[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Die „BaSys“ für eine Industrie 4.0″ font_container=“tag:h2|font_size:38|text_align:left|color:%23e30613″ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1545057103589{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Dienstplattform zur fähigkeitsbasierten Fertigungssteuerung in Industrie-4.0-Anwendungen“ font_container=“tag:h2|font_size:22|text_align:left|color:%23f07d00″ use_theme_fonts=“yes“][vc_column_text]Daniel Porta, Sönke Knoch, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Susanne Becker, ZF Friedrichshafen AG[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Kurz und bündig:“ font_container=“tag:h3|font_size:17|text_align:left|color:%23ffffff“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1519747666609{padding-left: 15px !important;background-color: #f07d00 !important;}“][vc_column_text css=“.vc_custom_1545057190229{border-top-width: 1px !important;border-right-width: 1px !important;border-bottom-width: 1px !important;border-left-width: 1px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #eaeaea !important;border-left-color: #aaaaaa !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #aaaaaa !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #aaaaaa !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #aaaaaa !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 1px !important;}“]
Die flexible Fertigung in wandelbaren Produktionssystemen im Zuge der Entwicklungen zur vierten industriellen Revolution stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Im Forschungsprojekt BaSys 4.0 arbeitet das DFKI an Ansätzen für eine offene Softwareplattform, die diese Herausforderungen adressieren. Aus den Anforderungen wurden vier Grundprinzipien abgeleitet, die in eine erste Referenzimplementierung für eine fähigkeitsbasierte Fertigungssteuerung eingeflossen sind und in einem Demonstrator in enger Zusammenarbeit mit dem Automobilzulieferer ZF umgesetzt wurden.
[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1519752670572{margin-top: -10px !important;}“][vc_column][vc_column_text]
Wesentliche Treiber der Industrie 4.0 sind die Notwendigkeit zur Flexibilisierung und Wandelbarkeit der Produktion sowie die effiziente Nutzung von Produktionsressourcen – mit dem Ziel, der Unternehmung Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, etwa durch eine stärkere kundenindividuelle Auftragsfertigung nach dem Prinzip der Losgröße Eins. Die Umsetzung dieser durchaus gegensätzlichen Anforderungen verlangt ein steigendes Maß an Digitalisierung, welche nur durch Dienstplattformen erreicht werden kann, die gewisse Grundprinzipien konsequent umsetzen.
[/vc_column_text][ult_dualbutton btn_hover_style=“Style 2″ btn_border_style=“solid“ btn_color_border=“#ffffff“ btn_border_size=“2″ btn_alignment=“left“ dual_resp=“off“ button1_text=“Einzelheft kaufen“ icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2Fim-io%2Fproduct%2Fmarktmacht-plattform%2F|||“ btn1_background_color=“#f07d00″ btn1_bghovercolor=“#e30613″ icon=“Defaults-book“ icon_size=“22″ icon_color=“#ffffff“ icon_hover_color=“#f07d00″ button2_text=“Jetzt abonnieren“ btn_icon_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.aws-institut.de%2FSIR%2Fabo%2F|||“ btn2_background_color=“#f07d00″ btn2_bghovercolor=“#e30613″ btn_icon=“Defaults-chevron-right“ btn_icon_size=“22″ btn_icon_color=“#ffffff“ btn_iconhover_color=“#f07d00″ divider_text=“oder“ divider_text_color=“#f07d00″ divider_bg_color=“#ffffff“ btn1_text_color=“#ffffff“ btn1_text_hovercolor=“#ffffff“ btn2_text_color=“#ffffff“ btn2_text_hovercolor=“#ffffff“ title_font_size=“desktop:20px;“ btn_border_radius=“3″ title_line_ht=“desktop:22px;“ btn_width=“280″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]
Dienstplattformen mit offenen Programmierschnittstellen ermöglichen die Austauschbarkeit von Diensten, verhindern ein Lock-in und fördern die Schaffung eines Ökosystems. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts BaSys 4.0 [1] forscht das DFKI an einer solchen offenen Softwareplattform für die vierte industrielle Revolution und hat eine erste Referenzimplementierung einer fähigkeitsbasierten Fertigungssteuerung zur Realisierung einer flexiblen und wandelbaren Fertigung auf GitHub [2] veröffentlicht. Vier essentielle Grundprinzipien bei deren Gestaltung werden im Folgenden erläutert.
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“1. Abstrakte Fertigungsprozesse“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]
Zur Erreichung einer flexiblen und wandelbaren Fertigung müssen auf operationaler Ebene Fertigungsprozesse ihre feste Kopplung zu konkreten Betriebsmitteln verlieren. Stattdessen definiert ein Fertigungsprozess einen produktionstechnischen Ablauf, der aus Sicht eines zu fertigenden Produkts abstrakt beschreibt, was zur Herstellung getan werden muss. Somit formuliert ein Fertigungsprozess lediglich eine Sequenz von Fähigkeitsanforderungen, die vor oder gar während der Ausführung auf die vorhandenen Betriebsmittel abgebildet werden müssen.
Das DFKI präferiert hier ein zweistufiges Verfahren. In einem ersten Schritt bestimmt ein logischer Fähigkeitsabgleich rein auf Beschreibungsebene eine Menge von Betriebsmittelkandidaten, die für eine konkrete produktionstechnische Aufgabe prinzipiell infrage kommen. Ist die Menge leer, muss eine Wandlung der Fertigungsanlage angestoßen werden, etwa durch Anlernen neuer Fähigkeiten oder Einbringen neuer Betriebsmittel. Anschließend kann im zweiten Schritt unter den Betriebsmittelkandidaten die kontextabhängige Verfügbarkeit der benötigten Fähigkeit sowie deren Ausführungskosten verglichen werden. Eine entsprechende Kostenfunktion kann hier etwa Betriebsmittelzustand, Rüstzustand und notwendige Logistikaufwände berücksichtigen. Dies öffnet den Raum zum Einsatz fortschrittlicher Prozessplanungsverfahren zur optimalen und flexiblen Ausnutzung von Produktionsressourcen.
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“2. Fähigkeitsbeschreibung aller produktionsrelevanter Ressourcen“ font_container=“tag:h4|text_align:left“][vc_column_text]
Abstrakte Fertigungsprozesse setzen voraus, dass alle produktionsrelevanten Ressourcen über eine computerinterpretierbare Beschreibung ihrer Fähigkeiten verfügen. Hier unterscheidet man allgemein zwischen typgebundenen Grundfertigkeiten und daraus abgeleiteten instanzspezifischen Fähigkeiten eines Betriebsmittels im Kontext der Fertigungsanlage, den darauf gefertigten Produkten und den entsprechenden Fertigungsprozessen.
Zum effizienten automatischen Abgleich von Fähigkeitsanforderungen eines Fertigungsprozesses gegen die Menge der konkreten Fähigkeitszusicherungen aller im Werk befindlichen Betriebsmittel zur Produktionszeit ist die Wahl des Formalismus und die Gestaltung der Modelle entscheidend. Das Spektrum reicht hier von flachen Merkmalslisten [3] mit skalaren Werten bis zur Verlinkung in Ontologien. Das DFKI geht in seiner Referenzimplementierung einen Mittelweg und überträgt zur Beschreibung und zum Abgleich von Fähigkeiten leichtgewichtige semantische Verfahren aus dem Bereich der Dialogverarbeitung auf die Industriedomäne. Die technische Umsetzung fußt auf dem Eclipse Modeling Framework [4] und bildet in einem Fähigkeitenmetamodell unter anderem relevante Inhalte der DIN-Normen 8580 und 8593 ab.
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“3. Dienstbasiertheit und uniformes Komponentenmodell“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]
Auf technischer Ebene ist der Einsatz einer dienstorientierten Architektur zur Unterstützung von Flexibilität und Wandelbarkeit durch eine einfache vertikale und horizontale Integration unerlässlich. Die Kommunikation erfolgt in der DFKI-Implementierung lose gekoppelt über eine nachrichtenorientierte Middleware, die über eine eigens definierte und implementierte Programmierschnittstelle relevante Kommunikationsmuster wie Publish-Subscribe oder Request-Response abbildet. Alle Dienste der Plattform registrieren sich an zentraler Stelle in einer Registratur und können darüber auch hinsichtlich der Erreichbarkeit ihres Hosts, ihrer Kommunikationskanäle und ihres Zustands abgefragt werden.
Neben reinen Softwarediensten enthält die Dienstplattform vor allem Gerätedienste. Ein Gerätedienst erfüllt zwei Funktionen. Einerseits bietet er durch die Umsetzung eines uniformen Komponentenmodells bestehend aus einer definierten Menge an Betriebsmodi (zum Beispiel für reguläre Produktion und Simulation) und einem Zustandsautomaten in Anlehnung an PackML [5] nach „oben“ eine einheitliche Schnittstelle an, um darüber einfach von einem Fertigungsprozess angesprochen werden zu können. Andererseits abstrahiert der Gerätedienst in einer Integrationsschicht nach „unten“ von den vielfältigen, teils proprietären Kommunikationsprotokollen, die ein Betriebsmittel auf Controllerebene spricht. Die Implementierung unterstützt aktuell OPC-UA, ROS, MQTT und REST.
[/vc_column_text][vc_single_image image=“7874″ img_size=“large“ add_caption=“yes“ alignment=“center“][vc_custom_heading text=“4. Verwaltungsschalen“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]
Um Informationsfacetten einzelner Dienste zu einer produktionsrelevanten Ressource in einer womöglich unternehmensübergreifenden verteilten Diensteplattform logisch zu einem Digitalen Zwilling zusammenzuführen, müssen sogenannte Verwaltungsschalen [6] zu diesen Ressourcen über deren gesamten Lebenszyklus gepflegt werden. Hierfür wurde in BaSys 4.0 eine Referenzimplementierung auf Grundlage des aktuellen Diskussionsstandes in der Plattform Industrie 4.0 [7] umgesetzt und im Rahmen eines Eclipse-Projekts veröffentlicht [8]. Dadurch wird ein uniformer Zugriff auf verteilte Informationsfacetten einer Ressource über einen einzigen Zugangspunkt gewährt. Dies wiederum vereinfacht die Entwicklung weiterer Mehrwertdienste und Benutzerschnittstellen, wie etwa das in Abbildung 1 (oben) gezeigte Management-Dashboard der DFKI-Diensteplattform, drastisch.
Durch Einhaltung der beschriebenen Grundprinzipien der DFKI-Referenzimplementierung lassen sich vielfältige Anwendungen abbilden. Zwei davon werden in den nächsten Abschnitten angerissen.
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Simulation und virtuelle Inbetriebnahme“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]
Ein Gerätedienst kann im Betriebsmodus „Simulation“ das zugehörige Betriebsmittel auf Prozessebene simulieren [9]. Hierbei werden über die Integrationsschicht keine Steuerbefehle an die echte Hardware abgesetzt. Das dazu notwendige Verhaltensmodell für die Simulation wird über die Verwaltungsschale bezogen. Dies ermöglicht die virtuelle Inbetriebnahme von Komponenten im realen System auf Ebene des fähigkeitsbasierten Fertigungsprozesses und minimiert den IT-Integrationsaufwand bei der realen Inbetriebnahme. Nach erfolgreichem Test kann der Betriebsmodus eines Gerätedienstes zur Laufzeit von „Simulation“ in „Produktion“ gewechselt und fortan das Betriebsmittel (wieder) real genutzt werden.
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Sichere Flexibilisierung von Montageprozessen“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]
Die hohe Varianz an zu fertigenden Produkten bleibt nicht ohne Folgen für am Herstellungsprozess beteiligte Menschen. Die höhere Flexibilität lässt Montagetätigkeiten herausfordernder und damit weniger monoton werden. Individuell auf den Werker angepasst, können dabei hybride Prozessmodelle zur abstrakten Beschreibung des Fertigungsprozesses eingesetzt werden. Diese gestehen dem Werker abhängig von seiner Erfahrung einen bestimmten Grad von Flexibilität zu. Sensoren in Kombination mit Aktivitätserkennung können eingesetzt werden, um manuelle Tätigkeiten in flexiblen Montageprozessen in Bezug auf die Art der Durchführung feingranular, etwa im Hinblick auf optimale Vorgehensweisen, zu analysieren [10] und eine neue Generation von Qualitätssicherung [11] und Werkerunterstützung [12] zu implementieren.
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Hybride Teams in der wandelbaren Produktion“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]
Zur Illustration der beschriebenen Grundprinzipien und der Anwendungen hat das DFKI mit Partnern wie der ZF Friedrichshafen AG und anderen einen gemeinsamen Demonstrator auf Basis der Diensteplattform entwickelt.
Besucher der CEBIT konnten 2018 auf dem Stand des BMBF den Demonstrator im Rahmen hybrider Mensch-Roboter-Fertigungsszenarien live erleben [13]. Der Demonstratoraufbau ist in Abbildung 1 (unten) gezeigt. Er umfasst unterschiedlichste Hardwarekomponenten, die im Dashboard in Abbildung 1 (oben) einheitlich visualisiert werden. Zur Steuerung werden die Komponenten über ihre Fähigkeiten angesprochen und in einem Prozessablauf basierend auf der Business Process Model and Notation (BPMN) miteinander verknüpft. Durch die eingeführte Abstraktionsschicht bleiben die Prozessmodelle robust gegen Änderungen auf der Hardwareebene. Neue Abläufe lassen sich schnell über einen grafischen Editor modellieren und anpassen.
Durch die Substitution von realen durch simulierte Komponenten des Gesamtsystems konnte der Demonstrator nach dem Messeauftritt ohne Veränderung der Prozessabläufe in zwei Teilsysteme aufgeteilt werden. [14]
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Auf dem Weg zur industriellen Eignung“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]
Der Automobilzulieferer ZF ist Konsortialpartner in BaSys 4.0 und fertigt weltweit ein großes Portfolio von unterschiedlichsten Getrieben in Losgrößen von eins bis zu mehreren Tausend. Wird ein Neu- oder Umbau von Montageanlagen nötig, können einerseits mechanischer Umbau und andererseits Änderungen in der Leittechnik durch eine virtuelle Inbetriebnahme unter Nutzung der operativen fähigkeitsbasierten Fertigungsprozesse und der operativen IT-Infrastruktur bis zu einem gewissen Grad parallelisiert und somit beschleunigt werden.
ZF profitiert von der Kooperation mit dem DFKI und der Mitarbeit in BaSys 4.0 nicht nur durch Themen rund um die effizientere Nutzung von Produktionsressourcen. Die modulare IT-Architektur von ZF wird sukzessive um neue Dienste in Einklang mit den geschilderten Grundprinzipien erweitert. Mit fortschreitender Standardisierung bei deren Umsetzung können Ressourcen unabhängig vom Hersteller auf Basis ihrer Fähigkeiten verwendet werden. Die Standardisierung ist für eine unternehmensweite Einführung unbedingt erforderlich. So wird beispielsweise auch der heute noch hohe Schulungsaufwand zur Vermittlung der ZF-eigenen Standards bei der Einbindung neuer Lieferanten reduziert. .
[/vc_column_text][ult_createlink title=“Zu den Literaturangaben“ btn_link=“url:http%3A%2F%2Fbit.ly%2F2OUP8kD|title:Literaturangaben|target:%20_blank|“ link_hover_style=“Style_1″ text_hovercolor=“#f07d00″][/vc_column][/vc_row]