KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Exponentielle Herausforderungen und exponentielles Denken

IM+io Artikel über exponentielles Denken

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Exponentielle Herausforderungen und exponentielles Denken“ font_container=“tag:h1|font_size:48|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1598531809759{margin-top: -25px !important;}“][vc_column_text]

[/vc_column_text][ultimate_spacer height=“15″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Kurz & Bündig“ font_container=“tag:h2|font_size:34|text_align:left“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1598268967432{margin-top: -25px !important;}“ el_class=“box-headline“][vc_row_inner el_class=“box-content-wrapper“][vc_column_inner][vc_column_text]Das Wachstum von Tech-Giganten wie Google und Facebook hat in den vergangenen Jahren fast alle anderen Unternehmen in den Schatten gestellt. Ein wirtschaftliches Desaster bewirkte dagegen die Verbreitung des Coronavirus. Beide Entwicklungen verliefen exponentiell.
Die Analyse ausgewählter exponentieller Herausforderungen zeigt, dass der künstlichen Intelligenz eine besondere Bedeutung zukommt. Es wird schnell klar, dass in diesen Zusammenhängen die Fähigkeit zu exponentiellem Denken eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Entscheidungen ist. Die Hindernisse, die dabei in unseren Köpfen bestehen, gilt es zu verstehen, um exponentielles Denken zu ermöglichen.
[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][ultimate_spacer height=“30″ height_on_tabs=“15″ height_on_tabs_portrait=“15″ height_on_mob_landscape=“15″ height_on_mob=“15″][vc_column_text]Hätte man vor Jahren zutreffend eingeschätzt, wie das Unternehmen Google sich einmal entwickeln würde, könnte man heute sehr vermögend sein. Hätte man vor einigen Monaten zutreffend eingeschätzt, welche globalen Auswirkungen ein neuartiges Virus aus einer zuvor weitgehend unbekannten Stadt in China haben würde, müsste man heute vielleicht weniger Vermögensverluste beklagen. In beiden Fällen war eine Fähigkeit gefragt, die man exponentielles Denken nennt. Diese Fähigkeit gewinnt in einer globalisierten und zunehmend digitalisierten Welt schnell an Bedeutung. Grund genug, einmal zu beleuchten, was das eigentlich genau ist, exponentielles Denken.
[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Hierzulande musst du so schnell rennen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst.“ Dieses als Red-Queen-Hypothese bekannt gewordene Zitat aus Lewis Carrolls Roman „Alice hinter den Spiegeln“ aus dem Jahr 1871 ist bei Change-Management-Experten schon länger sehr beliebt. Im Moment wird jedoch gerne unterschätzt, wie viel schneller wir unsere Unternehmen in Zukunft rennen lassen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wesentliche Treiber dafür sind die Digitalisierung und in diesem Zusammenhang insbesondere die Fortschritte im Bereich des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz (KI). Diese finden sich eingebettet in einen Kontext der Globalisierung, der immer wieder für unvorhergesehene Instabilitäten sorgt. Die aktuelle Corona-Krise belegt das eindrucksvoll. Die Ursache für die Fehleinschätzung dessen, was von uns unternehmerisch gefordert wird, ist nur allzu menschlich: Die Fähigkeit zu exponentiellem Denken wird immer wichtiger, ist aber wenig ausgeprägt.
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Wenn Überfluss die Knappheit ablöst“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left“][vc_column_text]Exponentielle Entwicklungen werden durch Überfluss ermöglicht. Und Überfluss wiederum ist ein Symptom der Gegenwart. Per Mausklick erlangt man Zugang zum Wissen der Welt im Internet. Schon Kinder können unbegrenzt Fotografien machen und fortlaufend Videos nahezu zum Nulltarif streamen. Regenerative Energien gewinnen rapide an Bedeutung und insbesondere die Kapazitäten für Solarenergie verdoppeln sich innerhalb von Monaten, nicht Jahren. In dem Maße, wie elektrische Energie überall auf der Welt leichter und kostengünstiger verfügbar wird, ergibt sich weiterer Überfluss, zum Beispiel bei der Bereitstellung von Computersoftware oder für die Entsalzung von Wasser. Der neue Überfluss erreicht auch entlegene und wirtschaftlich bislang wenig entwickelte Gegenden. So sind zum Beispiel vietnamesische Fischer inzwischen in der Lage, ihre Boote mit Solarenergie zu betreiben.

Technologien, die sich hinter dem Schlagwort KI verbergen, zeichnen sich dadurch aus, dass mit ihrer Hilfe exponentiell verlaufende Lernkurven möglich werden und so ein Beitrag zur Überwindung von Knappheit geleistet werden kann. KI-basierte Präzisionslandwirtschaft vermag die Erträge zu vervielfachen. Beim autonomen Fahren wächst die gefahrene Strecke ohne menschliche Intervention von Jahr zu Jahr um mehre hundert Prozent. Auch hier geht die Kurve also steil nach oben. Wenn mit Hilfe von KI hingegen Fehler oder Kosten minimiert werden, verläuft die exponentielle Kurve abnehmend. Zum Beispiel war im Bereich der Spracherkennung vor wenigen Jahren noch unvorstellbar, was heute Alltag ist: Die Fehlerrate hat menschliches Niveau erreicht. Und sofern nicht gerade eine Pandemie vorherrscht, liegt auch der Anteil von Fehlartikeln im Supermarktregal bei fast null Prozent. Im Gesundheitswesen sind die Kosten für die Entschlüsselung eines Genoms seit der Jahrtausendwende von 100 Millionen auf unter 100 US-Dollar gefallen. Das schafft die Basis für KI-basierte, individuelle Präzisionsmedizin.
[/vc_column_text][vc_single_image image=“22696″ img_size=“medium“ add_caption=“yes“ alignment=“center“][vc_custom_heading text=“ExOs für exponentielle Herausforderungen“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left“][vc_column_text]

Allen voran sind es sogenannte ExOs – exponentielle Organisationen – die sich die Vorteile der beschriebenen Entwicklungen zu eigen machen. Es ist kein Zufall, dass ExOs Vorreiter im Bereich der künstlichen Intelligenz sind. Diese Unternehmen folgen dem Takt des technologischen Fortschritts und übersetzen auf diese Weise die verfügbaren Möglichkeiten in exponentielles Unternehmenswachstum. So wuchs beispielsweise der Umsatz der KI-Giganten Amazon und Google in den letzten eineinhalb Jahrzehnten durchschnittlich um rund 30% pro Jahr. Das hört sich konstant an, bedeutet aber, dass sich das Wachstum in absoluten Zahlen jedes Jahr beschleunigt hat, so dass im Jahr 2019 beide Unternehmen um einen Betrag gewachsen sind, der ungefähr dem Zehnfachen ihres Gesamtumsatzes von 2004 entspricht.

Der Zukunftsforscher Ray Kurzweil hat für all das den Begriff des „Gesetzes der sich beschleunigenden Erträge (Law of Accelerating Returns)“ geprägt. Das Beispiel Amazon zeigt eindrucksvoll, wie ein Unternehmen dessen Geschäftsmodell diesem Gesetz folgt, Finanzmittel im Überfluss erwirtschaftet, um in immer neue Märkte vorzudringen. Die ökonomische Logik dieser Unternehmen unterscheidet sich grundlegend von traditionellen Geschäftsmodellen. Wo Überfluss herrscht, spielt Knappheit keine Rolle mehr. ExOs skalieren ihr Geschäft, indem sie die marginalen Angebotskosten exponentiell reduzieren: die Kosten für das Angebot einer weiteren Unterkunft bei Airbnb, für ein weiteres Taxi bei Uber oder für einen weiteren Beitrag bei Wikipedia liegen nahezu bei null. Diese Entwicklung der vergangenen Jahre ist bislang beispiellos und damit auch ungewohnt für das menschliche Denken.

[/vc_column_text][vc_single_image image=“22697″ img_size=“medium“ add_caption=“yes“ alignment=“center“][vc_custom_heading text=“Exponentielles Denken“ font_container=“tag:h3|font_size:28|text_align:left“][vc_column_text]Für die meisten Menschen ist es ungeheuer schwer, den Verlauf gemeinhin positiver technologischer Entwicklungen, aber auch negativer Entwicklungen – zum Beispiel von Pandemien – im Vorfeld zu verstehen. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass das menschliche Denken vom sogenannten Exponential Growth Bias geprägt ist. Dabei handelt es sich um die Neigung, auch exponentiell verlaufende Entwicklungen zu linearisieren (siehe Abbildung 1): Es ist einfach einzuschätzen, wo man sich befinden wird, wenn man 20 gleich große Schritte von einem Meter machen soll, ganz egal in welche Richtung. Doch wo steht man, wenn sich die Schrittlänge bei jedem Schritt verdoppelt? Kaum jemand kommt intuitiv auf gut dreizehn Reisen um die Erde.

Für einen co-kreativen Wettlauf in die Zukunft, bei dem Mensch und künstliche Intelligenz Hand in Hand laufen, sind die Technologien also vorhanden. Aber der Mensch hat Schwierigkeiten, das wachsende Tempo zu halten. Die Voraussetzungen dafür sind im wahrsten Sinne des Wortes mit Bedacht zu schaffen. Zunächst gilt es, in den Köpfen die Fähigkeit zum flexiblen Wechsel zwischen linearem und exponentiellem Denken zu etablieren: Habe ich es mit einer Fragestellung zu tun, bei der die Schrittlänge konstant bleibt, oder wächst sie? Ein Beginn ist gemacht, wenn im Unternehmen oder auch in politischen Zusammenhängen bewusst zwischen den beiden Fällen unterschieden und dann eine passende Herangehensweise festgelegt wird. Dabei ist vor allem Transparenz und Klarheit darüber erforderlich, welches Denkmodell zum Einsatz kommt. Im Falle der Viruserkrankung COVID-19 wurde zu Beginn vor allem auf die absolute Anzahl der Neuinfektionen geschaut. Später stand mehr und mehr ein möglichst deutlich und liegender Reproduktionsfaktor R im Fokus der Betrachtung. Exponentielles Denken hatte sich etabliert, wie auch die nicht ganz ernst gemeinte Abbildung 2 veranschaulicht.

Soweit die Analyse. Im nächsten Schritt gilt es, Ziele zu formulieren. Hier macht es einen Unterschied, ob, typisch für lineares Denken, „auf Sicht gefahren“ wird oder ob akzeptiert wird, dass langfristige Ziele heute noch nicht erkennbar sind. Letzteres zu akzeptieren, bedeutet exponentiell zu denken. Welche konkreten Ziele beispielsweise die Mission „Die Informationen dieser Welt zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen“ ermöglichen würde, erkannten die die Gründer von Google, Larry Page und Sergey Brin und ihre Mitarbeiter erst im Laufe der Zeit.

Eine weitere Herausforderung für das Denken und Handeln besteht darin, dass exponentiell angelegte Projekte zu Beginn der Umsetzung oft weit hinter linear gebildeten Erwartungen zurückbleiben. So geriet zum Beispiel Elon Musk als Gründer von Tesla für nicht eingehaltene Versprechen immer wieder in die Kritik und dennoch kann das Unternehmen in der Rückschau inzwischen eine eindrucksvolle exponentielle Entwicklungskurve vorweisen. Den Beteiligten sollte also klar sein, dass sich die Streckführung ändert. Und deshalb wird letztlich auch Fortschritt anders gemessen: nicht mehr als Abweichung vom bekannten Ziel, sondern daran, ob die Bedingungen für einen Netzwerkeffekt geschaffen werden. In Zeiten, in denen es noch um Rasierapparate und zugehörige Rasierklingen ging, war dies noch verhältnismäßig einfach. Und doch verstand es ein Unternehmen wie Gilette weit besser als die Konkurrenz, die richtigen Bedingungen für hohe Wachstumsraten zu schaffen. Als Jeff Bezos hingegen den überaus erfolgreichen Online-Buchhändler Amazon zum Marktplatz für Produkte aller Art machte, war kaum einem der kritischen Beobachter bewusst, dass damit die Bedingungen geschaffen wurden, um eine nie dagewesene Vielfalt von inzwischen über 600 Millionen Produkten verfügbar zu machen, eine Zahl von der der Geschäftsführer eines klassischen Kaufhauses mit einer Produktauswahl von einigen zehntausend Produkten nicht einmal zu träumen wagte.

Zusammengefasst ist exponentielles Denken und Handeln also vor allem von vier Merkmalen geprägt, die durch Abbildung 3 nochmals illustriert werden: (1) Transparenz innerhalb des Teams: Welches mentale Modell kommt zum Einsatz? Lineares oder exponentielles Denken. (2) Lineares Denken „fährt auf Sicht“, während exponentielles Denken akzeptiert, dass strategische Ziele außer Sichtweite sein können. (3) Exponentielle Entwicklungen zeigen zu Beginn kaum oder keinen Fortschritt. Wer exponentiell denkt, ist darauf vorbereitet, dass lineare Erwartungen zunächst enttäuscht werden. (4) Es kommen andere Metriken zur Messung von Fortschritt zum Einsatz. Bei linearen Entwicklungen geht es darum, Fortschritte gegenüber den gesetzten Zielen zu erzielen, bei exponentiellen Entwicklungen geht es darum, die für den Netzwerkeffekt erforderlichen Bedingungen zu schaffen.[/vc_column_text][vc_single_image image=“22698″ img_size=“medium“ add_caption=“yes“ alignment=“center“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][ult_createlink title=“Zu den Literaturangaben“ btn_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fausgabe-2020-3-322%2F|title:Ausgabe%202020-3-322||“][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fproduct%2Fquantified-everything%2F|title:Quantified%20Everything||“ btn1_background_color=“#f3f3f3″ btn1_bghovercolor=“#f07d00″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#f07d00″ icon_hover_color=“#ffffff“ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fabo%2F|title:Abo||“ btn2_background_color=“#f3f3f3″ btn2_bghovercolor=“#f07d00″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#f07d00″ btn_iconhover_color=“#ffffff“ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#f07d00″ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#f07d00″ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“30″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

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