Kein loses Geflecht:
Warum Communities ohne Struktur nicht florieren
Quentin Aeberli, beUnity AG
(Titelbild: © Adobe Stock | 1896721529 | cleo pick Art)
Kurz und Bündig
beUnity zeigt, dass fehlende Aktivität in Netzwerken meist auf unklare Strukturen und fehlende digitale Räume zurückzuführen ist. In fünf Jahren Arbeit wurden Strategien entwickelt, die Community Building systematisch aufbauen: mit klaren Rollen, definierten Kommunikationsräumen und einer zentralen Plattform für Austausch. Grundlage sind Mitgliederbefragungen, Workshops und eine strukturierte Rollout-Phase mit Multiplikator:innen. Studien zeigen zusätzlich den Wandel: 86 Prozent fühlen sich laut Salesforce stärker mit Communities verbunden als mit Organisationen, 72 Prozent engagieren sich laut TinyPulse stärker als Teil einer Gemeinschaft. Ziel ist es, fragmentierte Kommunikation zu bündeln und Beteiligung messbar zu erhöhen.
Die meisten Netzwerke starten mit guten Absichten und enden in stillen Verteilerlisten. Informationen werden verschickt, aber Austausch entsteht kaum. Dabei zeigt die Praxis längst: Aktivität entsteht nicht zufällig, sondern durch Struktur, klare Kommunikationsräume und gezielte Beteiligung. Erst wenn digitale Räume, Rollen und Strategie zusammenspielen, wird aus einem Netzwerk eine funktionierende Community. Aber was unterscheidet Organisationen, die echte Beteiligung schaffen, von denen, bei denen Netzwerke nur auf dem Papier existieren?
Netzwerke verfolgen das Ziel, Menschen miteinander zu verbinden. Sie sollen Austausch ermöglichen und Zugehörigkeit schaffen. In der Praxis bleibt dieses Potenzial jedoch häufig ungenutzt: Die Interaktion ist gering, das Engagement nimmt ab, Frustration macht sich breit – sowohl bei den Verantwortlichen als auch bei den Mitgliedern selbst. Was wir bei beUnity in den letzten fünf Jahren gelernt haben: Fehlende Aktivität ist selten ein Zufallsprodukt oder Ausdruck mangelnder Motivation. Viel häufiger ist sie das Resultat unklarer Strukturen und fehlender, adäquater Plattformen. Genau hier zeigt sich, warum eine klare Netzwerkstruktur dem Zufall überlegen ist – und warum digitale Werkzeuge eine zentrale Rolle spielen.
Community Building als neuer Standard
Aus einem Netzwerk eine aktive Community zu formen, gilt heute als einer der wirksamsten Hebel für nachhaltige Organisationen. Das betrifft Unternehmen ebenso wie Vereine, Verbände, Bildungsinstitutionen oder nachbarschaftliche Initiativen. Es reicht längst nicht mehr aus, ein Netzwerk lediglich „bereitzustellen“.
Organisationen stehen vor der Aufgabe, gezielt Räume zu schaffen, in denen sich Mitglieder aktiv einbringen können. Gelingt dies, entsteht ein soziales Gefüge, das nicht nur informiert, sondern verbindet, stärkt und langfristig trägt.
Internationale Studien bestätigen diesen Wandel. So fühlen sich gemäß Salesforce 86 Prozent der Befragten stärker mit einer Community verbunden als mit einem Unternehmen oder einer Organisation. TinyPulse kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: 72 Prozent geben an, sich stärker zu engagieren, wenn sie sich als Teil einer Gemeinschaft wahrnehmen.
Warum viele Communities dennoch scheitern
Trotz dieses Potenzials ist Community-Arbeit in der Praxis oft von Ernüchterung geprägt. Engagement bleibt aus und die Beteiligung konzentriert sich auf wenige Personen. Die Ursachen liegen dabei selten bei den Mitgliedern selbst, sondern in strukturellen Defiziten – insbesondere dort, wo digitale Kommunikation ungeplant oder unkoordiniert erfolgt.
Ein zentrales Problem ist die Vielzahl parallel genutzter Kommunikationskanäle. E-Mail, Briefpost, Social Media, Messenger und Website existieren nebeneinander, ohne klar definierte Ziele oder Rollen. Zudem sind diese klassischen Kanäle kaum auf den Austausch unter Mitgliedern ausgelegt.
Laut The Community Roundtable empfinden rund 40 Prozent der Community-Verantwortlichen die Vielzahl an Kommunikationskanälen als zentrale Herausforderung. Für Mitglieder bedeutet dies Informationsverlust, Unsicherheit und das Gefühl, nicht wirklich eingebunden zu sein. Gleichzeitig leidet auch der Austausch unter den Mitgliedern selbst – denn es bleibt unklar, wie und wo Beteiligung überhaupt möglich ist.
Die Erkenntnis daraus ist eindeutig: Ohne ein zentrales digitales Werkzeug, das gezielt für den Austausch unter Mitgliedern eingesetzt wird, bleibt Community Building dem Zufall überlassen.
Das passende Tool finden: Struktur vor Funktion
Wer eine aktive Community aufbauen möchte, kommt an einem digitalen Kommunikationsraum nicht vorbei. Entscheidend ist dabei jedoch nicht nur, ob ein Tool eingesetzt wird, sondern wie. Grundsätzlich unterscheiden wir im Kontext von Mitgliederorganisationen drei Bereiche, die in der Praxis häufig vermischt werden: die Mitgliederkommunikation, der externe Auftritt einer Organisation sowie die Verwaltung von Mitgliederdaten.
Diese Bereiche erfüllen unterschiedliche Zwecke und sollten entsprechend auch unterschiedlich gedacht werden. Eine Mitgliederdatenbank eignet sich für die Verwaltung, nicht aber für lebendigen Austausch. Website, Social Media oder Newsletter dienen der Außendarstellung – nicht der internen Vernetzung.
Für eine aktive Community braucht es deshalb einen eigenen, klar abgegrenzten digitalen Raum. So wie es im privaten und beruflichen Umfeld unterschiedliche Kanäle für unterschiedliche Zwecke gibt, braucht auch die Community ihren eigenen Ort. Einen Ort, an dem Informationen schnell auffindbar sind, Austausch niederschwellig möglich ist und Interaktion gezielt gefördert wird.
Idealerweise verbindet ein solches Tool die Einfachheit informeller Messenger mit der Struktur professioneller Plattformen – ohne zu formell oder unübersichtlich zu wirken. Entscheidend ist dabei eines: Der Zweck dieses Kanals ist klar definiert – der Austausch unter den Mitgliedern.
Struktur statt Zufall: Wie beUnity aktive Communities aufbaut
Ein Tool allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, wie bewusst es ausgewählt, eingeführt und in eine übergeordnete Community-Strategie eingebettet wird. Genau hier setzen wir bei beUnity seit über fünf Jahren an.
Strategie vor Plattform: Ziele und Bedürfnisse zuerst klären
Bevor eine Community-Plattform lanciert wird, steht bei beUnity stets die strategische Klärung im Vordergrund. In Workshops und Mitgliederumfragen werden zunächst die Ziele der Organisation sowie die Bedürfnisse und Erwartungen der Mitglieder erhoben.
Zentrale Fragen dabei sind unter anderem: Wofür soll die Community stehen? Welche Zielgruppen sollen erreicht werden? Welche Formen der Beteiligung sind realistisch und sinnvoll? Und woran lässt sich Erfolg messen?
Erst auf dieser Basis wird eine klare Community-Strategie formuliert. Sie dient als Leitplanke für Struktur und Kommunikation und stellt sicher, dass das digitale Tool nicht Selbstzweck bleibt, sondern gezielt Mehrwert schafft.

Eine Plattform, viele Möglichkeiten – aber ein zentraler Ort
Für die digitale Umsetzung setzt beUnity auf die eigene Plattform, die gezielt für Communities entwickelt wurde. Ziel ist es, sämtliche relevante Interaktion an einem Ort zu bündeln und fragmentierte Kommunikation zu vermeiden, um die gesamte Mitgliederarbeit zentral zu organisieren.
Die beUnity-Plattform ermöglicht es Communities, sich über Gruppen zu organisieren und unterschiedliche Bedürfnisse abzubilden – etwa Projektgruppen, Fachthemen oder regionale Einheiten. Ergänzend stehen Module wie Foren, Chats, Marktplätze, Event-Übersichten oder Wissensbereiche zur Verfügung.
Gleichzeitig ist die Plattform sowohl über den Desktop als auch über eine App nutzbar, um die Kommunikation alltagstauglich zu gestalten.
Geduld als Teil der Struktur: Rollout bewusst gestalten
Doch auch mit einer passenden Plattform entsteht eine Community nicht über Nacht. Geduld ist gefragt. Entsprechend wird auch der Rollout bei beUnity bewusst gestaltet.
Nach der strategischen Konzeption wird die Plattform schrittweise aufgesetzt. Ein zentrales Element ist dabei die klare Rollenverteilung innerhalb der Community. Unterschiedliche Rollen ermöglichen gezielte Steuerung, Moderation und Beteiligung, ohne die Offenheit der Plattform einzuschränken.
So werden unter anderem noch vor der offiziellen Lancierung gezielt Schlüsselpersonen und Multiplikator:innen eingeladen: engagierte Mitglieder, Projektverantwortliche oder Meinungsführer:innen. Sie werden früh eingebunden und aktiv in die erste Inhaltsgestaltung einbezogen.
Zum Start sorgen diese Personen für Diskussionen, erste Beiträge und stehen den Mitgliedern für Fragen zur Verfügung. Neue Mitglieder treffen dadurch nicht auf eine leere Plattform, sondern auf eine lebendige, einladende Community. Diese Vorlaufphase senkt Hemmschwellen und fördert Vertrauen. Und auch im weiteren Verlauf helfen diese Power User, die weiteren Mitglieder bedacht an die neue Plattform heranzuführen.
Struktur ermöglicht Beteiligung
Die Einführung einer Community-Plattform ist also mehr als eine technische Entscheidung. Sie ist ein bewusstes Signal an die Mitglieder: Wir wollen Austausch. Wir wollen Beteiligung. Und wir schaffen den Raum dafür.
Digitale Community-Plattformen sind damit Ausdruck einer Haltung. Sie zeigen, dass der Austausch nicht dem Zufall überlassen wird, sondern bewusst gefördert werden soll. Erst wenn Organisationen diesen Schritt gehen, entsteht die Grundlage für eine lebendige Community – mit echtem Dialog.