­beit verwendet werden. Entlang einer Wertschöp­fungskette entsteht hierbei ein Wissenstransfer.

Der Enabler – ein langhaltiges Konzept in der Digitalisierung?

Die Digitalmanufaktur sieht sich hierbei als Enab­ler (Innovator) für die Business Units und IT Kol­legen. Sie wird dabei gezielt durch Mitarbeit an technologischen Trends herangeführt, durch so­genannte Expertenrunden geleitet, oder in Inno­vationsworkshops moderiert. Ein ausgeklügeltes Ausbildungskonzept rundet den Fahrplan zur di­gitalen Transformation ab. MAN spricht von ei­nem sogenannten Empowerment der Mitarbeiter im agilen Zeitalter.

Welche Ziele wurden erreicht?

Während der Gründungsphase hat das Team, ne­ben den Stakeholderanalysen, Prozessdefinitio­nen und Beratungen durch Innovationsagenturen an Prototypen mitgewirkt. Zum einen wurde bei der Routenoptimierung der Wolfsburger Ver­kehrsbetriebe mitgewirkt, zum anderen wurde ein Produkt zur Verkehrsoptimierung für Um­schlagterminals entwickelt. Zur Prozessverifzie­rung der wiederkehrenden Innovationsloops ging man von einer akuten Problemstellung am Band in der Produktion bei der Fehleraufnahme aus. Durch einen nutzerzentrierten Ansatz wurde ein MVP des Produktes „Light Fox“ erschaffen und mit einem sogenannten Pitch vorgestellt. „Light Fox“ befähigt den Werker selbst mit nur wenigen Schritten über eine Oberfläche oder über Schalt­knöpfe Fehler digital zu dokumentieren. Damit wurde das Problem verständlich dargestellt und wird in den kommenden Projekten zur Umset­zung mitberücksichtigt.

Nächste Schritte

Der Kulturwandel, getrieben durch nutzerzent­rierte Innovationen ist ein langer aber spannen­der Weg. Einige Minimum Vaible Products für den Bereich strategische Produktentwicklung, Produktion und Vorserienentwicklung werden derzeit evaluiert und in Innovationloops er­stellt. Auf der anderen Seite beschäftigt sich die Manufaktur mit technologischen Trends wie IoT und stellt technische Fact Sheets auch dem gesamten VW Konzern zur Verfügung. Denn ohne ein passendes Ökosystem, kann man in der Zeit des digitalen Zeitalters nur schwer be­stehen.

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