KI, die Kreative Intelligenz jetzt in der neuesten Folge SMART&nerdy! Podcastfolge #23.

Bioökonomie 4.0

[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=“Bioökonomie 4.0″ font_container=“tag:h2|font_size:38|text_align:left|color:%23e30613″ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1528735143640{margin-top: -25px !important;}“][vc_custom_heading text=“Kann sich ein Wald mithilfe der Blockchain selbst verwalten?“ font_container=“tag:h2|font_size:22|text_align:left|color:%23f07d00″ use_theme_fonts=“yes“][vc_column_text]Ein Beitrag von: Anja Steglich, Till Ansmann, inter 3 Institut für Ressourcenmanagement
[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Über das Projekt“ font_container=“tag:h3|font_size:17|text_align:left|color:%23ffffff“ use_theme_fonts=“yes“ css=“.vc_custom_1528735360074{padding-left: 15px !important;background-color: #f07d00 !important;}“][vc_column_text css=“.vc_custom_1528735619156{border-top-width: 1px !important;border-right-width: 1px !important;border-bottom-width: 1px !important;border-left-width: 1px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #eaeaea !important;border-left-color: #aaaaaa !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #aaaaaa !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #aaaaaa !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #aaaaaa !important;border-bottom-style: solid !important;border-radius: 1px !important;}“]

Seit Oktober vergangenen Jahres läuft das Verbundprojekt „Wie kann sich der Wald selbst verwalten? – Digitale Ansätze für eine gesellschaftliche Debatte zur Bioökonomie 4.0“ (kurz: terra 1). Das Projekt wird vom FZI koordiniert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2020 mit knapp 317.000 Euro gefördert. Daran beteiligt sind außerdem das Institut für Ressourcenmanagement inter 3, die Universität der Künste Berlin (UDK) und das Wuppertal Institut als Forschungspartner sowie die auf crossmediale Beteiligungsformate spezialisierte Firma Zebralog.

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Was würde passieren, wenn der Wald, den sich der Mensch zueigen gemacht hat, eigenverantwortlich wird? Wie würde das Ökosystem wirtschaften – vor allem hinsichtlich der kostbaren Ressource Holz? Die Blockchain ist ein vielversprechendes Instrument, um den Rohstoff noch nachhaltiger zu nutzen und zu schützen. Gleichzeitig steht sie für zeitgemäße Formate der gesellschaftlichen Aushandlung gravierender Zielkonflikte in der Forstwirtschaft. Im Rahmen des Projekts terra 1 versuchen Forscher diese Erkenntnisse zu nutzen, um neue „bioökonomische“ Allianzen im Feld der Forstwirtschaft zu entwickeln.

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Die Blockchain ist eine kühne Erfindung des Internet 4.0 und gilt als eine wegweisende Errungenschaft in der Geschichte der Informatik [1]. Hinter der Blockchain verbirgt sich eine Kette von Datensätzen, die als Kopien auf den Computern eines Netzwerkes gespeichert und für jeden Teilnehmer zu lesen sind. Eine Art digitale Bilanz oder auch Kontoauszug, die oder der genau darlegt, was wem zusteht. Waldflächen zum Beispiel, Holzeinschlag oder spezielle Nutzungsrechte und -pflichten im Rahmen der Waldnutzung. Die Kette selbst lässt sich technisch nicht ändern, nur ergänzen – quasi um ein weiteres Kettenmitglied. Fälschungen oder Löschungen sind daher nur schwer vorstellbar. Und Transaktionen werden von allen beteiligten Rechnern überprüft. Winkt einer aus der Gemeinschaft des Netzwerkes ab, findet die Transaktion nicht statt. Damit offenbart die Blockchain einen Ansatz, Transaktionen zwischen Menschen und Unternehmen ohne Mittler und zugleich für alle Beteiligten vollkommen transparent durchzuführen. Kein Wunder, dass die Technologie mittlerweile in vielen Anwendungsbereichen diskutiert und ausprobiert wird. Auch in der holzbasierten Bioökonomie wird sie diskutiert, denn Forst- und Holzwirtschaft stehen unter großem Innovationsdruck: Auf dem Weg in die biobasierte Wirtschaftsweise wird die Nachfrage nach Holz erheblich steigen. Eine baldige Holzlücke wird prognostiziert [2]. Effiziente Bewirtschaftungsformen müssen gefunden und Rohstoffpotenziale erschlossen werden.

Im Zuge der steigenden Nachfrage nach Holz als Rohstoff rücken auch Eigentums- und Nutzungsrechte in das Blickfeld. Darüber hinaus ist der Wald weit mehr als Rohstofflieferant. Er ist Lebensraum, Ökosystemdienstleister, Ort für Re-Kreation, Bildungs- und Erlebnisraum. Naturschutz und Wildnispädagogik gehören zum Wald. Der Wald ist Ort der Mythenbildung, ein kulturell bedeutungsvoller und emotional aufgeladener Raum. Und auch der Begriff der Nachhaltigkeit hat seine Wurzeln in der Forstwirtschaft, und damit im Wald, einem konfliktbeladenen Naturraum mit vielfältigen Nutzungsansprüchen und Bewirtschaftungsformen.

Kann der Einsatz der Blockchain-Technologie in dieser Bedeutungs- und Nutzungsvielfalt die Produktivität entlang der Forst-Holz- Wertschöpfungskette verbessern, neue Mitspieler und Anspruchsteller aus der zunehmend beteiligungsorientierten Gesellschaft einbinden und zugleich innovative Impulse für eine nachhaltige Nutzung des Waldes setzen?

Durch die Digitalisierung wird die Wissensgesellschaft immer konkreter und der Einfluss neuer Mitspieler und Anspruchsteller wächst. Entscheidungsgehalte und -möglichkeiten werden vielfältiger und heterogener. Ob in technischer Hinsicht oder in ihren ökonomischen Auswirkungen, ob angesichts ökologischer Bedürfnisse oder hinsichtlich ethisch-moralischer Bedenken [3]. Algorithmen werden daher zunehmend im Bereich der (Natur-) Ressourcenbewirtschaftung und auch im Bereich des Infrastrukturmanagements eingesetzt. Denn sie ermöglichen die Einbindung von Produzenten, Verbrauchern und Prosumenten in den zunehmend dezentralen Versorgungsinfrastrukturen von Energie und Wasser mit einem Höchstmaß an Daten- und Versorgungssicherheit [4]. Außerdem könnten durch die neue Technologie neue Kooperationsformen entstehen, die zur Entfaltung eines ko-kreativen Potenzials der gesellschaftlichen Transformation im Kontext der Bioökonomie führen.

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Man stelle sich vor, die Blockchain-Technologie ermöglicht es einerseits, entlang der Forst-Holz- Wertschöpfungskette das Zusammenspiel von Waldbesitzern, Holzspediteuren, Sägewerken bis hin zu holzverarbeitenden Betrieben und dem Endkonsumenten zu optimieren. Andererseits kann jeder legitimierte Nutzungsrechte am Wald erwerben beziehungsweise geltend machen. Naturschützer, Forstwirte, Wildnispädagogen, Faserhersteller und Jäger schreiben – kollaborativ und fortlaufend – fest, was ihnen im Zuge der Entwicklung der Forstwirtschaft wichtig ist, oder was sie vom Wald nutzen wollen. Das ist nur eine Gedankenspielerei, soll aber dazu führen, die Potenziale einer möglichen, gesellschaftlichen Transformation zu illustrieren und den Blick zu schärfen für die Frage: Kann der Algorithmus vermitteln, verwalten, abwägen? Oder ist er nur ein Werkzeug um unbekanntes Wissen zu heben, die vielfältigen Interessen handhabbar zu machen und in eine zukunftsfähige Forstund Holzwirtschaft einzubeziehen?

terra 1 zeigt und diskutiert diese und andere Zielkonflikte online und offline. Das Projekt will gesellschaftliche Ansprüche an und verschiedene Sichtweisen auf den Wald illustrieren. Möglichkeiten von Kooperation und Ko-Kreation in der Forstwirtschaft sollen sichtbar gemacht werden, Wissen und Akteure sollen entdeckt und neue „bioökonomische“ Allianzen im Feld der Forstwirtschaft entwickelt werden. In sogenannten Forest Lab`s wird diskutiert und ausgelotet, was der Algorithmus kann und können sollte. Relevante gesellschaftliche Wissensfelder, Fragestellungen und Unsicherheiten sollen während der Projektlaufzeit so zugespitzt werden, dass sie als Szenarien der Bewirtschaftung kommuniziert werden können. Eine Onlineplattform ermöglicht den spielerischen Umgang mit den Szenarien einer automatisierten Bewirtschaftung des Waldes. Die durch den Nutzer generierten Simulationen zeigen, was es konkret bedeuten würde, wenn ein automatisiertes System Entscheidungen treffen muss und welche Folgen das hat. So zeigt das terra 1 Referenz-Szenario „Produktivität“ zum Beispiel, wie die Wald- und Holzwirtschaft ihr herkömmliches Geschäftsmodell auf Basis der Blockchain-Technologie optimieren kann. Es wird eine Entwicklung beschrieben, die ohne ko-kreative Ansätze sehr stark von den etablierten Akteuren und bisherigen Entwicklungen beeinflusst wird und den Schwerpunkt auf Produktivitätssteigerung (automatisierte Produktion und Verwaltung im etablierten Akteurs-Umfeld) setzt. Zielvorstellungen wie Kosteneinsparungen, Produktivitätssteigerungen, neue Einnahmemöglichkeiten für Forst- und Holzwirtschaft durch optimierte Prozesse und neue Nutzungsformen des Waldes treiben dieses Szenario. Das terra 1 Dialog-Szenario „Kooperation“ hingegen zeigt neue kooperative Ansätze zwischen den etablierten Akteuren in der Forst- und Holzwirtschaft. Hier ermöglicht und befördert der Einsatz der Blockchain- Technologie einen automatisierten Interessenausgleich in gängigen Konflikten um Naturschutz, Wildnis, Holzwirtschaft, Biosprit, Jagdrechte und Waldkindergärten. Zudem werden neue Kooperationsmöglichkeiten zur Überwindung tradierter Konflikte aufgezeigt.

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Die Ausgestaltung der Szenarien geht davon aus, dass verschiedene Akteure Informationen für die Entwicklung des Algorithmus liefern. Im Idealfall können die Akteure direkt in die Entwicklung der Blockchain einbezogen werden. Die Automatisierung der Forst- und Holzbewirtschaftung kann sowohl für die etablierten Akteure als auch für neue Mitspieler und Anspruchsteller Vorteile – wie zum Beispiel Kosteneinsparungen durch den Wegfall von Intermediären oder Vertrauen durch getroffene und fixierte Vereinbarungen oder auch automatisierte Handlungen bei der Erfüllung von bestimmten Bedingungen – bewirken. Es wird Transparenz für alle Mitglieder des Netzwerks geschaffen, Daten und Transaktionen können eingesehen und geprüft werden. Sicherheit entstünde dort, wo Handlungen innerhalb des Netzwerks dezentral dokumentiert werden. Manipulation ist also nahezu unmöglich. Ein optimierter Datenaustausch und Prozessablauf entlang der Wertschöpfungskette von der Rohfertigung bis zur Auslieferung an den Endkunden verspricht ebenso Vorteile einer Digitalisierung der Forstwirtschaft. Natürlich werden auch Nachteile und offene Fragestellungen der Governance-Ebene, wie zum Beispiel rechtliche Unsicherheiten bei automatisch abgeschlossenen Vertragswerken, diskutiert und beispielhaft ausgelotet. Sind die sogenannten „Smart Contracts“ rechtlich ausreichend abgesichert? Wer haftet bei Fehlern? Wer entscheidet über die Beteiligung oder regelt auftretende technische Probleme?

[/vc_column_text][vc_custom_heading text=“Fazit“ font_container=“tag:h3|text_align:left“][vc_column_text]

Der Forschungsverbund ist sich bewusst, dass eine solche Vision nicht nur positive Reaktionen und Assoziationen sondern auch Unsicherheiten provozieren kann. Der gesellschaftliche Diskurs um die Ausgestaltung der Bioökonomie sollte genau in diesem Spannungsfeld stattfinden.

terra 1 will sowohl einen Diskurs über Bioökonomie als auch Mitwirkung und Teilhabe im Feld der Digitalisierung der Forstwirtschaft provozieren.

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