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Synchron statt sequenziell: Partnerschaft im gemeinsamen Takt komplexer SAP-Projekte
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Synchron statt sequenziell: 

Partnerschaft im gemeinsamen Takt komplexer SAP-Projekte

Melina Neis, Scheer IDS, Sandra Viessmann, SNP

(Titelbild: © Adobe Stock | 1873626673 | newlifestock )

Kurz und Bündig

Seit 2020 besteht die Partnerschaft zwischen Scheer IDS und SNP Group. Scheer IDS gehört zu den frühen Resellern im SNP-Partnernetzwerk. Die Zusammenarbeit verbindet Prozess- und Organisationsberatung mit der softwaregestützten Transformationsplattform Kyano. Im Fokus stehen SAP-Transformationen, S/4HANA-Projekte, Carve-outs und Post-Merger-Integrationen. Ziel ist die integrierte Verzahnung von Datenmigration, Technologie und Prozessarchitektur zur Reduzierung von Projektrisiken und Schnittstellen.

Komplexe Transformationsprojekte scheitern selten an einzelnen Technologien – sondern an fehlender Abstimmung. Wenn Datenmigration, Prozessdesign und Organisationsstruktur nicht synchron gedacht werden, entstehen Reibungsverluste und Risiken. Erfolgreiche Projekte setzen deshalb auf klar definierte Rollen, abgestimmte Methodik und operative Integration statt isolierter Einzellösungen. Wie gelingt es, technologische und organisatorische Veränderung strukturiert zusammenzuführen?

Die Partnerschaft zwischen Scheer IDS und der SNP Group begann im Jahr 2020 im Rahmen des damals wachsenden SNP-Partnernetzwerks. Scheer IDS gehörte zu den frühen Unternehmen, die sich als Reseller an dieses Ökosystem anschlossen. Ausgangspunkt war die strategische Überlegung, Transformationsprojekte nicht isoliert aus einer rein prozessualen oder technologischen Perspektive zu betrachten, sondern Kompetenzen systematisch zu bündeln.
Mit der zunehmenden Komplexität von SAP-Transformationsvorhaben entwickelte sich aus der formalen Partnerschaft schrittweise eine engere operative Zusammenarbeit. Die Kombination aus Prozessberatung und softwaregestützter Transformation bildete dabei den strukturellen Rahmen, innerhalb dessen sich gemeinsame Projekte und abgestimmte Vorgehensmodelle etablierten. So entstand über mehrere Jahre hinweg eine Kooperation, die auf klar definierten Rollen und einem gemeinsamen Transformationsverständnis basiert.

Partnerschaften bewusst gestalten

Partnerschaften sind längst mehr als ein ergänzendes Element im Geschäftsmodell. Sie sind ein zentraler Bestandteil moderner Wertschöpfung. Insbesondere in Transformationsprojekten, in denen technologische, prozessuale und organisatorische Fragestellungen eng miteinander verbunden sind, braucht es Partner, die ihre jeweiligen Stärken gezielt einbringen. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Kontakte zu pflegen, sondern die richtigen Beziehungen aufzubauen und nachhaltig weiterzuentwickeln. Eine starke Partnerschaft zeichnet sich dadurch aus, dass beide Seiten klare Rollen haben, gemeinsame Ziele verfolgen und Verantwortung übernehmen. Genau dieses Verständnis bildet die Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Scheer IDS und SNP.
Als Consulting- und Softwarehaus mit ausgewiesener Prozessexpertise unterstützt Scheer IDS Unternehmen bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, der Optimierung und Implementierung effizienter Geschäftsprozesse sowie beim Betrieb von IT-Systemen. Die Expertise umfasst unter anderem Management Consulting, Change-Management, Prozessdesign und die Begleitung von Transformationen in komplexen SAP-Umgebungen. Scheer IDS steht für nachhaltige Digitalisierung, Prozessqualität und strategisches Prozessdenken.

Plattform und Methodik als Integrationsrahmen

Mit der Technologieplattform Kyano ist SNP ein zuverlässiger Partner für Unternehmen, die bei Transformationsvorhaben auf softwarebasierte und datengestützte Funktionalitäten setzen. Kyano integriert technische Möglichkeiten sowie Partnerfunktionalitäten für eine ganzheitliche Datenmigration und ein effizientes Datenmanagement. In Kombination mit dem Bluefield-Ansatz setzt SNP damit einen Industriestandard für die schnelle und sichere Modernisierung SAP-zentrierter IT-Landschaften.
Der Bluefield-Ansatz verbindet dabei Elemente von Systemneueinführung (Greenfield) und Systemkonvertierung (Brownfield): Bestehende, bewährte Prozesse und ausgewählte Daten werden gezielt übernommen, während veraltete Strukturen bereinigt und modernisiert werden. So entsteht eine selektive Transformation, die Innovation ermöglicht, ohne auf die Stabilität gewachsener Systemlandschaften zu verzichten.
Gemeinsam entsteht so ein Leistungsportfolio, das Kundinnen und Kunden ganzheitlich unterstützt und Transformationsprojekte sicherer und effizienter macht.

Mehrwert entsteht durch die Verbindung von Kompetenzen

In Transformationsprojekten entscheidet die Umsetzung über den Erfolg. Technische Migration, Datenqualität und organisatorische Neuausrichtung müssen parallel funktionieren. Unternehmen stehen dabei vor der Aufgabe, große Datenmengen konsistent zu übertragen, Systemlandschaften zu konsolidieren und gleichzeitig Prozesse zu modernisieren – oft unter Zeitdruck und im laufenden Betrieb.
SNP unterstützt diesen Prozess mit der Plattform Kyano, die datenbasierte Analysen, selektive Migrationen und strukturiertes Transformationsmanagement ermöglicht.
Durch automatisierte Voranalysen von Systemlandschaften, Simulationen möglicher Migrationsszenarien und technische Validierungsmechanismen werden Risiken frühzeitig sichtbar und planbar. Der eingesetzte Bluefield-Ansatz erlaubt es, bestehende Strukturen gezielt zu modernisieren, ohne komplette Systemneubauten vornehmen zu müssen. Scheer IDS setzt parallel auf Prozessanalyse, Organisationsdesign und strategische Zieldefinition. Geschäftsprozesse werden nicht nur technisch übertragen, sondern inhaltlich überprüft, verschlankt oder neu ausgerichtet. Dadurch entsteht eine saubere Verzahnung von Datenmigration und Prozessarchitektur.
Für Kundinnen und Kunden bedeutet das vor allem operative Klarheit: definierte Verantwortlichkeiten, strukturierte Projektphasen und eine Transformation, bei der Technologie und Organisation nicht nacheinander, sondern integriert gedacht und umgesetzt werden.

Netzwerkdenken als Antwort auf steigende Komplexität

Besonders deutlich wird der Mehrwert strukturierter Zusammenarbeit bei komplexen SAP-Vorhaben wie S/4HANA-Transformationen, Carve-outs oder Post-Merger-Integrationen. Diese Projekte sind technisch und organisatorisch anspruchsvoll: Systemlandschaften müssen analysiert, Daten selektiv übernommen oder konsolidiert, Geschäftsprozesse harmonisiert und regulatorische Anforderungen eingehalten werden – häufig unter engen Zeitvorgaben und mit minimaler Betriebsunterbrechung.

Struktur als Antwort auf Systemkomplexität

Bei einer S/4HANA-Transformation geht es nicht nur um ein technisches Upgrade, sondern um eine Neuausrichtung der Systemarchitektur und Prozesslogik. Historisch gewachsene Datenbestände müssen bereinigt, bewertet und strukturiert überführt werden. Insbesondere selektive Migrationen – etwa bei Teilkonzernen oder unterschiedlichen Buchungskreisen – erfordern präzise Voranalysen, Simulationen und Validierungen, um Dateninkonsistenzen und Compliance-Risiken zu vermeiden.
Ähnlich komplex sind Carve-outs und Post-Merger-Integrationen. Hier müssen Gesellschaften systemseitig getrennt oder zusammengeführt werden, inklusive Finanzdaten, Stammdaten, Berechtigungsstrukturen und historischer Transaktionen. Fehler in diesen Phasen können erhebliche bilanzielle, steuerliche oder operative Konsequenzen haben. Genau in diesen Szenarien zeigt sich der Vorteil eines klar strukturierten Vorgehens: Während datenbasierte Transformationssoftware Transparenz über Abhängigkeiten schafft, Migrationspfade simuliert und technische Risiken reduziert, sorgt prozessuale und organisatorische Begleitung dafür, dass Zielarchitekturen sauber definiert und Geschäftsprozesse konsistent umgesetzt werden.
Der Mehrwert entsteht weniger durch formale Partnerschaftsstrukturen als durch die operative Verzahnung von Technologie, Datenanalyse und Prozesskompetenz – insbesondere dort, wo hohe Systemkomplexität auf strategische Unternehmensentscheidungen trifft.

Struktur und Vertrauen als operative Grundlage

Entscheidend für die Zusammenarbeit ist nicht nur die fachliche Ergänzung, sondern ihre konkrete Organisation im Alltag. Regelmäßige Check-ins, klar definierte Ansprechpartner und kurze Abstimmungswege ersetzen lange E-Mail-Ketten und unnötige Schleifen. Gerade in Transformationsprojekten mit hohem Zeitdruck sorgt diese Routine dafür, dass Themen schnell geklärt, Entscheidungen zügig getroffen und Projekte stabil gesteuert werden.
Gleichzeitig basiert diese Arbeitsweise auf gewachsenem Vertrauen. Verlässlichkeit, offene Kommunikation und die Bereitschaft, Probleme frühzeitig anzusprechen, schaffen die Grundlage für effiziente Zusammenarbeit. Strategien und Prioritäten werden regelmäßig abgeglichen, sodass beide Seiten flexibel auf neue Anforderungen reagieren können.
Für Kundinnen und Kunden bedeutet das ein konsistentes Auftreten und klare Verantwortlichkeiten: Statt paralleler Dienstleister erleben sie ein abgestimmtes Team, das gemeinsam handelt und Entscheidungen transparent vorantreibt.

Fazit: Strukturierte Partnerschaften als Umsetzungsbeschleuniger

Der praktische Wert strategischer Partnerschaften zeigt sich nicht im Leitbild, sondern in der Umsetzung: kürzere Entscheidungswege, klar definierte Zuständigkeiten, abgestimmte Methodik und eine reduzierte Zahl von Schnittstellen im Projekt. Gerade bei komplexen Transformationsvorhaben entstehen Risiken häufig an Übergabepunkten – zwischen Technologie und Fachbereich, zwischen Datenmigration und Prozessdesign oder zwischen Planung und operativer Umsetzung.
Strukturierte Partnerschaften reduzieren genau diese Reibungsverluste. Wenn Rollen, Verantwortlichkeiten und Eskalationsmechanismen im Vorfeld geklärt sind, müssen sie im Projekt nicht jedes Mal neu verhandelt werden. Das erhöht Geschwindigkeit, Transparenz und Planungssicherheit.
Für andere Unternehmen lässt sich daraus ein zentrales Learning ableiten: Netzwerke entfalten ihren Nutzen erst dann, wenn sie operativ eingebunden sind. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Partner, sondern die Qualität der Integration – gemeinsame Vorgehensmodelle, abgestimmte Toollandschaften, klar definierte Ansprechpartner und regelmäßige Governance-Formate.
Gerade in Transformationsprojekten mit hoher Systemkomplexität lohnt es sich, frühzeitig Partner einzubinden, die komplementäre Kompetenzen mitbringen und diese strukturiert verzahnen. Das reduziert Projektrisiken, erhöht Umsetzungsgeschwindigkeit und schafft eine belastbare Grundlage für zukünftige Veränderungsschritte.

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August-Wilhelm Scheer Institut

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